02.09.2011, 14:21 Uhr
Das Krefelder Landgericht hat den Angeklagten Olaf H. wegen Mordes an Mirco verurteilt (Quelle: dpa)
Ein Jahr nach der Ermordung des zehnjährigen Mirco aus Grefrath bleibt das Motiv seines mutmaßlichen Mörders ein Rätsel. Alle drei Ex-Frauen des Angeklagten schilderten den 45-Jährigen im Zeugenstand als friedfertigen, treusorgenden Familienvater. Er sei fast immer besonnen gewesen und nie gewalttätig geworden, sagten die Frauen am Krefelder Landgericht aus.
Auch sein Sexualleben sei völlig normal gewesen. Keine der Frauen hat ein Anzeichen für pädophile Neigungen bemerkt. Sie habe sich sogar überlegt, ob ihr Ex-Mann mit seinem Geständnis jemanden schützen wolle, sagte eine der Frauen.
Alle drei Frauen hatten auf ihr Recht verzichtet, nicht auszusagen. Die Gründe für die Trennungen seien andere gewesen, sagen sie - einmal Geld, einmal eine vermutete Beziehung zu einer anderen Frau.
Sie habe mit ihrem Mann nach dem Verschwinden Mircos über den Fall gesprochen, sagte seine 33-jährige letzte Ehefrau, die erst seit wenigen Wochen von ihm geschieden ist. Olaf H. habe sich entsetzt gezeigt über das Verschwinden des Jungen.
Einen Tag nach der Entführung Mircos habe sie mit ihrem Mann ein großes Volksfest des Westdeutschen Rundfunks besucht. Sei habe dabei keinerlei Änderung in seinem Wesen und Verhalten feststellen können. Auch der Wagen sei eher unordentlich und nicht penibel gereinigt gewesen. Wann ihr Mann nachts nach Hause gekommen sei, wisse sie nicht.
Seinen Job habe er gerne gemacht, auch wenn er mit seinem Chef in München Meinungsverschiedenheiten gehabt habe. Deshalb habe er auch innerhalb des Unternehmens gewechselt und sich darauf gefreut. Viel gesprochen über den Job habe ihr damaliger Mann zu Hause jedoch nicht.
Dass er zum Stressabbau stundenlang mit dem Auto umhergefahren sei, könne sie nicht bestätigen. Ihr Ex-Mann sei ein ausgeglichener, hilfsbereiter Mensch, "für den die Familie alles bedeutet hat". Die Polizei war nach den ersten Verhören davon ausgegangen, dass Olaf H. Mirco tötete, weil er Stress bei der Arbeit gehabt und dafür ein Ventil gesucht habe.
Auch die früheren Schwiegereltern verloren über Olaf H. kein schlechtes Wort. Sie habe ihn als Kollegen vor vielen Jahren in ihr Team geholt und schätzen gelernt, sagte die ehemalige Schwiegermutter aus, deren Tochter Olaf H. als dritte Frau geheiratet hatte. Die 58-Jährige kannte Olaf H. bereits seit über 20 Jahren von der Arbeit und war zeitweise seine Vorgesetzte. "Ich hatte nie den Eindruck, dass er mit seiner Arbeit nicht zurechtkommt", sagte sie vor Gericht.
Im Prozess gegen den geständigen Angeklagten sollen nun weitere ehemalige Kollegen aussagen. Mit der Befragung von Zeugen aus dem privaten und beruflichem Umfeld will sich das Gericht ein Bild von der Persönlichkeit des Angeklagten machen. Olaf H. hatte die Tat zwar gestanden, sich bei seinen verschiedenen Versionen aber in Widersprüche verwickelt.
Mirco war am 3. September 2010 auf dem Nachhauseweg entführt und ermordet worden. Nach fünf Monaten hatten die Ermittler den bis dahin unbescholtenen Familienvater Olaf H. in Schwalmtal festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus niederen Beweggründen und zur Verdeckung eines sexuellen Missbrauchs vor.
Der Prozess ist am Freitag nach dreiwöchiger Pause fortgesetzt worden. Im Laufe des fünften Verhandlungstags wollen die Richter noch weitere Zeugen aus dem privaten Umfeld des Angeklagten hören. Mit dem Urteil wird am 30. September gerechnet - gut ein Jahr nach dem Verschwinden des Jungen.
Quelle: dpa , dapd
Rolfi schrieb:
am 2. September 2011 um 19:48:59
(22)
(1)
Mirco
Man kann jemanden nur vor den Kopf schauen, aber nicht hinein. Mörder und Perverse leben oft ein ganz nomales Leben.
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Neumann schrieb:
am 2. September 2011 um 18:47:50
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(7)
Oh Mann.
Wie ich sehe, sind alle Kommentare hier wohlüberlegt, tiefgründig und ausgereift.
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Lästermaul schrieb:
am 2. September 2011 um 16:30:44
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Mörder
Wie man einen solchen Menschen noch als Familienmenschen bezeichnen kann -pervers. Jedesmal,wenn es geschieden war, "sehnte"
er sich nach Familie oder wie?Und wenn er sich in Widersprüche verwickelte- das war nur geplant,um evtl, Vorteile daraus zu erwirken-viell. war er`s ja doch nicht...Wozu die Befragung seiner Bekannten/Freunde? die Tat wurde durch DNA belegt!Es wäre einfach,wenn man jeden Mörder am Verhalten/Aussehen erkennen könnte!!!
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