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Zeugin soll nach Justizpanne bedroht worden sein
12.02.2009, 09:30 Uhr
Der Passauer Polizeichef Alois Mannichl (Quelle: dpa)
Eine Zeugin im Fall Mannichl soll nach einer Justizpanne bedroht worden sein. Ermittler bestätigten am Montag einen Bericht des Internet-Magazins "Stern.de", wonach der Name der Zeugin im Haftbefehl des inzwischen freigelassenen Neonazi-Ehepaars aus München genannt worden sei. Unterdessen hat der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die öffentlichen Diskussionen über die möglichen Hintergründe des Anschlags auf den Passauer Polizeichef kritisiert: "Mit dem ständigen Geschwätz wird die Arbeit der Ermittler nicht leichter."
Die angeblich bedrohte Zeugin hatte nach dem Messerüberfall auf Alois Mannichl am 13. Dezember ausgesagt, sie habe sowohl das Neonazi-Paar aus München als auch zwei Männer mit Kreuz- und Schlangen-Tattoos am Tattag im Dezember in Fürstenzell gesehen. Das unter dem Verdacht der Beihilfe zum Mordversuch verhaftete Paar war eine Woche später wieder freigelassen worden.
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Panne "hätte nicht sein müssen"
Dass der Name der Zeugin veröffentlicht wurde, "hätte nicht unbedingt sein müssen", bestätigte ein Passauer Ermittler. Drei Tage später soll ein großer, glatzköpfiger Mann die Zeugin vor ihrer Haustür an Kinn und Hals gepackt und bedroht haben, berichtete "stern.de". Dem Magazin zufolge sagte er ihr: "Schönen Gruß vom Chef: Zieh Deine Aussage zurück, sonst passiert was." In Ermittlerkreisen wurde bestätigt, dass die Frau "eine Bedrohung behauptet hat". Die Zeugin wurde nach einem Gespräch mit einem Psychologen von den Ermittlern als glaubhaft eingestuft.
Minister: Polizei leistet "gute Arbeit"
Nach zunehmenden Spekulationen über das Motiv des Messerangriffs auf Mannichl bescheinigte der bayerische Innenminister Herrmann den Ermittlern "gute Arbeit". Weiter kommentiere er die Ermittlungen aber nicht, und "es wäre besser, wenn andere auch ihren Mund halten würden", sagte Herrmann und warnte vor "Hilfssheriffs, die es besser wissen". Mannichls eigene Aussage, er sei von einem glatzköpfigen Mann mit Grüßen vom "nationalen Widerstand" niedergestochen worden, stehe weiterhin im Raum. Es habe schon Fälle gegeben, in denen von Anfang an Verdächtigen die Tat erst nach Jahren nachzuweisen gewesen sei, sagte der Minister.
Kritik auch an Mannichl
Herrmann bezog seine Kritik aber auch auf den Polizeichef selbst: "Ich glaube, auch Herr Mannichl ist gut beraten, die Ermittlungsarbeit seiner Kollegen nicht durch öffentliche Interview-Aussagen zu erschweren." Auch beim Bundesamt für Verfassungsschutz sei "mehr Zurückhaltung angebracht", sagte Herrmann. Der Verfassungsschutz hatte am Wochenende mitgeteilt, dass es im Fall Mannichl noch keine Hinweise auf einen rechtextremen Hintergrund der Tat gebe. Damit hatte er die Spekulationen angeheizt, dass die Messerattacke auf Mannichl möglicherweise private Hintergründe haben könnte.
Quelle: dapd
, dpa