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Polizei will Blutrache verhindern
06.02.2009, 14:57 Uhr
Er soll der Mörder von Kardelen sein (Foto: dpa)
Die Eltern der ermordeten achtjährigen Kardelen aus Paderborn haben sich zu Gesprächen mit der Familie des mutmaßlichen Täters getroffen. Der Schwiegervater des verdächtigen Ali Kur habe sich dringend bei der Familie für die Tat des 29-Jährigen entschuldigen wollen, teilte die Polizei Paderborn mit.
Demnach waren sich die Angehörigen bei dem ersten Treffen am Mittwoch einig, dass ausschließlich Ali Kur für die Tat verantwortlich gemacht und dafür zur Rechenschaft gezogen werden könne. Das Gespräch sei sehr emotional gewesen. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hatte es die Befürchtung gegeben, der Verdächtige könne einer sogenannten Blutrache zum Opfer fallen.
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"Leider können wir diese Möglichkeit nicht ausschließen", zitierte die Zeitung dazu einen Staatsanwalt. "Deshalb haben wir ein Gespräch zwischen den Familien des Opfers und des Täters vermittelt." Die Mutter des ermordeten Mädchens erlitt dem Blatt zufolge bei dem Treffen einen Zusammenbruch.
Bisher kein Fahndungserfolg
Der in die Türkei geflüchtete 29-Jährige soll sich nach Zeugenaussagen bis zum 30. Januar in der Region Izmir/Aydin aufgehalten haben, wie die Polizei weiter mitteilte. Verwandte des Verdächtigen leben demnach in der Provinz, laut türkischer Polizei unter anderem sein Vater. Die internationale Fahndung nach dem Mann gehe weiter. Zwischenzeitlich kursierende Gerüchte um eine Festnahme in der Türkei dementierte die Paderborner Polizei. Weder der Mordkommission noch dem Bundeskriminalamt liege eine solche Information seitens der türkischen Behörden vor. Die Ermittler suchen auch weiterhin nach einem Fahrzeug, mit dem der Verdächtige die Leiche des Mädchens von Paderborn zum 60 Kilometer entfernten Möhnesee gebracht haben könnte. Ali Kur besitzt weder einen Führerschein noch ein Auto.
Große Betroffenheit in Deutschland und in der Türkei
Der 29-Jährige soll die achtjährige Kardelen in seiner Wohnung sexuell missbraucht und erstickt und ihre Leiche in einem Waldstück am rund 50 Kilometer entfernten Möhnesee im Sauerland abgelegt haben. Der Tod des Mädchens hatte in Deutschland und der türkischen Heimat seiner Eltern große Betroffenheit ausgelöst.
Quelle: dapd
, dpa
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