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Polizei prüft Zusammenhang mit weiterem Kindermord
04.02.2009, 12:07 Uhr
Die ermordete Kardelen (links) und die verschwundene Jenisa (rechts) sahen sich sehr ähnlich (Quelle: dpa)
Die Polizei in Hannover prüft einen Zusammenhang zwischen der Ermordung der achtjährigen Kardelen aus Paderborn und einem seit September 2007 verschwundenen Mädchen. Dies meldet der Fernsehsender "RTL". Im Fall der verschwundenen Jenisa und dem der ermordeten Kardelen gebe es auffällige Parallelen, sagte die Oberstaatsanwältin Irene Silinger dem Sender.
Beide Mädchen waren bei ihrem Verschwinden acht Jahre alt und sahen sich sehr ähnlich. Auch im Fall Jenisa war aus einem fahrenden Auto geworfene Kleidung gefunden worden. Von Jenisa fehlt bisher jede Spur.
Leichnam von Kardelen in die Türkei überführt
Die Leiche von Kardelen ist am Samstag in die Türkei gebracht worden. Der Sarg der Achtjährigen wurde mit einer Maschine der türkischen Fluggesellschaft Turkish Airlines von Düsseldorf nach Istanbul geflogen, wie die Internetausgabe der Zeitung "Hürriyet" meldete. Von Istanbul aus sollte der Sarg in die Provinz Ordu am Schwarzen Meer weitertransportiert werden, wo Kardelen am Sonntag in dem Dorf Dogulu beigesetzt werden soll.
Spurensuche am Fundort abgeschlossen
Nach Angaben der Polizei sind bislang 340 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, denen auch das Landeskriminalamt mit Hochdruck nachgehe. Eine heiße Spur sei aber bisher noch nicht gefunden worden, sagte Polizeisprecher Uli Krawinkel. Inzwischen sei auch die Spurensuche am Fundort der Leiche am sauerländischen Möhnesee abgeschlossen.
Video Mädchenleiche am Möhnesee gefunden
HintergrundEntführte und ermordete Kinder
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Flugblätter auf deutsch und türkisch
Eine mehr als 50-köpfige Mordkommission sucht inzwischen fieberhaft nach dem Täter. Sowohl am Möhnesee als auch in Paderborn und auf den Strecken zwischen beiden Orten haben die Ermittler Plakate aufgehängt und Flugblätter in Deutsch und Türkisch verteilt. Darin bitten sie Anwohner und mögliche Zeugen weiter um Hinweise zur Aufklärung des Verbrechens. Außerdem werden vor Ort intensive Befragungen vorgenommen.
Aussage eines Anglers keine heiße Spur
Eine noch am Freitag als wichtige Spur bezeichnete Beobachtung eines Anglers, der am Dienstagmorgen gegen 10 Uhr ein kleines Mädchen in rosafarbener Jacke in Begleitung eines Mannes an der Staumauer am Möhnesee gesehen haben will, entpuppte sich laut Polizei als nicht stichhaltig. Dies legten mehrere weitere sichere Zeugenaussagen nahe. Demnach soll die am Möhnesee gefundene Kleidung des Mädchens bereits am frühen Dienstagmorgen im Bereich der Staumauer gesehen worden sein. Daher könne mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass die Beobachtungen des Anglers mit dem Fall in Verbindung stehen. Weitere Details zu bislang gewonnenen Erkenntnissen wollte die Polizei aus Rücksicht auf die Ermittlungen in dem Fall nicht nennen.
Achtjährige wurde missbraucht und erstickt
Das am Montag verschwundene Mädchen war am Donnerstag 60 Kilometer von seinem Elternhaus entfernt am Möhnesee tot gefunden worden. Die Obduktion hatte ergeben, dass die Achtjährige sexuell missbraucht und erstickt wurde. Der Leichnam des Kindes wurde nach der Obduktion in der Gerichtsmedizin in Münster am Freitagmittag für eine Trauerfeier in den Räumen der islamischen Gemeinde in Paderborn aufgebahrt. Dort nahmen auch die Eltern des Mädchens Abschied von ihrer Tochter. Kardelens Mutter musste von zwei Frauen gestützt werden, auch ihr Vater war von der Trauer gezeichnet.
Tausende gedenken des Mädchens
Die rund 8.000 Teilnehmer des Zuges durch die Innenstadt versammelten sich zunächst vor dem Rathaus zu einer kleinen Kundgebung, bei der der Paderborner Bürgermeister sprach, anschließend beteten ein Imam und zwei christliche Geistliche. Danach zog der Trauermarsch angeführt von Honoratioren der Stadt etwa eine Stunde durch Paderborn und kehrte dann wieder zum Rathaus zurück. Vor dem Rathaus, wo ein Bild des Mädchens aufgestellt war, zündeten zahlreiche Trauernde Kerzen an. Außerdem trugen sich Bürger in ein Kondolenzbuch ein.
Quelle: dapd
, dpa