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Verdächtiger ließ sich zum Flughafen fahren
05.02.2009, 12:14 Uhr
Er soll der Mörder von Kardelen sein (Foto: dpa)
Der mutmaßliche Mörder der achtjährigen Kardelen aus Paderborn ist offensichtlich in sein Heimatland Türkei geflüchtet. Der Verdacht der Ermittler wurde von Zeugen bestätigt. "Es hat sich ein Hinweisgeber gemeldet, der den Mann zum Flughafen Köln-Bonn gefahren hat, von wo er nach Izmir abgeflogen ist", bestätigte ein Sprecher der Polizei in Paderborn einen Bericht der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Dort läuft die Suche jetzt auf Hochtouren.
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Mutmaßlicher Mörder war Nachbar
Der 29-jährige Ali Kur wird dringend verdächtigt, das türkischstämmige Mädchen im Januar missbraucht und erstickt zu haben. Die Leiche des Mädchens war am 15. Januar in einem Waldstück am Möhnesee im Sauerland, 60 Kilometer von Paderborn entfernt, gefunden worden. Das Verbrechen hatte in Deutschland und auch in der Türkei Wut, Trauer und Entrüstung ausgelöst. Am Mittwoch hatte die Mordkommission mitgeteilt, dass die Spuren auf Ali Kur hindeuten, der in der Nachbarschaft von Kardelen und ihren Eltern gewohnt hatte.
Verdächtige Visitenkarte
Die entscheidende Spur zu dem mutmaßlichen Täter war laut Polizei eine Visitenkarte eines türkischen Juweliers, der Verwandte in Paderborn hat. Polizisten hätten sie am Fundort der Leiche am Möhnesee entdeckt, sagte der Leiter der Mordkommission, Jürgen Heinz. Am Montag hatten Fahnder die Wohnung des 29-Jährigen in Paderborn durchsucht und genetische Fingerabdrücke gefunden, die mit am Fundort der Leiche entdeckten Spuren übereinstimmen.
Ist er weitergereist?
Die deutschen Ermittler wollen nun gemeinsam mit den türkischen Behörden herausfinden, wohin der Mann nach seiner Ankunft in Izmir gereist ist. Möglicherweise in den Heimatort seiner Eltern, Aydin. Ali Kur wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Ermittler wissen nicht, ob er in der Türkei untergetaucht ist oder das Land schon wieder verlassen hat. Die türkische Polizei hat nach eigenen Angaben die Fahndung nach dem Verdächtigen im Mordfall Kardelen aufgenommen. "Er wird gesucht", sagte eine Polizeisprecherin in dem westtürkischen Ort bei Izmir. "Vielleicht ist er in Aydin." Der Ort liegt etwa 80 Kilometer von Izmir entfernt.
Freunde brachten ihn zum Flughafen
Nach Angaben der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" brachten Freunde des mutmaßlichen Täters ihn zwei Tage nach der Tat zum Köln-Bonner Flughafen. Die Bekannten aus Herne hätte nichts von der Tat gewusst. Einer der Zeugen berichtete dem Blatt, er habe am 13. Januar - einen Tag nach der Tat - einen Anruf von Ali Kur erhalten. Dabei habe der ihn gebeten, ihn vom Paderborner Bahnhof abzuholen. Er müsse sofort in die Türkei reisen, da sein dort lebender Vater schwer krank sei. Er soll das Flugzeug gemeinsam mit seiner Frau bestiegen haben.
Flug um zwei Uhr nachts
Zusammen mit seiner Frau wurde er zuletzt am Tag nach der Tat von Zeugen mit einem Rollkoffer in der Nachbarschaft gesehen. Am 14. Januar um zwei Uhr nachts soll Kur dann zusammen mit seiner Frau von Köln-Bonn aus nach Izmir geflogen sein.
Welche Rolle spielte die Frau?
Der Türke lebt seit 2001 in Deutschland. Seit 2002 ist er mit seiner 26 Jahre alten Frau verheiratet. Bis 2007 wohnte er in Herne-Wanne-Eickel, seitdem in Paderborn. Eine Tatbeteiligung der Ehefrau schließt die Polizei nicht völlig aus.
Quelle: dpa