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Ermittler rekonstruieren möglichen Weg des Täters
04.02.2009, 12:07 Uhr
Wurfversuche der Ermittler sollen klären, wie Kardelens Kleidung an den Straßenrand kam (Foto: ddp)Im Mordfall der achtjährigen Kardelen aus Paderborn tappt die Polizei weiter im Dunkeln. Bislang seien zwar über 400 Hinweise eingegangen, aber eine heiße Spur sei noch nicht darunter, sagte ein Polizeisprecher. Ermittler versuchen zur Zeit den möglichen Weg des Mörders zu rekonstruieren - auch um zu klären, wie die Kleidung des Mädchens an den Straßenrand gelangte.
Für die Polizisten war es an der Möhneseetalsperre richtig Arbeit. Mit aller Mühe versuchten sie, herauszufinden, wie der Mörder der kleinen Kardelen vor einer Woche die Kleidung des Kindes am Straßenrand abgelegt hatte. 16-mal warfen die Beamten eine Jacke und eine Jeanshose aus dem Auto - mal aus dem Stand, mal während der Fahrt.
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Fundort nicht plausibel
Doch dort, wo ein Teil der Kleidung am vergangenen Mittwoch gefunden wurde, landeten die Sachen bei keinem der Versuche. "Das geht einfach nicht, das ist schlichtweg unmöglich", sagte einer der Ermittler schon nach den ersten Versuchen.
War der Täter zu Fuß unterwegs?
Es gebe viele denkbare Varianten: Am wahrscheinlichsten scheint, dass der Täter zu Fuß an der Straße unterwegs war. Damit erschöpfen sich aber auch schon fast die bisher öffentlich bekanntgewordenen Erkenntnisse, die die Polizei in den vergangene Tagen zu dem Fall gewinnen konnte. Trotz hunderter Hinweisen aus der Bevölkerung gibt es in dem Mordfall noch keine heiße Spur.
Kleidung wurde verteilt
In der Nähe des Fundortes waren zunächst Kleidungsstücke des Mädchens gefunden worden. Der Täter hatte die Kleidung des Kindes auf der bis zu 40 Meter hohen Bruchstein-Talsperre und auf der vorbeiführenden Kreisstraße 8 verteilt.
Leichnam mit Zweigen bedeckt
Die Leiche der vergangene Woche in Paderborn verschwundenen Kardelen war am Donnerstag in einem Waldstück am Möhnesee gefunden worden. Der Täter hatte das Mädchen sexuell missbraucht, erstickt und ihre Leiche dann unter Tannenzweigen versteckt.
Legte der Täter eine Spur?
Die Ermittler stehen vor einem Rätsel: Warum hatte der Täter mit der Kleidung förmlich eine Spur zum Versteck des Kindes gelegt? Mittlerweile sucht die Polizei nicht nur Zeugen, denen etwas aufgefallen ist, sondern auch Spaziergänger, Hundehalter oder Jogger, die zwischen Montagnachmittag und Dienstagmorgen vergangener Woche zu Fuß auf dem Streckenabschnitt in der Nähe des Yachtclubs Möhnesee unterwegs waren. Auch wenn sich jemand melde, der nichts gesehen habe, könne das die Ermittlungen hinsichtlich des Tat-Zeitpunkts voranbringen.
Spurensuche abgeschlossen
Die Polizei hat die Wurfversuche mit der Kinderkleidung bis ins Detail dokumentiert: "Wir müssen das noch genau auswerten", sagte Polizeisprecher Uli Krawinkel. Die Spurensuche am Möhnesee sei zunächst abgeschlossen.
Parallelen zu anderer Tat
Anschließend sollen mögliche Indizien zu ähnlichen Fällen geprüft werden. So war im Fall der seit September 2007 vermissten Jenisa aus Hannover an einer Autobahnabfahrt bei Hannover Kleidung gefunden worden, die offenbar aus einem fahrenden Auto geworfen worden war. Jenisa war zum Zeitpunkt ihres Verschwindens wie die getötete Kardelen acht Jahre alt.
Quelle: dapd
, AFP
, dpa