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Eltern identifizieren Kleidung ihrer Tochter
15.01.2009, 09:03 Uhr
Wahrscheinlich gehört die Kleidung der vermissten Kardelen (Quelle: dpa)
Die Kinderkleidung, die am Möhnesee entdeckt worden ist, stammt von der vor zwei Tagen verschwundenen Kardelen. Die Eltern des Mädchens identifizierten die Kleider als die ihrer Tochter. Zwei Frauen hatten am Mittwoch einen Anorak, eine Jeans, Handschuhe und Teile von Unterwäsche gefunden. Diese hatte das Mädchen vor seinem Verschwinden getragen.
Die Kleidung war von zwei Walkerinnen an der Leitplanke der an dem See verlaufenden Kreisstraße entdeckt worden. Dies könne darauf hindeuten, dass die Sachen aus einem Auto geworfen worden seien, sagte ein Sprecher der Soester Polizei. Über etwa 500 Meter lag die Kleidung verteilt am Rand der stark befahrenen Uferstraße. Der Möhnesee liegt ungefähr 60 Kilometer von Paderborn entfernt.
Foto-SerieDer Fundort der Kinderkleidung
VideoKleidung von Kardelen gefunden
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Polizei hofft auf weitere Zeugen
Unklar ist noch, wie lange die Kleidung bereits dort lag. "Wir waren dort gestern Nachmittag spazieren. Da sind uns die Sachen schon aufgefallen, aber man denkt sich ja nichts dabei", sagte Dieter Thorwesten, der in einem Hotel in der Nähe ein Seminar besucht. Die Polizei hofft auf weitere Zeugen, um den Zeitpunkt einzugrenzen, an dem die Kleidung an den Straßenrand geworfen wurde.
Möglicherweise bald Taucher eingesetzt
In Paderborn ermittelt die 30-köpfige Sonderkommission "Soko Kardelen". Die Fundsituation lasse Spekulationen in verschiedene Richtungen zu, sagte Polizeisprecher Ulrich Krawinkel. Ein Hubschrauber konnte am Mittwoch wegen des dichten Nebels nicht eingesetzt werden. "An Taucher und Hunde ist auf jeden Fall gedacht", sagte ein Sprecher der Polizei über mögliche Ermittlungen rund um den Fundort.
Zuletzt von einer Nachbarin gesehen
Das Mädchen hatte die elterliche Wohnung am frühen Montagnachmittag verlassen, um mit einer Freundin zu spielen. Zuletzt war sie eine halbe Stunde später von einer Nachbarin gesehen worden.
An dieser Kreisstraße wurde die Kleidung gefunden (Quelle: dpa)
Mädchen gilt als zuverlässig
Die Eltern hatten zunächst mit Freunden und Nachbarn nach der verschwundenen Tochter gesucht. Um 18.20 Uhr meldeten sie Kardelen dann bei der Polizei als vermisst. Die Beamten leiteten noch am Abend intensive Suchmaßnahmen ein. Über Lautsprecherdurchsagen wurden die Anwohner informiert. "Das Mädchen gilt als sehr zuverlässig", so Michael Biermann von der Polizei in Paderborn zu t-online.de.
Wohnhäuser und Parkanlagen durchsucht
Polizisten durchkämmten am Dienstag Kleingärten, Parkanlagen und abermals das Wohnumfeld der Vermissten. Auch in den Wohnhäusern der Nachbarschaft wurde nach dem Mädchen gesucht. Bei schwer zugänglichen Bereichen kamen Polizeidiensthunde zum Einsatz.
Vater musste ins Krankenhaus
Polizisten und Freunde der Familie verteilten weit über tausend Handzettel und Suchplakate mit deutschen und türkischen Texten sowie mit dem Bild des vermissten Kindes. Die Familie K. wird von Opferschutzbeauftragten der Paderborner Polizei betreut. Nach einem Schwächeanfall musste der 34 Jahre alte Vater in ein Krankenhaus gebracht werden.
Die achtjährige Kardelen ist verschwunden (Foto: ddp)
Beschreibung des Mädchens
Die Polizei sucht dringend Zeugen, die das achtjährige Kind seit 14.30 Uhr am Montag gesehen haben. Das Mädchen ist 1,20 Meter groß, hat dunkle Augen und schulterlange schwarze Haare. Am Montag trug sie die Haare offen mit einem pinkfarbenen Haarband. Das Kind war mit einem pinkfarbenen knielangen Wintermantel mit fellbesetzter Kapuze bekleidet. Auf der Rückseite des Mantels ist ein Mädchen- oder Puppenkopf abgebildet, darunter ist der Schriftzug "Prinzess" (die Schreibweise ist nicht genau bekannt) aufgedruckt. Kardelen hatte außerdem einen pinkfarbenen Schal umgebunden. Ihre Winterstiefel sind schwarz mit pinkfarbenem Besatz.
Polizei bittet um Hinweise
Wer Hinweise jeder Art - auch unwichtig erscheinende - zum Verbleib des Mädchens geben kann, wird gebeten, sich bei allen Dienststellen der Polizei oder unter Telefonnummer 05251/3060 zu melden.
Quelle: t-online.de
, dpa
, dapd
, AFP