
18.07.2011, 17:14 Uhr | ulz
Drei Monate, nachdem der mutmaßliche Kindermörder seine Taten gestanden hat, soll er diese Woche noch angeklagt werden (Foto: dpa)
Er hat gestanden, drei Kinder getötet zu haben - jetzt soll ihm der Prozess gemacht werden: Nach "Spiegel"-Informationen will die Staatsanwaltschaft Stade noch in dieser Woche Anklage gegen den mutmaßlichen Serientäter Martin N. erheben.
Die Staatsanwaltschaft Stade wird in dieser Woche Anklage gegen den mutmaßlichen pädophilen Serientäter Martin N. erheben. Die Ermittler werfen dem 40-Jährigen unter anderem Morde an drei Kindern vor. Die Mordmerkmale sind laut Staatsanwaltschaft Heimtücke, niedrige Beweggründe und Verdeckung einer anderen Straftat.
Belastet wird N. vor allem durch sein Geständnis, das dem "Spiegel" vorliegt. N. hatte im April nach seiner Festnahme zugegeben, drei Jungen getötet zu haben. Unter ihnen war auch Dennis K., dessen Fall nach seinem Verschwinden 2001 die Republik bewegte. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der 40-Jährige N. bei seinem Geständnis "exklusives Täterwissen präsentiert".
Dennis K. war in der Nacht zum 5. September 2001 aus dem Schullandheim Wulsbüttel im Kreis Cuxhaven verschwunden. Pilzsammler hatten die Leiche des ermordeten Schülers zwei Wochen später etwa 40 Kilometer entfernt entdeckt. N. will Dennis K. bereits in dem Schullandheim umgebracht haben, von wo er ihn eigentlich zunächst entführen wollte. Der Junge habe aber angefangen zu schreien.
Ein weiteres Opfer, den 13-jährigen Internatsschüler Stefan J., habe er entführt, weil er ihn "süß" fand, sagte N. demnach. Doch als ihm klargeworden sei, dass der Junge vermutlich das Kennzeichen seines Autos gesehen hatte, habe er ihn umgebracht und "verbuddelt". Stefan J. war in der Nacht zum 31. März 1992 aus einem Internat in Scheeßel in Niedersachsen verschwunden. Zurück blieb in einem Aufenthaltsraum ein Schlafanzug, das Fenster stand offen. Wochen später wurde die gefesselte Leiche, vergraben in den Verdener Dünen, entdeckt.
Das dritte Opfer, Dennis R., tötete N. offenbar nicht sofort. Tagelang habe er mit ihm wie Vater und Sohn in einem Ferienhaus in Dänemark gelebt, erzählte er den Ermittlern. In der Nähe des Hauses war die Leiche des Achtjährigen gefunden worden. Der Junge war aus dem Ferienzeltlager am Selker Noor bei Schleswig entführt worden.
Martin N. räumte auch zahlreiche Missbrauchstaten ein. Gefiel ihm ein Kind, sei er einfach hinterhergegangen, um zu schauen, wo es wohnt. Zu dem mutmaßlichen Täter führten die Ermittler die Ferienhausbuchung in Dänemark und ein Foto, das die Hamburger Polizei zwar schon 2007 auf einem Computer von N. fand, zunächst aber nicht näher ausgewertet hatte. Nach der Feststellung der Soko "Dennis" wurde das Bild 1999 von N. aufgenommen und zeigt den damals achtjährigen Marco B., wie er nackt vor einer Treppe im Schullandheim Wulsbüttel posieren musste. Der Junge hatte später ausgesagt, von einem maskierten Mann bedroht worden zu sein.
Wie nach seiner Festnahme bekannt wurde, ist N. nach Polizeiangaben Pädagoge und war in der Erwachsenenerziehung tätig. Er sei aber auch als Jugendbetreuer aktiv gewesen. Der ehemalige Lehramtsstudent sei ledig, lebe seit seinem 21. Lebensjahr allein. Seit zehn Jahren wohne der gebürtige Bremer in Hamburg. Zeugen hätten ihn als sozial unauffällig, hilfsbereit, akkurat und intelligent beschrieben.
N. war Mitte April festgenommen worden - zehn Jahre nach dem Mord an Dennis K. Damals teilte die Polizei mit, N. stehe im Verdacht, zwischen 1992 und 2004 auch vier andere Jungen getötet und mehr als 40 sexuell missbraucht zu haben.
Quelle: Spiegel Online
Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de