05.09.2011, 15:01 Uhr
Bei den Ermittlungen gegen den Mann mit der Maske soll es mehrere Pannen gegeben haben (Quelle: dpa)
Der mutmaßliche Mörder des neunjährigen Dennis und zweier weiterer Jungen muss sich vom 10. Oktober an vor dem Landgericht in Stade verantworten. Das teilte das niedersächsische Gericht mit. Im Fall eines Schuldspruchs droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem 40-jährigen früheren Jugendbetreuer Martin N. vor, die drei Opfer zwischen 1992 und 2001 aus Schullandheimen oder Zeltlagern entführt, missbraucht und dann aus niederen Beweggründen heimtückisch ermordet zu haben.
N. hatte die drei Morde nach seiner Verhaftung im April dieses Jahres gestanden. Er gab außerdem zu, über Jahre hinweg in rund 40 Fällen in Schullandheime, Zeltlager, Internate und Häuser in Norddeutschland eingedrungen zu sein, um dort Jungen sexuell zu missbrauchen. Deshalb muss sich er sich in dem Verfahren auch wegen diverser Fälle von Missbrauch verantworten.
Die mehr als 20 Jahre lang nicht aufgeklärte Verbrechensserie, die Martin N. gestand, gehört zu den aufsehenerregendsten der vergangenen Jahre. Der Mann wird von den Ermittlern auch als möglicher Mörder von zwei weiteren Jungen betrachtet, die 1998 und 2004 in den Niederlanden und Frankreich unter ähnlichen Umständen wie seine drei deutschen Opfer getötet worden waren. Bislang haben die Ermittler aber keine Erkenntnisse, mit denen sie ihm diese beiden Taten nachweisen können.
Quelle: AFP
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