05.05.2011, 13:27 Uhr
Trotz der Spannungen zu Pakistan schließt US-Präsident Barack Obama weitere Einsätze gegen Terrorverdächtige in dem Land nicht aus. Obama behalte sich das Recht dazu vor, sagte sein Sprecher. Die Entdeckung von Al-Kaida-Chef Osama bin Laden im pakistanischen Abbottabad sorgt für Spannungen zwischen Washington und Islamabad. Die republikanische Abgeordnete Kay Granger forderte angesichts der ungeklärten Rolle Pakistans im Fall Bin Laden, ein 200 Millionen Dollar schweres Hilfsprogramm für Flutopfer auf Eis zu legen.
Granger schrieb in einem Brief an US-Außenministerin Hillary Clinton, dass der "berühmt-berüchtigste Terrorist der Welt" fünf Jahre lang nur wenige hundert Meter von einer Militäreinrichtung gelebt haben soll, habe seine Sorge vergrößert. Islamabad sei womöglich "unfähig", die US-Gelder transparent zu verwalten.
Pakistan hatte einst das Taliban-Regime in Afghanistan unterstützt, war aber nach den Anschlägen vom 11. September an die Seite der USA in den Kampf gegen Al-Kaida und den Terrorismus eingetreten. Seither überwiesen die USA 18 Milliarden Dollar an Hilfsleistungen nach Pakistan. Das meiste davon ging an das Militär. 2009 verabschiedete der US-Kongress aber auch ein Hilfsprogramm für den Bau von Schulen und Straßen.
Im Kampf gegen den Terror wird der Regierung in Islamabad jedoch immer wieder Halbherzigkeit vorgeworfen. Für Spannungen zwischen beiden Ländern sorgen regelmäßig US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Verstecke von Aufständischen. Im vergangenen Jahr sollen bei mehr als 100 Drohnenangriffen über 670 Menschen gestorben sein.
Obama-Sprecher Carney sagte, der Präsident habe schon früher deutlich gemacht, dass er Einsätze in Pakistan anordnen würde, wenn dort Terrorverdächtige aufgespürt würden. Er sei weiterhin der Ansicht, dass dies der "richtige Ansatz" sei. Obama hatte 2008 erklärt, er werde gegen Bin Laden oder andere ranghohe Vertreter des Terrornetzwerks auch in Pakistan vorgehen, wenn die dortige Regierung "unfähig oder nicht willens" sei, zu handeln.
Pakistan war nach eigenen Angaben nicht an der Tötung Bin Ladens beteiligt. Man habe aber auch nicht gewusst, dass sich der weltweit gesuchte Terrorist im Land aufhielt, sagte Präsident Asif Ali Zardari. Unter Sicherheitsexperten gibt es jedoch starke Zweifel, dass Bin Laden ohne Wissen von Geheimdiensten und anderen Behörden jahrelang unbehelligt in Pakistan leben konnte. Alte Seilschaften könnten Bin Laden geschützt haben.
Das Weiße Haus bestätigte, der Al-Kaida-Anführer habe entgegen erster Angaben keine Waffe bei sich gehabt. zum Video
Ein hochrangiger Angehöriger des amerikanischen Auslandsnachrichtendienstes CIA sagte, "entscheidende Teile" des pakistanischen Geheimdienstes ISI hätten die Hand über Bin Laden gehalten. Dieser sei seit dem Krieg gegen die sowjetischen Besatzer Afghanistans in den 1980er Jahren ein "Kind des ISI gewesen". Es gebe zudem ernst zu nehmende Hinweise, dass Bin Laden nicht nur durch den ISI, sondern auch durch Teile des pakistanischen Militärs geschützt worden sei, so der CIA-Mann. In Abbottabad gibt es neben Kasernen auch eine der wichtigsten Militärakademien Pakistans.
Der pakistanische Botschafter in Washington, Husain Haqqani, sicherte der US-Regierung eine "vollständige Untersuchung" über das Versagen des ISI zu. "Offensichtlich hatte Bin Laden ein Unterstützungssystem", sagte Haqqani dem Sender CNN. Die Frage sei: "War es Unterstützung innerhalb der Regierung und dem Staat Pakistan, oder innerhalb der pakistanischen Gesellschaft". Man müsse davon ausgehen, "dass es Menschen gibt, die Bin Laden wahrscheinlich geschützt haben".
Möglicherweise um Zweifel an der Zuverlässigkeit auszuräumen, kündigte Pakistan am Donnerstag an, nun den ebenfalls im Land vermuteten Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar sowie Al-Kaida-Vize Aiman al-Sawahiri fassen zu wollen. Wie die pakistanische Zeitung "The News" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, soll in nächster Zeit eine "massive Suchaktion" beginnen. Im Fokus stünden dabei die westpakistanische Stadt Quetta sowie die Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan.
"Ziel ist es, Mullah Omar oder den ägyptischen Arzt (und Nummer zwei des Terrornetzes Al-Kaida) Aiman al-Sawahiri so schnell wie möglich zu ergreifen, sollten diese sich in Pakistan versteckt halten", schreibt die Zeitung weiter. Der Führungsrat der afghanischen Taliban unter Mullah Omar wird seit langem in den pakistanischen Städten Quetta oder Karachi vermutet.
Quelle: dpa , AFP , dapd
Kritiker schrieb:
am 5. Mai 2011 um 13:09:01
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Aus Verbündeten wurden Feinde
Für Spannungen zwischen beiden Ländern sorgen regelmäßig US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Verstecke
von Aufständischen. Im vergangenen Jahr sollen bei mehr als 100 Drohnenangriffen über 670 Menschen gestorben sein.
670 Tote, die Obama allein in Pakistan anzurechnen sind. Richtig gelesen: Obama und nicht Osama! Was ist in dieser verlogenen Welt noch gerecht. Die Wahrheit wird "weggesperrt" und verfolgt!
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heinz06 schrieb:
am 5. Mai 2011 um 12:57:39
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Pakistan-Taliban
Wer sich mit dem Thema Islam, Taliban, Pakistan usw beschäftigt hat ist nicht im Geringsten verwundert dass Teile des
offiziellen Pakistan und natürlich viel stärker Teile des "Geheimen.." Pakistan den Taliban Netzwerk angehören, und damit indirekt auch dem Freund Mullah-Omar von BinLaden. Nur wer für die historischen Fehler der Christlich-demokratischen Länder gegenüber den islamischen Völkern gefühllos und blind ist wird sich über die vermuteten Zusammenhänge wundern !
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