Eine 89-Jährige Frau ist im niedersächsischen Nordhorn von einem Notarzt fälschlicherweise für tot erklärt worden. Der Irrtum fiel erst eine Stunde später einem Bestatter auf, der die Frau abholen wollte und sie lebend vorfand. Die Frau starb dann vier Tage später in einer Klinik. In Deutschland hat es bereits ähnliche Fälle gegeben.
Zuletzt wurde ein Fall von Scheintod aus Bonn bekannt. Dort erklärte ein Notarzt eine 63-Jährige für tot. Auch sie starb mehrere Stunden später auf der Intensivstation einer Klinik.
Fehldiagnosen bei Unterkühlung
Dass ein Lebender für tot erklärt wird, ist nach Angaben von Experten die absolute Ausnahme. Kritisch kann eine Diagnose etwa bei stark unterkühlten Patienten sein, denn der starre Körper deutet fälschlicherweise auf eine Leichenstarre hin. Außerdem sind bei unterkühlten Menschen die Körperfunktionen auf ein Minimum reduziert.
Für tot erklärt und dann putzmunter
Der in Deutschland bisher spektakulärste Fall ereignete sich im Februar 1997 in Hamburg. Dort erklärten zwei Rettungssanitäter eine 52-jährige Frau für tot, die sie nach einer Überdosis Tabletten leblos gefunden hatten. Die Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens bemerkten, dass die Frau noch lebte. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht, wo sie kurz darauf wieder putzmunter war. Die beiden Sanitäter leiteten ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst ein.