30.09.2006, 19:52 Uhr | Von Jürgen Ruf, dpa
Die heftige Explosion hat das etwa 200 Jahre alte Schwarzwald-Haus in St. Georgen fast dem Erdboden gleich gemacht. Nach dem Knall am Samstagabend ist es nur noch ein Trümmerhaufen. Für eine Gruppe von Müttern und Kindern des katholischen Bildungswerks Reutlingen wurde der Urlaub in dem Freizeitheim zur Katastrophe. 22 Kinder und Erwachsene sind verletzt - drei von ihnen schwer. Stundenlang schwebten eine 44-jährige Frau und ein siebenjähriges Kind in Lebensgefahr. Seit Sonntag sind sie aber auf dem Weg der Besserung.
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Menschen schrien verzweifelt um Hilfe
Vermutlich löste Gas aus einer defekten Leitung das Unglück aus und beendete so auf dramatische Weise die Familienfreizeit. "Die Explosion hatte eine gewaltige Wucht. Es ist fast ein Wunder, dass die Folgen nicht gravierender sind", sagt Manfred Bau, Kreisbrandmeister im Schwarzwald-Baar-Kreis. Die Druckwelle erschütterte die Umgebung des beschaulichen Örtchens. Bewohner umliegender Bauernhöfe und Gäste eines zwei Kilometer entfernten Ausflugslokals hörten aus dem Wald die verzweifelten Hilfeschreie.
Komplettes Stockwerk weggesprengt
Das Holzhaus hatte sich komplett mit Gas gefüllt. Am Samstagabend entzündete es sich und explodierte. Die Druckwelle hob das Gebäude an und riss die Mauern ein. Nur das Dach des von der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde als Freizeitheim genutzten Hauses steht noch. "Ein komplettes Stockwerk wurde weggesprengt", sagt Udo Littwin, Leiter des örtlichen Polizeireviers.
"Es war eine dramatische Situation"
Die meisten Teilnehmer der Familienfreizeit hielten sich zum Unglückszeitpunkt in dem Heim auf. "20 waren zum Zeitpunkt der Explosion in dem Gebäude, zwei davor. Alle wurden verletzt und mussten in die umliegenden Krankenhäusern gebracht werden", berichtet Littwin. "Es war eine dramatische Situation", sagt der leitende Notarzt Rainer Gojowczyk. Unter den Verletzten sind elf Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren und zwei 17 Jahre alte Jugendliche. Sie wurden durch herabstürzende Trümmerteile und die Druckwelle verletzt oder erlitten Verbrennungen. Einige atmeten zudem giftige Gase ein.
Großalarm ausgelöst
"Wir hatten das große Glück, dass alle Verletzten aus dem Gebäude gekommen sind. Niemand wurde verschüttet", sagt Feuerwehrchef Bau. Die Behörden lösten Großalarm aus. Knapp 300 Helfer waren im Einsatz, darunter zehn Notärzte. Drei Rettungshubschrauber aus Villingen-Schwenningen, Basel und Zürich nahmen Kurs auf die Unglücksstelle, die sich abgelegen in einem Wald befindet. Auch das Technische Hilfswerk war im Einsatz. Besonders belastend ist die Situation durch die vielen verletzten Kinder. Notarzt Gojowczyk: "Das ist für die Helfer immer ein besonderer Druck."
Quelle: t-online.de
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