14.02.2011, 14:17 Uhr | Von Verena Schmitt-Roschmann, dapd
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) unterhält sich mit Petra Voerste (rechts), die ihre gelähmten Mutter Ina Lange zu Hause pflegt. (Foto: dpa)
Bei der Vorbereitung der Pflegereform haben Fachleute mehr finanzielle Hilfe für Menschen gefordert, die sich zu Hause um alte, gebrechliche oder verwirrte Angehörige kümmern. Nötig sei eine Unterstützung ähnlich wie bei den Erziehungszeiten für Kinder, sagte der Gesundheitsexperte und Verbraucherschützer Stefan Etgeton am Montag beim zweiten Pflegegipfel von Gesundheitsminister Philipp Rösler in Berlin.
Der FDP-Politiker hatte 25 Fachleute von Verbänden und Forschungsinstitutionen in sein Ministerium geladen, um über die Situation pflegender Angehöriger zu beraten. Von den rund 2,3 Millionen Pflegebedürftigen, die Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen, werden nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 1,5 Millionen von Angehörigen zuhause gepflegt. Insgesamt werden aber nach Schätzungen des Sozialverbands VdK bis zu vier Millionen hilfsbedürftige Menschen von Verwandten versorgt - es bekommen also nicht alle Geld aus der Pflegeversicherung.
Rösler hatte sich am Wochenende dafür ausgesprochen, die Angehörigen zu entlasten. Er brachte gemeinsame Auszeiten nach dem Vorbild der Mutter-Kind-Kuren ins Gespräch. Auch sollten die Pflegezeiten von Angehörigen bei der Rente stärker berücksichtigt werden als bisher.
Auch Gesundheitsexperte Etgeton, Vertreter des Verbraucherzentrale-Bundesverbands, sagte: "Es kann nicht sein, dass ich, wenn ich meine ältere Generation pflege, selber dann im Alter Einbußen in Kauf nehme. Da muss es eine Lösung im Rahmen der Sozialversicherung geben." Einbußen bei der Rente für Menschen, die zeitweise für die Pflege aus dem Job aussteigen, müssten ausgeglichen werden. Pflegende müssten so behandelt werden "wie Menschen, die ein Kind großziehen, denn das sind familiäre Verpflichtungen, Generationenverpflichtungen, und was für die junge Generation gilt, sollte auch für die ältere Generation gelten", argumentierte Etgeton.
Auch der Sozialverband VdK fordert, analog zur Elternzeit eine Pflegezeit mit Lohnersatzleistungen einzuführen. Staat und Gesellschaft müssten darüber nachdenken, ob die Pflege alter Menschen nicht genauso viel wert sei wie die Kindererziehung.
Verbandspräsidentin Ulrike Mascher forderte im Südwestrundfunk zudem, unbeliebte Themen wie die Reform der Pflegeversicherung und höhere Beitragssätze nicht auf die Zeit nach den Landtagswahlen zu verschieben. "Wenn wir bei Wahlen darüber entscheiden wollen, wie die Zukunft aussieht, dann müssen wir auch über unangenehme Fragen diskutieren", sagte sie.
Rösler hatte seine "Pflegedialoge" Ende vergangenen Jahres mit einem Expertengespräch über Fachkräftemangel eröffnet. Weitere Gespräche sollen im März, April und Mai folgen. Danach will Rösler Eckpunkte für eine Reform vorstellen, bei der auch die Finanzierung der Pflegeversicherung umgestellt werden soll.
Etgeton sagte, es sei grundsätzlich sinnvoll, zuerst über die weitere Gestaltung der Pflege zu sprechen und dann über die Finanzierung. Allerdings sah auch er einen Zusammenhang mit den laufenden Wahlkämpfen: "Es gibt auch einen Grund, der darin liegt, dass die Koalition in sich nicht einig ist über die Finanzierung."
Die CSU hatte zuletzt die Festlegung im Koalitionsvertrag infrage gestellt, über Zusatzbeiträge eine individuelle kapitalgedeckte Zusatzpflegeversicherung anzusparen. Etgeton begrüßte dies und sagte, er rate, "wirklich tabulos über die Finanzierungsfrage zu sprechen und von der individualisierten Kapitaldeckung abzugehen".
Quelle: dapd
Daniel schrieb:
am 12. Juni 2011 um 14:47:32
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Pflegender Angehöriger
Ich (26) bin seit vielen Jahren ein Pflegender Angehöriger mit einer MS erkrankten Mutter mit der Pflegestufe2.
Niemand, aber auch Niemand kümmert sich FINANZIELL um Pflegende Angehörige.
Man wird von der Pflegekasse mit 430€ abgespeist.
Vom Assiamt bekommt man zu hören, wenn Sie Ihre Mutter pflegen, stehen Sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung und somit bekommt man auch keine Leistung.
Wo gibt es Hilfe?
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Pit schrieb:
am 23. Februar 2011 um 17:35:22
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Pflege
Ich habe meinen Vater (Lungenkrebs) und meine Mutter (Bauchspeicheldrüsenkrebs ) gepflegt,zwar nur Abends und Nachts , da ich
arbeiten mußte . Erhalten habe ich "Nichts" ,außer guten Ratschlägen . Das ganze System sollte transparenter werden damit nicht nur die Üblichen , Unterstützung erhalten. Ein gewisses Engagement innerhalb der
Familie ist jedoch zuzumuten.
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Mutti mit Kind seit 8 Jahren Pflegestufe 3 schrieb:
am 16. Februar 2011 um 09:01:01
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Finanzierung
Wenn die häusl.Pflege besser bezahlt würde und man nicht um jeden Cent betteln müßte und vor dem MDK Stehen würde wie wenn
man sich Leistungen erschleicht, würden aauch mehr Leute Ihre Angehärigen daheim pflegen. Wieso um die Finanzierg streiten was man da schon einspart an Kosten im Vergleich zu dem was an ein Pflegeheim gezahlt wird.Ein wichtiger Punkt wäre auch die Pflege von Kindern mehr zu beleuchten bei einem alten Menschen habe ich zum Pflegegeld zusätzlich noch die Rente beim Kind nicht
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