29.07.2011, 17:14 Uhr
"Stuttgart 21"-Gegner demonstrierten auch heute gegen den geplanten Tiefbahnhof (Foto: dpa)
Der Politikwissenschaftler Professor Nils Diederich rät den Grünen, ihren Widerstand gegen den positiven Stresstest von "Stuttgart 21" aufzugeben. "Wenn die Grünen das Ergebnis jetzt nicht akzeptieren, verlieren sie ihre Glaubwürdigkeit", sagt der Experte vom Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin in einem Interview mit t-online.de. Währenddessen hat sich die Bahn bereit erklärt, den zentralen Bestandteil des Stresstests zu wiederholen. "Diesen weiteren Simulationslauf kann man relativ kurzfristig machen", sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer. Dies sei jedoch kein zweiter Stresstest, wie ihn die Gegner des Bahnprojekts fordern.
Die "S21"-Gegner hätte sich nun einmal auf den Test eingelassen, sagt Diederich, und könnten jetzt das Ergebnis nicht anzweifeln, nur weil es ihnen nicht passt - das würden ihnen die Menschen übel nehmen: "Die Bürger sind doch nicht blöd."
Auch der "Stuttgart-21"-Schlichter Heiner Geißler ist gegen einen neuen Stresstest. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hatte am Donnerstag eine neue Simulation ins Spiel gebracht. Der frühere CDU-Generalsekretär Geißler sagte unmittelbar vor der Präsentation und Erörterung der Ergebnisse des Belastungstests für den geplanten Tiefbahnhof im Stuttgarter Rathaus: "In dem Verfahren kann man keinen neuen Stresstest verlangen."
Auch der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer ergriff die Seite der "S21"-Gegner und stellte die Unabhängigkeit der Stresstest-Gutachterfirma sma infrage. Das Schweizer Unternehmen bewerbe sich derzeit für ein neues Fahrplanungsprogramm der Deutschen Bahn, sagte Palmer. Auch Verkehrsminister Winfried Hermann, ein strikter "Stuttgart-21"-Gegner, verlangte eine Überprüfung des Stresstests, an der die Gegner beteiligt werden. Das Ministerium unterstütze die Empfehlung des Ingenieurbüros sma, "die Unstimmigkeiten aufzuarbeiten und auszuräumen und das Ergebnis in einem weiteren Simulationslauf abzusichern", heißt es in einem Papier des grünen Ressorts.
Politikexperte Diederich hält das nicht für geschickt: "Auch wenn die Kritik sachlich richtig ist, die Argumentation ist nicht durchzuhalten. Wenn die Grünen jetzt den Stresstest anzweifeln, muss jeder normale Bürger sagen 'denen passt das Ergebnis nicht, jetzt suchen sie krampfhaft nach Ausreden‘". Es gehe jetzt darum, wie es den Grünen gelinge, ihre Anhänger dazu zu bringen, die vereinbarte Entscheidung zu akzeptierten. Die Stimmung in Baden-Württemberg habe sich inzwischen gedreht: “Wer am Ende immer noch 'nein, nein, nein‘ sagt, steht da als jemand, der demokratische Spielregeln nicht akzeptiert."
Die Bahn lehnt die Forderung nach einem neuen Gutachten weiter ab. Die Bahn habe nach allen Regeln der Kunst den Nachweis geführt, dass der an Stelle des jetzigen oberirdischen Kopfbahnhofs geplante Tiefbahnhof zur morgendlichen Hauptverkehrszeit 49 Züge pro Stunde abfertigen könne, sagte Kefer. "Wir haben genug Transparenz geleistet."
Die Gegner fordern eine zweite Prüfung mit Vergleichskriterien zum alten Kopfbahnhof.
Auch Projektsprecher Wolfgang Dietrich sagte mit Bezug auf die Forderung nach einem neuen Test: "Warum sollten wir das jetzt machen? Eine neue Simulation können wir in einem Jahr mal wieder machen." Das gutachtende Schweizer Verkehrsberatungsbüro sma habe "klipp und klar" festgestellt, dass die Unstimmigkeiten im Stresstest auf das Gesamtergebnis keinen Einfluss habe.
Die Deutsche Bahn wies auch Vorwürfe zurück, sich im Zusammenhang mit dem Leistungstest nicht an Absprachen gehalten zu haben. Kefer sagte bei der Präsentation im Stuttgarter Rathaus, das Vorgehen sei einvernehmlich in der Schlichtung vereinbart worden. So sollte ein neutraler Gutachter hinzugezogen werden, um die Prämissen und die tatsächliche Leistungsfähigkeit des geplanten Tiefbahnhofs zu prüfen. Dies sei geschehen.
Aus Sicht des Aktionsbündnisses gegen "Stuttgart 21" ist der bestehende Stuttgarter Kopfbahnhof leistungsfähiger und kundenfreundlicher als der geplante Tiefbahnhof. "Es gibt die bessere Alternative", sagte Bündnissprecher Hannes Rockenbauch bei der Präsentation. Die bestehende Bahnhof sei der zweitpünktlichste Deutschlands und er habe noch ungenutzte Kapazitäten.
Der Kopfbahnhof, den die Gegner für weit weniger als die 4,2 Milliarden Euro modernisieren wollen, habe bereits Premium-Qualität; der von der Bahn geplante Tiefbahnhof erreiche aber nur die Bewertung wirtschaftlich optimal. Bahnchef Rüdiger Grube gehe es allein ums Geld, nicht um die Kundenfreundlichkeit des Bahnhofs. Als weitere Kritikpunkte nannte Rockenbauch eine mögliche Gefährdung der Mineralwasservorkommens im Stuttgarter Talkessel, Kostenrisiken und Planungsprobleme beim neuen fast 30 Meter tiefen Filderbahnhof.
Quelle: t-online.de , dpa
schummi2 schrieb:
am 29. Juli 2011 um 19:16:18
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Stresstest
Der normale Bürger weiß schon vor der Wahl in BW das diese Chaoten-Gruppe von den Grünen sich von ihrer Meinung und ihrem Tun
nicht abbringen lassen.Deshalb wird es weiterhin inStgt. Randale u.Chaos geben.Deshalb sollten alle Befürworter zu einer Großdemo gehen.Damit diese Grünen endlich sehen das sie eine Minderheit sind und bleiben die gegen diesen neuen Bahnhof sind.Aber selbst dann werden sie weiterhin zur Randale in Stgt aufrufen.Deshalb müssen die Grünen abgewählt werden.Grün muß weg!!!!
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alexius schrieb:
am 29. Juli 2011 um 18:40:49
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Stuttgart 21
Die Grünen sind auf dem besten Weg, der FDP zu folgen - sich selbst binnen kürzester Zeit nach einem mit unrealistischen
Versprechungen erzielten Wahlerfolg zu desavouieren. Weiter so!
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Bahnreisender schrieb:
am 29. Juli 2011 um 18:38:37
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Permanentprotestierer
Die "Grünen" -- allen voran der Verkehrsminister Hermann -- halten sich nicht
an demokratische Spielregeln.
Solches Verhalten ist erfolgversprechend, weil
die Staatsmacht allzu oft sogar "gewaltbereite Demonstrierer" hat gewähren lassen". Damit hat sich bei den Anarchisten der Eindruck gefestigt, dass man
die Obrigkeit vorführen kann - wenn man es nur geschickt genug macht.
Widerstand wäre allenfalls gegen ein ebenerdiges Projekt verständlich - nicht gegen ein unterirdis
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