21.06.2011, 09:25 Uhr
Wie gelangt das Bakterium eigentlich ins Lebensmittel? Hier wird der Weg des Keims vom Anfang bis zum Ende verfolgt.
Ein Hygiene-Experte hat den Fragebogen, mit dem die EHEC-Erkrankten befragt worden sind, als dilettantisch kritisiert. "Man hat nicht nach den typischen, bekannten Lebensmitteln gefragt, also auch nicht nach Sprossen", sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes der Deutschen Hygieniker, Klaus-Dieter Zastrow.
Das sei ein schwerer methodischer Fehler, der nicht mal Anfängern unterlaufe, sagte Zastrow der "Berliner Zeitung". Wären die Erkrankten nach den Sprossen befragt worden, dem Erreger der bislang größten Ausbrüche, dann wäre die Epidemie viel früher beendet worden.
Zastrow, der auch Leiter des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an den Berliner Vivantes-Kliniken ist, kritisierte zum zweiten, dass vor dem Verzehr von Gurke, Tomate und Blattsalat gewarnt worden sei, obwohl in diesen Gemüsesorten EHEC noch nie gefunden wurde. "EHEC ist bisher nur außen auf der Schale nachgewiesen worden, und die kann man abwaschen", sagt Zastrow. Der Warnhinweis "gut waschen" hätte völlig ausgereicht. "Bei richtiger wissenschaftlicher Beratung hätte man erfahren, dass es im Innern von Gurken, Tomaten und Blattsalaten kein EHEC geben kann."
Der nächste "katastrophale Unsinn" bahne sich nun an mit der Behauptung, "dass der Erreger von Menschen auf Lebensmittel übertragen" werde. Wer so etwas behaupte, verstehe "von der Thematik so viel wie eine Kuh vom Radfahren", kritisierte Zastrow in dem Blatt. Ein derartiger Fall könne allenfalls dann eintreten, wenn an der Hand befindliche Exkremente auf Lebensmittel gebracht würden.
Auch Krankheiten wie Schweinegrippe und Tuberkulose könnten auf Lebensmittel übertragen werden, "indem man auf sie spuckt, hustet oder niest", sagte Zastrow. "Wenn diese Lebensmittel dann verspeist werden, werden wir bald lesen, dass EHEC über Marmelade, Popcorn oder Sachertorte verbreitet wird". Diesen "Irrlehren" müsse "frühzeitig und unmissverständlich widersprochen werden".
Die Bezeichnung "infizierter Gegenstand" sei falsch, "denn Gegenstände haben keine Infektion". Der größte Ausbruch hätte "nicht so groß werden müssen", wenn richtig vorgegangen worden wäre. Für den Mediziner steht fest: "Die gesamte EHEC-Krise beruht ausschließlich auf Schlamperei bei der Hygiene."
In Niedersachsen fielen unterdessen alle EHEC-Untersuchungen negativ aus. Auch auf dem wegen EHEC gesperrten Sprossenhof in der Lüneburger Heide fanden sich im Trink- und Abwasser keine Keime, berichtete das Landwirtschaftsministeriums in Hannover.
Gleichzeitig klingt die Welle an EHEC-Erkrankungen in den stark betroffenen Bundesländern Niedersachsen und Hamburg langsam ab. Wie die Behörden mitteilten, stieg die Zahl der registrierten EHEC-Infektionen nur noch leicht an. Das Robert Koch-Institut hat insgesamt 3494 EHEC- oder HUS-Fälle registriert, 40 Patienten davon sind gestorben.
Quelle: dpa , dapd
Gerry schrieb:
am 21. Juni 2011 um 17:48:25
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Expertenschelte
Der Mann hat völlig recht, die Panikmache konnte nur entstehen, weil die Information äußerst laienhaft war. Innerhalb von
Gemüsen gibt es keine Erreger, waschen wäre der Tip gewesen. Habe mich auch sehr gewundert, dass eine Übertragung vom Menschen auf Gemüse als die Lösungsursache propagiert wurde. Händewaschen nach dem Klo im Betrieb ist oberste Priorität, und das war bestimmt eine Schwachstelle in dem Betrieb.
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Freidenker schrieb:
am 21. Juni 2011 um 17:25:10
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EHEC
Ich bin kein Experte, aber das Katastophenmenagement vom BM Gesundheit mit EHEK Epidemie ist geradezu laienhaft. Eine weitere Schwachleistung .
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Didi schrieb:
am 21. Juni 2011 um 16:43:53
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EHEC
Jeder Möchte-Gern-Experte will seinen Namen (wer weiß, auch gegen Bares) in den Medien lesen/hören und die Medien posaunen das noch
aus - ungefragt und kaum überprüfbar. Dazu wird noch alles dramatisiert und übertrieben.
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