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Ex-Häftling spricht über Foltermethoden

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Ex-Häftling spricht über Foltermethoden

22.12.2009, 19:32 Uhr

Guantánamo sei wie die Hölle auf Erden, sagt Ex-Häftling Saleban Bare (Foto: AFP) Guantánamo sei wie die Hölle auf Erden, sagt Ex-Häftling Saleban Bare (Foto: AFP)Kurz nach seiner Freilassung aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantánamo hat der Somalier Mohammed Saleban Bare das Lager als "Hölle auf Erden" mit Folter und Demütigungen beschrieben. In Guantánamo werde "eine Art psychologischer Folter, die dich geistig umbringt", angewendet, sagte der 44-Jährige nach seiner Ankunft in der somalischen Stadt Hargeisa. Dazu zähle Schlafentzug über mehrere Nächte in Folge. Außerdem würden die Häftlinge ausgehungert und erhielten nur einen Keks pro Tag. Bei Kälte müssten Gefangene ohne Decke schlafen. Manche Häftlinge würden noch schlimmer gefoltert, durch Elektroschocks oder Schläge, sagte Bare.




Manche seiner Mitgefangenen hätten in dem Lager auf Kuba ihr Augenlicht oder Gliedmaßen verloren oder seien psychisch krank geworden, berichtete der Somalier. "Ich fühle mich nicht normal, aber ich danke Allah dafür, dass er mich am Leben und frei von körperlichen und seelischen Leiden wie die von manchen meiner Freunde gehalten hat." Bare war am Wochenende aus dem US-Gefangenenlager entlassen und nach Somalia gebracht worden. Der Mann mit dem kurzen Haar und dem langen Bart ist offenbar in guter körperlicher Verfassung, wirkt aber benommen und verunsichert.


Laute Musik zur Gebetszeit

Die US-Behörden teilten Bare nach dessen Aussage nie mit, warum er festgehalten wurde. Der Somalier war im Dezember 2001, also kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September, in der pakistanischen Hafenstadt Karachi festgenommen worden. Er wurde nach eigenen Angaben nach vier Monaten in US-Gefangenenlager in Afghanistan, Kandahar und Bagram verschleppt. Die Haftbedingungen dort seien "rau" gewesen, in Guantánamo sei es jedoch noch schlimmer - "wie die Hölle auf Erden". Das US-Lager sei ein Ort, in dem Muslime erniedrigt würden. So werfe das Personal Koran-Exemplare in die Toilette oder spiele während der Gebetszeit besonders laut Musik.



Ex-Häftling wollte in den Westen

Zu seinen angeblichen Beziehungen zu der somalischen Islamistengruppe Al-Ittihad al-Islamija wollte Bare keine näheren Angaben machen. In Pakistan hatte er sich 2001 nach eigener Aussage mit einigen Verwandten aufgehalten, um der Gewalt im Bürgerkriegsland Somalia zu entgehen und sich um die Aufnahme in einem westlichen Land zu bemühen.



Noch 200 Gefangene auf Kuba

Die USA hatten am Wochenende zwölf Guantánamo-Insassen - sechs Jemeniten, vier Afghanen und zwei Somalier - in ihre Heimat überstellt. Damit sind noch etwa 200 Männer in Guantánamo inhaftiert. US-Präsident Barack Obama hatte bei seinem Amtsantritt angekündigt, das umstrittene Lager bis Januar 2010 zu schließen. Im November räumte er jedoch ein, dass es ihm nicht gelingen werde, diesen Termin einzuhalten.



Quelle: AFP

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