20.01.2011, 10:44 Uhr
Haitis Ex-Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier wartet auf einen neuen Pass (Foto: Reuters) (Quelle: Reuters)
Der frühere Diktator Jean-Claude "Baby Doc" Duvalier will Haiti bald wieder verlassen. Er warte nur noch darauf, dass ihm ein neuer Pass ausgestellt werde. Das gab ein Sprecher Duvaliers bekannt. Unterdessen plant auch ein zweiter ehemaliger Herrscher Haitis seine Rückkehr ins Land.
Sprecher Yves Germain Joseph betonte allerdings, dass Duvalier nicht gezwungen werden könne, sein Heimatland zu verlassen oder zu bleiben. Duvalier habe am Donnerstag aus Haiti ausreisen wollen, das sei aber wegen seines abgelaufenen Passes nicht möglich gewesen.
Er wisse nicht, wie lange das Ausstellen eine neuen Ausweises dauere, Duvalier habe es jedoch nicht eilig. "Er ist hier zu Hause. Er ist Haitianer", erklärte Joseph.
Zuvor hatte jedoch Duvaliers Verteidiger gesagt, sein Mandant wolle trotz eines drohenden Strafverfahrens in Haiti bleiben. Die haitianischen Behörden hatten Ermittlungen gegen Duvalier aufgenommen. Ein Richter vernahm ihn am Dienstag mehrere Stunden lang. Dem ehemaligen Staatschef, der am Sonntag nach fast 25-jährigem Exil in seine Heimat zurückgekehrt war, werden Korruption und Unterschlagung vorgeworfen.
Beobachter vermuten, dass Duvalier versuchen könnte, die Instabilität in Haiti auszunutzen, um wieder an die Macht zu kommen. Viele fragten sich nach seiner Einreise, warum er nicht verhaftet wurde, obwohl Staatschef Rene Préval angekündigt hatte, ihn im Fall einer Rückkehr für Verbrechen am haitianischen Volk zur Rechenschaft zu ziehen.
Derweil schmiedet ein zweiter ehemaliger Diktator Haitis Pläne für seine Rückkehr in das geschundene Land: Jean-Bertrand Aristide (57) veröffentlichte eine Stellungnahme im Internet: "Seit meiner erzwungenen Ankunft" in Afrika, "hat das Volk von Haiti nicht aufgehört, meine Rückkehr zu fordern", heißt es. Der frühere Präsident lebt seit mehr als sechs Jahren im Exil in Südafrika.
Die Menschen in Haiti sehnten sich insbesondere wegen der enormen Herausforderungen nach dem verheerenden Erdbeben vor einem Jahr nach seiner Rückkehr, schreibt Aristide. "Was mich betrifft, bin ich bereit." Er wolle seinen "Schwestern und Brüdern" in Haiti "als einfacher Bürger" im Bildungssektor dienen. Zudem führte er gesundheitliche Gründe für eine Rückkehr an.
Bisher verweigert Haiti trotz mehrfacher Anläufe die Ausstellung eines Passes, den Aristide zur Einreise benötigt. Er war 2004 nach 29 Jahren Diktatur der erste gewählte Staatspräsident Haitis. Allerdings musste der ehemalige Arbeiter-Priester in seiner zweiten Amtsperiode nach Vorwürfen der Korruption und Verletzung der Menschenrechte, wegen Unruhen im Land und auch auf Druck der USA und Frankreichs Haiti verlassen.
Quelle: dpa , AP
Stefan schrieb:
am 20. Januar 2011 um 17:09:17
(0)
(0)
Pass
Vieleicht haben es die Behörden demnächst auch nicht eillig mit dem Pass, wenn er mehrer Jahre im Knast sitzt.
Kommentar melden
Hans2 schrieb:
am 20. Januar 2011 um 14:19:32
(0)
(0)
Franzose
Sieh es doch mal so:Die tun wenigstens was für die von ihnen alimentierten Despoten...zumndest solange das zusammengeklaute
Vermögen reicht.
Wenn sie kein Geld mehr haben und dem Staat zur Last fallen werden sie eben "entsorgt".
Ob z.B. Ben Ali ohne die 1,5 Tonnen Gold die seine Frau im "Gepäck" hat in Saudi-Arabien willkommen wäre?
mehr
Kommentar melden
Rolf Schuh schrieb:
am 20. Januar 2011 um 13:40:41
(0)
(0)
Baby Doc will weg
Von Anfang an hatte ich den sich mittlerweile verstärkenden Eindruck, dass Frankreich seinen "Gast" elegant loswerden
will. Mit einem abgelaufenen Pass kann kein weiterer Aufenthalt gewährt werden, die ansäßige Botschaft konnte nicht wollen. Damit besteht Ausreisepflicht in die geliebte und vermißte alte Heimat. Damit behalten die Haitianer ihren Baby Doc Schlächter. Der Gerechtigkeit kann ihren Lauf gehen. Und wenn der Mensch für einige Taten eingebuchtet werden kann, ermittelt man weiter.
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de