
16.02.2011, 07:11 Uhr
Das unbemannte ESA-Versorgungsschiff "Johannes Kepler" (unten links) soll die Internationale Raumstation ISS mit Fracht versorgen (Foto: ESA)
Die Astronauten auf der Internationalen Raumstation ISS warten gespannt auf den europäischen Raumtransporter "Johannes Kepler". Das unbemannte Versorgungsschiff soll in wenigen Tagen mit vielen Tonnen Nachschub eintreffen. Neben Ausrüstung und Lebensmitteln bringt es den sechs Besatzungsmitgliedern auch Post von ihren Familien, frische Socken, Fischkonserven und Schokolade.
Monatelang hatten rund 150 Techniker und Ingenieure das in Bremen gebaute Raumschiff vom Typ ATV für den Flug ins All vorbereitet. In den Stunden vor dem Start waren trotzdem alle angespannt. "Es ist immer ein Kribbeln dabei", erläuterte Wolfgang Heuer, der die Produktion des ATV bei der EADS-Raumfahrttochter Astrium leitet. Sein Team hatte im vergangenen halben Jahr den in zwei Teilen verschifften Frachter am Weltraumbahnhof zusammengefügt und die gesamte Technik immer wieder überprüft. Noch bis kurz vor dem Start waren die Experten mit letzten Tests beschäftigt.
"Das System ist wahnsinnig anspruchsvoll", erläuterte Heuer. Immerhin fliegt der nach dem deutschen Astronomen Johannes Kepler benannte Transporter ohne Pilot. Auch der Ariane-Rakete verlangt er Höchstleistung ab: Er ist die schwerste Last, die sie jemals in den Weltraum befördern musste.
Zehn Meter lang, 4,5 Meter im Durchmesser und 20 Tonnen schwer - damit kommt "Johannes Kepler" in etwa auf die Größe eines Londoner Doppeldeckerbusses. Den Ingenieuren bereitet das aber kein Kopfzerbrechen: Für die Trägerrakete ist es bereits der 200. Flug.
Voraussichtlich am 23. Februar wird "Johannes Kepler" automatisch am russischen Teil der Raumstation festmachen. Bis auf zwölf Meter fliegt der ATV an die ISS heran, die mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde durchs All fliegt. Dann schiebt sich der Transporter ganz langsam näher, um einen nur 15 Zentimeter großen Andockpunkt an der Station zu treffen - Maßarbeit bei Höchstgeschwindigkeit.
Dreieinhalb Monate soll der Frachter an der ISS bleiben. In dieser Zeit wird er die fußballfeldgroße Station mehrmals anheben. Diese verliert ständig an Höhe und würde ohne fremde Hilfe irgendwann abstürzen. Am Ende der rund 450 Millionen Euro teuren Mission werden die Astronauten "Johannes Kepler" mit Müllsäcken beladen. Auf seinem Weg zurück zur Erde wird er dann in der Atmosphäre verglühen.
Der europäische ATV soll künftig eine zentrale Rolle bei der Versorgung der ISS übernehmen. "Johannes Kepler" ist der erste Raumtransporter aus der ATV-Serienproduktion. Nach den Erfahrungen mit dem Prototyp "Jules Verne", der 2008 zur ISS geflogen ist, gab es noch rund 300 technische Änderungen. "Kepler"-Nachfolger "Edoardo Amaldi" steht derweil schon in den Startlöchern. Zurzeit testen die Experten im Bremer Astrium-Werk die gesamte Technik durch, bevor der ATV nach Kourou verschifft wird. Anfang 2012 soll dann dieser Transporter zur ISS starten. Auch der Bau des vierten und fünften ATV hat bereits begonnen.
Quelle: dpa
MIM schrieb:
am 15. Februar 2011 um 20:14:36
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Raumtransporter
Ist wohl der teuerste Müll der je Produziert wurde. Wiederverwendbar mit der richtigen Technik ist garantiert billiger und
schont die Umwelt. und überhaupt müssten alle wegwerfartikel verboten werden.wenn ich das billige Plastikspielzeug Made in Cina möglichst noch mit Batterie bei MD im Happy M sehe kriege ich regelmäsig eine Halskrause.Kann mann für sowas nicht eine Strafsteuer einführen dann könnten die Herren Pol. uns etwas entlasten ,oder noch mehr Geld verplempern.
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Nordsternchen schrieb:
am 15. Februar 2011 um 14:11:51
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Huckepacksysteme entwickeln
Statt wegzuwerfen, sollten sich die Europäer mit den Russen zusammensetzen und ein nachhaltiges Huckepacksystem,
z.B. bestehend aus Airbus A340 & einem hermesähnlichen Raumgleiter, entwickeln. Der bringt und nimmt wieder mit zurück. Der britische Milliadär Sir Richard Branson macht es den internationalen Weltraumagenturen vor. Geht nicht, gibt´s nicht und so schwer, teuer und bewegungsarm, wie einst die Space-Shuttles müssen Gleiter von morgen auch nicht sein.
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