29.05.2011, 18:25 Uhr
Bei der Ausbreitung des lebensbedrohlichen Darmkeims EHEC gibt es keinerlei Entwarnung. In Hamburg ringen mehrere Patienten mit dem Tod. Die Quelle des Erregers sei weiterhin nicht zweifelsfrei benannt, und solange gelte die Warnung vor rohen Gurken, ungekochten Tomaten oder Blattsalaten, sagte Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU). In Mecklenburg-Vorpommern gibt es Hinweise auf EHEC-Erreger in Gurken.
Nach Angaben der EU-Seuchenkontrollbehörde ECDC in Kopenhagen handelt sich um einen der weltweit schwersten Ausbrüche solcher EHEC-Varianten, die HUS auslösen können - und um den bislang größten beobachteten Ausbruch in Deutschland. Unmittelbare Gefahren für andere europäische Länder sieht die Behörde jedoch derzeit nicht.
Zehn EHEC-Tote hat die jüngste Infektionswelle schon gefordert - und es könnten noch mehr werden. Der Zustand vieler Patienten im Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf ist äußerst kritisch. Vier Kinder und 14 Erwachsene sind auf der Intensivstation. Insgesamt haben 30 Erkrankte keine Nierenfunktion mehr.
Ob eine neue Therapie mit einem Antikörper anschlägt, lässt sich nach den Worten von Klinikchef Jörg Debatin noch nicht sagen. Deutschlandweit wurden mehr als 1000 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert.
In drei Proben von Gurken unterschiedlicher Herkunft in Mecklenburg-Vorpommern gibt es möglicherweise Hinweise auf das Vorhandensein des gefährlichen EHEC-Erregers. Für eine Bestätigung sind aber weitere Untersuchungen notwendig, wie das Verbraucherschutzministerium mitteilte. Die Ergebnisse werden nicht vor Mitte nächster Woche erwartet.
"Wir sind auf diese Gurken im Zusammenhang mit der Auswertung der Fragebögen von erkrankten Patienten gestoßen. Insofern kann ein Zusammenhang mit der Erkrankung bestehen", sagte Verbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD). Deshalb seien vorsorglich noch vorhandene Gurken aus diesen Lieferungen beseitigt worden. "Bis jetzt steht noch nicht fest, dass diese Gurken tatsächlich den EHEC-Erreger aufweisen und für die Erkrankung verantwortlich sind."
Die Gurken wurden im Einzelhandel und in Gaststätten sichergestellt. Insgesamt liegen den Angaben zufolge bereits 29 negative Laborproben unter anderem von Ziegenfrischkäse, Erdbeeren, Strauchtomaten, Minirisptomaten, Eisbergsalat und Paprika vor.
120 aus Spanien kommende Bio-Gurken, die möglicherweise mit dem gefährlichen Darmerreger EHEC verseucht sind, sind in Tschechien aus den Regalen der Lebensmittelläden genommen worden. Nach Angaben der tschechischen Landwirtschafts- und Lebensmittelaufsicht gingen Gurken aus derselben Lieferung der spanischen Betriebe, die über deutsche Großhändler bezogen wurde, auch nach Österreich, Ungarn und Luxemburg.
Auch Österreich startete eine Rückrufaktion für die spanischen Gurken. Der Rückruf betreffe neben einer geringen Anzahl an Gurken auch Tomaten und Auberginen des spanischen Erzeugers Frunet, teilte die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit mit.
Mit vier neuen Todesfällen in Norddeutschland stieg die Zahl der Opfer am Wochenende auf zehn - neun Frauen und ein Mann. In der Universitätsklinik Lübeck starb am Samstag eine 86-jährige Frau an den Folgen des durch EHEC verursachten hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), wie ein Klinik-Sprecher mitteilte. Der Ehemann wurde in demselben Krankenhaus wegen einer EHEC-Infektion behandelt.
Ebenfalls am Samstag starb eine 84-jährige Frau laut Kieler Gesundheitsministerium in einer Klinik im Kreis Herzogtum-Lauenburg. In der Nacht zum Samstag erlag eine 87-Jährige im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf laut einem Sprecher den Folgen einer EHEC-Infektion. Schon am Donnerstag war im städtischen Krankenhaus Kiel eine infizierte 38-jährige Frau gestorben, wie am Samstag bekannt wurde. Zuvor hatten nach EHEC-Infektionen bereits fünf Frauen aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen sowie ein Mann aus Hamburg ihr Leben verloren.
Quelle: dapd , AFP , dpa
Christa schrieb:
am 29. Mai 2011 um 19:18:48
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Tomaten/Spanien
die Spanier hatten vor etlichen Jahren sowas ähnliches mit ihren Tomaten.Da kam es auch zu vielen Todesfällen!!!
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finhab schrieb:
am 29. Mai 2011 um 19:09:05
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ehec-gurken
ich finde diese diskussion um ehec-gurken "haarig". kann meinem vor-kommentator nur zustimmen:
-da kaufen, wo es
herkommt
- dann essen, wenn es wächst
- und nicht vergessen: ohne vernünftige preise kann es keine vernünftige qualität geben!
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Bernd schrieb:
am 29. Mai 2011 um 19:00:33
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gabriele schrieb um 18:33:49
wer nicht einmal den unterschied, zwischen Bakterien und Viren kennt, sollte hier lieber keine Kommentare abgeben.
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