10.01.2012, 15:30 Uhr | dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Berlin (dpa) - In Deutschland sind arbeitslose Menschen deutlich öfter nahe der Armutsgrenze als in anderen Ländern Europas. Nach neuen Daten der europäischen Statistikbehörde Eurostat waren zuletzt 70 Prozent der Erwerbslosen hierzulande armutsgefährdet.
Im EU-Durchschnitt waren es dagegen lediglich 45 Prozent, berichtete die "Berliner Zeitung". Als armutsgefährdet gelten Menschen, die weniger als 60 Prozent des mittleren nationalen Einkommens zur Verfügung haben. In Deutschland lag die Schwelle für Alleinstehende zuletzt bei 940 Euro im Monat. Die EU-Daten wurden 2010 erhoben. Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums sagte, das beste Mittel gegen Armut sei Arbeit. Deshalb sei es Ziel der Regierung, die Zahl der Erwerbstätigen weiter zu erhöhen.
Den Grund für das höhere Armutsrisiko von Erwerbslosen in Deutschland sieht der Sozialstaatsforscher der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung, Eric Seils, in der relativ kurzen Bezugsdauer für das Arbeitslosengeld. Er plädiert dafür, dass auch unter 50-Jährige künftig länger als ein Jahr Arbeitslosengeld erhalten. In Dänemark gibt es das Arbeitslosengeld dem Bericht zufolge bis zu 208 Wochen, in Frankreich und den Niederlanden bis zu 104 Wochen.
Der Bundesverband Deutsche Tafel forderte, das Arbeitslosengeld armutsfest zu gestalten und die Bezugsdauer auszudehnen. Wer viele Jahre oder Jahrzehnte mit seinen Beiträgen andere unterstützt habe, müsse auch länger als ein Jahr Anspruch auf Leistungen der Solidargemeinschaft haben, meinte Verbandschef Gerd Häuser. Das Mindestarbeitslosengeld müsse "deutlich über dem Hartz-IV-Regelsatz liegen". Dieser beträgt derzeit 364 Euro monatlich.
Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider sieht in den Eurostat-Zahlen "das Ergebnis grob fahrlässiger arbeitsmarktpolitischer Entscheidungen seit 2003". Angesichts des immer größeren Niedriglohnsektors sei ein armutsfestes Mindestarbeitslosengeld unverzichtbar. "Eine Pflichtversicherung, die nur in jedem dritten Schadensfall greift und auch dann nicht einmal zuverlässig vor Hartz IV schützt, wenn die Menschen jahrelang eingezahlt haben, grenzt an Abzocke", kritisierte Schneider.
Quelle: dpa
MIKQD schrieb:
am 10. Januar 2012 um 20:10:46
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..beispiel
durch gesetzeswiedrige sanktionen habe ich 10000 euro mehr schulden und 5 gläubiger mehr..danke liebes Jobcenter deshalb bleibe
ich hartzer und klage den mehrbedarf ein beim sozialgericht...und ich bekomme entschädigung ...die sache is nur das diese fallmanager weitermachen dürfen...habe die amtsleiterin die leiterin der lesitungsabteilung und mein fallmanager angezeigt.
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Dagmar Kaul schrieb:
am 10. Januar 2012 um 17:48:54
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Armutsfalle . . .
waren wir nicht mal ein Wohlstands - Staat? Was ist mit dem passiert? Jahre hoher Arbeitslosigkeit und dann kam noch Hartz
IV. In 10 - 20 Jahren kommt dann für viele Menschen die Altersarmut. Ein negativer Kreislauf ohne Ende. Hat man eine befristete Anstellung, ist man schnell wieder in Hartz IV. Die, die erst gar nicht raus sind, weiterfaulenzen, bekommen das selbe Geld. Sinkende Lebensqualität, hoher Druck machen das Leben schwer, kaputt!
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Pigalle schrieb:
am 10. Januar 2012 um 16:52:50
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@heinz
nur wer hat das geld zum wetten^^Glückauf
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