08.03.2011, 14:06 Uhr
Bei der PID lassen die Ärzte Embryos mit Gendefekten absterben (Foto: dpa)
Auch der Deutsche Ethikrat ist tief gespalten über die Frage, ob Gentests an Embryonen aus künstlicher Befruchtung erlaubt werden sollen. Die Hälfte der 26 Mitglieder des politischen Beratungsgremiums habe sich für eine eng begrenzte Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ausgesprochen. Die übrigen sind gegen diesen Vorschlag oder unentschieden, wie der Ethikrat mitteilte.
"Wir sind der festen Überzeugung, dass die PID nicht nur begrenzt werden sollte, sondern auch begrenzt werden kann", sagte die Vizechefin des Gremiums, Christiane Woopen. Sie vertrat die knappe Mehrheit des Rats für eine begrenzte Zulassung der PID.
Der frühere Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Wolfgang Huber, sprach für die Verfechter eines PID-Verbots. Huber hielt den Befürwortern der PID in eng definierten Fällen entgegen, auch eine derartige Zulassung sei ethisch nicht zu vertreten. "Mit ihr würde der Schutz in vitro hergestellter Embryonen (...) in Frage gestellt."
Der Deutsche Ethikrat ist ein Expertengremium, das Bundestag und Bundesregierung bei Fragen von Leben und Tod fachlichen Rat geben soll. Sein Votum zur PID sollte eine Entscheidung des Bundestags in den kommenden Wochen vorbereiten.
Für eine PID werden wenige Tage nach der künstlichen Befruchtung zwei Zellen entnommen und auf Anlagen für genetisch bedingte Krankheiten untersucht. Wird ein Gendefekt diagnostiziert, der eine schwere Behinderung des Kindes zur Folge hätte, lassen die Fachleute den Embryo sterben. Liegt keine Schädigung vor, kann er in die Gebärmutter eingesetzt werden.
Ethische Bedenken gibt es wegen der "Auslese" von Embryonen und wegen der Belastungen für Frauen bei künstlichen Befruchtungen. Dafür bekommen sie hohe Hormondosen, damit gleichzeitig mehrere Eizellen reifen. Dies führt gelegentlich zu bedrohlichen Überreaktionen und möglicherweise auch zu Spätschäden. Befürworter argumentieren hingegen, die PID sei für einige erblich vorbelastete Paare der einzige Weg, sich für ein eigenes Kind zu entscheiden.
In Deutschland ist die künstliche Befruchtung im Embryonenschutzgesetz geregelt, nicht aber die PID. Obwohl es keine umfassende Regeln gab, galt die Methode lange als verboten. Geändert hat dies ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom Juli 2010. Die Richter sprachen einen Arzt frei, der die PID bei Embryonen dreier Paare in den Jahren 2005 bis 2006 angewandt hatte. In Abstimmung mit den Frauen ließ er die Embryonen mit einem Gendefekt sterben. Mit einer Selbstanzeige gab er den Anstoß für die juristische Klärung.
Nach der faktischen Legalisierung der PID durch die Richter halten viele Politiker nun eine gesetzliche Regelung für nötig. Dem Bundestag liegen inzwischen drei fraktionsübergreifende Vorschläge vor - von eng begrenzten Zulassung bis zu einem generellen Verbot. Eine Entscheidung ohne Fraktionszwang soll voraussichtlich im Juni fallen.
Quelle: AFP , dapd
MM schrieb:
am 8. März 2011 um 19:26:08
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PID
sinnvoll und wichtig zur erkennung und vermeidung von erbkrankheiten in vorbelasteten familien. PUNKT! wirtschaftlicher nachteil, wenn
wir es nicht dürfen.
mir geht es im übrigen ziemlich auf den zeiger, dass sich bei dieser diskussion immer jeder noch so unqualifizierte Vogel, der vom aufbau des menschlichen genoms, zellteilung und erbkrankheiten nicht den blassesten schimmer hat, einschaltet und aus dem hohlen bauch heraus meint: "das ist so menschenunwürdig", "verachtung des lebens" usw. ;-)
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@EULE schrieb:
am 8. März 2011 um 17:24:04
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@EULE
Das ist nur der Anfang, warts mal ab , das wird noch kommen, da bin ich mir zu 99% sicher. Und die , die das nötige Kleingeld haben,
betreiben das wahrscheinlich schon im großen Stil.
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Rolf schrieb:
am 8. März 2011 um 16:40:21
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Auch die frommen Gegner im Ethikrat können und werden PID nicht aufhalten können.
Was herschen in diesem Ethikrat noch für alte irre
Ansichten, die im Prinzip noch aus der Zeit der Hexenverbrennung stammen können und als die Erde auch noch eine Scheibe war.
Da haben wir Menschen endlich wissenschaftlich die Möglichkeit bereits
bei der Entstehung eines Lebewesen verhindern zu können, dass schwere Erbkrankheiten und Missbildungen gar nicht erst entstehen können und schon faseln irgendwelche frommen Kirchenonkels dummes Zeug dass
so etwas der liebe Gott sich nicht wünscht
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