
24.06.2011, 14:03 Uhr
Die "CryoSat"-Eiskarte aus den Messdaten von Januar und Februar zeigt sehr präzise die Dicke des polaren Meereises (Foto: CPOM / UCL / ESA)
Die CryoSat-Mission der ESA hat erstmals ungewöhnlich exakte Angaben über die Dicke des Meereises in der Arktis geliefert. Die neuen Informationen könnten das Verständnis von der komplexen Beziehung zwischen Eis und Klima verändern.
Frühere Satellitenbeobachtungen der polaren Region waren sehr beunruhigend: Es wurde offensichtlich, dass das Meereis in der Arktis dramatisch zurückgeht. Im Frühjahr 2011 registrierten die Wissenschaftler die drittniedrigste Ausdehnung seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen. Um die Auswirkungen des Klimawandels jedoch letztlich verstehen zu können, ist nicht nur die Flächenausdehnung wichtig. Entscheidend ist auch die Dicke der Eismassen.
Die Karten des Forschungssatelliten liefern jetzt genau diese Daten, teilte die ESA mit. CryoSat hat in den letzten sieben Monaten aus einer Höhe von rund 700 Kilometern Informationen gesammelt. Dabei wurde der Satellit auf eine Bahn geschossen, die erstmals auch Aufzeichnungen bis zum 88. Breitengrad - also fast bis zum geografischen Nordpol - ermöglicht hat.
CryoSat misst die als Freibord bezeichnete Höhe des Meereises über der Wasserlinie, um daraus die Dicke des Eises zu berechnen. Die für diese erste Karte der Arktis verwendeten Messdaten stammen aus den Monaten Januar und Februar 2011, als das Eis sein jährliches Maximum erreichte.
Die Daten sind außergewöhnlich detailliert und deutlich besser als zunächst erwartet, so die ESA. Sie zeigen sogar Lineationen in der zentralen Arktis, die die Reaktion des Eises auf Windstress widerspiegeln.
Auch von der Antarktis wurde eine neue Karte erstellt, die die Höhe der Eisdecke zeigt. Dies ist jedoch eine vorläufige Version , da hier noch weitere Daten benötigt werden, um zu sehen, was CryoSat leisten kann. Allerdings lieferte der Satellit durch seine ungewöhnlich polnahe Bahn bereits jetzt einzigartige Ansichten: Teile der Antarktis sind nun zum ersten Mal aus dem All sichtbar.
Zudem können dank hoch entwickelter Radartechniken an Bord des Satelliten nun auch Einzelheiten an den Rändern der Eisdecke am Übergang zum Meer erstmals exakt beobachtet werden. "Wir werden die kommenden Monate nutzen, um unser Bild zu vervollständigen - damit wir einen besseren Einblick in die Veränderungen der Polareismassen bekommen“, sagte CryoSat Mission-Manager, Tommaso Parrinello.
Quelle: Esa
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