
13.02.2012, 09:09 Uhr
Der neue europäische Kleinträger ist in Französich-Guayana zu seinem Jungfernflug gestartet. "Vega" kann Lasten zwischen 300 Kilogramm und 2,5 Tonnen ins All befördern.
Der europäische Trägerraketenfamilie ist komplett: Der neue Kleinträger "Vega" startete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana problemlos zu seinem Jungfernflug. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit. An Bord waren neun Satelliten, darunter sieben Nanosatelliten von verschiedenen europäischen Universitäten.
Bei der ersten Mission soll das gesamte Vega-System überprüft werden, bevor es operativ in Dienst gestellt werden kann. Der rund 400 Kilogramm schwere italienische LARES-Satellit (Laser Relativity Satellite) wurde nach 55 Minuten als erster in 1450 Kilometern Höhe ausgesetzt. Mithilfe seiner 92 Reflektoren kann seine Flugbahn von Laser-Bodenstationen rund um den Erdball hoch präzise vermessen werden.
Der neue vierstufige Träger kann kostengünstig Nutzlasten zwischen 300 Kilogramm und 2,5 Tonnen in den Weltraum befördern. Damit deckt die europäische Betreibergesellschaft "Arianespace" künftig alle Bereiche bis 20 Tonnen ab. Vega ist deshalb besonders für kleine Wissenschafts- und Erdbeobachtungssatelliten geeignet. Bisher standen nur die europäische Schwerlastrakete "Ariane 5" und der russische Mittelklasseträger "Sojus" zur Verfügung.
"Dies ist ein stolzer Tag für Europa wie auch für die rund 1000 Menschen, die an der Entwicklung dieses weltweit modernsten und wettbewerbsfähigsten Trägersystems für Kleinsatelliten beteiligt gewesen sind“, erfreut sich Antonio Fabrizi, ESA-Direktor für Raumfahrzeugträger.
Die Vega, benannt nach dem zweithellsten Stern der nördlichen Hemisphäre, ist 30 Meter hoch und 138 Tonnen schwer. Die ersten drei Stufen arbeiten mit Festtreibstoff, die fünffach wieder zündbare russisch-ukrainische Oberstufe hat ein Flüssigkeitstriebwerk.
Die neue Rakete wurde für rund 790 Millionen Euro in den vergangenen neun Jahren von der ESA mit Italien als Hauptpartner entwickelt. An dem Projekt sind zudem Belgien, Frankreich, die Niederlande, Spanien, Schweden und die Schweiz beteiligt.
Deutschland will sich möglicherweise später an der Weiterentwicklung der Oberstufe beteiligen. Nach den bisherigen Vorstellungen soll der Träger künftig sechs- bis siebenmal pro Jahr starten.
Quelle: dapd , dpa , Esa
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