08.12.2010, 08:23 Uhr
Erstmals wurde die Geburt eines Kindes mit einem offenen MRT-Gerät aufgezeichnet (Foto: Universitätsklinikum Charité)
Weltpremiere am Berliner Universitätsklinikum Charité: Einem Team aus Geburtsmedizinern und Radiologen ist es erstmals gelungen, die Geburt eines Kindes mit dem Kernspintomographen (MRT) komplett aufzuzeichnen. Die Mutter lag während der Entbindung in einem speziellen offenen MRT-Gerät, so dass sie etwas Bewegungsfreiheit hatte und die Geburtshelfer an sie heran konnten.
"Es war eine Bilderbuchgeburt. Und wir haben alle Details, von denen wir bislang nur durch Tastuntersuchungen wussten, genau sehen können", berichtete der Gynäkologe Prof. Ernst Beinder. Die Ärzte hoffen, durch derartige Dokumentationen kritische Phasen einer Geburt künftig früher und besser einschätzen zu können.
Im MRT gibt es keine schädliche Strahlung für Mutter oder Kind. Die Bildgebung funktioniert über ein starkes Magnetfeld. Seit zwei Jahren hatten Radiologen und Mediziner die Aufzeichnung vorbereitet. "Wir mussten gewährleisten, dass in dem starken Magnetfeld trotzdem ein CTG (Kardiotokografie, zeichnet die Herzschlagfrequenz des ungeborenen Kindes und die Wehentätigkeit der Mutter auf, d. Red.) zur Herztonkontrolle des Kindes funktioniert", sagte Charité-Ingenieur Felix Güttler. Dazu entwickelten die Forscher einen neuartigen Überwachungsmonitor.
Das Kernspingerät selbst ist keine Röhre, sondern ähnelt einem riesigen, offenen Sandwich. Die Mutter konnte sich während der Anfangsphase der Geburt frei bewegen und musste sich erst zum Schluss in den Kernspintomographen legen.
Trotz der unkomfortablen Bedingungen, zu denen auch das Tragen eines Gehörschutzes zählte, bestand laut Güttler bei den werdenden Müttern der Charité großes Interesse. Für die Geburt im Dienst der Wissenschaft wurde ihnen eine kleine Entschädigung "im unteren dreistelligen Bereich" gezahlt. Um die Lärmbelastung für das Baby möglichst gering zu halten, wurde das Gerät abgeschaltet, sobald die schalldämpfende Fruchtblase geplatzt war und der Kopf ins Freie trat.
"Wir wollen natürlich künftig nicht alle Frauen ins MRT schicken", betonte Beinder. Zunächst ist geplant, fünf weitere Geburten aufzuzeichnen. Das gesamte Verständnis der Geburtsmechanik gehe seit dem 19. Jahrhundert jedoch auf Tastbefunde zurück. Nur vereinzelt wurden während einer Geburt in Notfällen Röntgenaufnahmen gemacht.
Jetzt konnten die Ärzte erstmals genau sehen, wie sich das Kind in den Geburtskanal einpasst. "Die Bilder waren faszinierend und haben einmal mehr bestätigt, dass eine Geburt ein Wunder ist. Wenn wir künftig genauer wissen, wo kritische Phasen sind, können wir möglicherweise auch frühzeitig einen Geburtsstillstand verhindern", sagt Beinder.
Quelle: dpa
JJJ schrieb:
am 7. Dezember 2010 um 20:04:37
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...
Find ich vernünftig.
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a.steinmann schrieb:
am 7. Dezember 2010 um 19:23:59
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MRT-geburt
ob das wirklich gut für das Kind war wage ich zu bezweifeln. Aber die Wissen-
schaft sagt es uns ja ständig "zum Whle der Menschheit"...
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