13.05.2011, 12:12 Uhr
Rache für den Tod Osama bin Ladens: Ein Anschlag in Pakistan kostete mehr als 80 Menschen das Leben (Foto: AP)
Nach dem Doppelanschlag im Nordwesten Pakistans ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 80 gestiegen. Der Tod von 80 Menschen sei inzwischen bestätigt, sagte der stellvertretende Ministerpräsident der Provinz Khyber Pakhtukhwa, Bashir Ahmad Bilour. "Die meisten von ihnen sind Rekruten." Zudem wurden nach Krankenhausangaben mindestens 115 Menschen verletzt, 15 von ihnen schweben Lebensgefahr. Zwei Explosionen erschütterten ein Ausbildungszentrum paramilitärischer Truppen, als gerade neu ausgebildete Sicherheitskräfte das Gelände verließen, teilte die Polizei mit. Die radikalislamischen Taliban bekannten sich zu dem bislang tödlichsten Anschlag in Pakistan in diesem Jahr.
"Das war die erste Rache für Osamas Märtyrertod", sagte Taliban-Sprecher Ehsanullah Ehsan. Er kündigte weitere "größere Attacken" in Pakistan und Afghanistan an.
Wie der Polizeichef des Bezirks Charsadda, Nisar Khan Marwat, sagte, wurden bei dem Anschlag in der Region Shabqadar, rund 30 Kilometer nördlich von Peshawar, mindestens 65 Sicherheitskräfte der paramilitärischen Grenzpolizei und fünf Zivilisten getötet. Die Rekruten wollten demnach gerade in Busse einsteigen, um nach ihrem Kurs für zehn Tage in den Urlaub zu fahren. Sie trugen den Angaben zufolge Zivilkleidung. Der erste Sprengsatz wurde nach Polizeiangaben von einem Selbstmordattentäter gezündet.
Polizeisprecher Jehanzeb Khan sagte, die Rekruten seien gerade dabei gewesen, ihr Gepäck in Busse außerhalb des Lagers zu verladen, als die Selbstmordattentäter auf einem Motorrad ankamen.
Bei dem Anschlag auf ein Truppen-Ausbildungszentrum in Pakistan sterben mehr als 80 Menschen. zum Video
Einer der Attentäter sei abgestiegen und habe sich versteckt, sagte Khan. Der andere habe sich an den Bussen in die Luft gesprengt. Als sich Menschen am Anschlagsort versammelten, um Hilfe zu leisten, habe der zweite Attentäter seinen Sprengstoff in der Menge gezündet.
In Pakistan wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 4300 Menschen bei Bombenanschlägen getötet. Die meisten der Anschläge ereignen sich im Nordwesten des Landes, der als Hochburg islamistischer Kämpfer und als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerks Al-Kaida gilt.
Quelle: dapd , dpa , AFP
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