25.05.2010, 11:58 Uhr
Die südkoreanische "Cheonan" soll nach den Angaben der Ermittler von einem nordkoreanischen Torpedo versenkt worden sein. (Foto: dpa)
Die Spannungen zwischen Süd- und Nordkorea spitzen sich wegen des Untergangs eines südkoreanischen Kriegsschiffs weiter zu. Fast acht Wochen nach der Tragödie mit 46 Toten kam ein internationales Ermittlerteam am Donnerstag zu dem Schluss, dass Nordkorea die 1200-Tonnen-Korvette nahe der innerkoreanischen Seegrenze mit einem Torpedo beschossen und versenkt habe.
Südkoreas Präsident Lee Myung Bak warf Nordkorea eine "militärische Provokation" vor und kündigte resolute Schritte gegen das kommunistische Nachbarland an. Nordkorea drohte für den Fall von Sanktionen oder Vergeltungsaktionen mit "harten Maßnahmen, bis zum totalen Krieg".
US-Präsident Barack Obama machte ebenfalls Nordkorea für den Untergang der "Cheonan" im Gelben Meer verantwortlich und warf dem Land "inakzeptables Verhalten" vor. Ein Sprecher des Weißen Hauses teilte mit, Obama habe den "Akt der Aggression", der zum Untergang geführt habe, "scharf verurteilt". Der Angriff stelle eine Bedrohung für Frieden und Sicherheit dar und sei ein klarer Verstoß gegen das Waffenstillstandsabkommen, so das Weiße Haus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußerte sich höchst beunruhigt über die Untersuchungsergebnisse. Seoul hatte angedeutet, den Fall um die "Cheonan" vor den Weltsicherheitsrat bringen zu wollen. Für eine Verurteilung oder weitere Sanktionen gegen Pjöngjang durch den Rat wäre es laut Beobachtern wichtig, China von der Schuld Nordkoreas an dem Untergang zu überzeugen.
Es gebe "überwältigende Beweise für den Schluss", dass ein U-Boot aus Nordkorea den Torpedo abgefeuert habe, teilte das zivil-militärische Ermittlerteam in Seoul mit. "Es gibt keine andere glaubwürdige Erklärung." Zu dem Ergebnis seien sie durch die Analyse der Bruchstellen am Wrack der "Cheonan" und der am Unglücksort vor der Westküste Südkoreas gesammelten Trümmerteile gekommen.
Unter anderem hieß es, dass geborgene Teile eines Torpedos einem vor Jahren gefundenem Torpedo-Irrläufer aus Nordkorea glichen. Auch gebe es Hinweise darauf, dass sich kleine nordkoreanische U-Boote zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe der Untergangsstelle aufgehalten hätten. Außerdem sei die Seriennummer des Torpedos in einer Schriftart geschrieben, die typisch für Nordkorea ist, berichteten südkoreanische Zeitungen unter Berufung auf Regierungskreise. An den Ermittlungen waren neben Südkoreanern auch Experten aus den USA, Australien, Großbritannien und Schweden beteiligt. Den Untersuchungsbericht des Expertenteams nannte die US-Regierung eine "objektive und wissenschaftliche Bewertung der Beweise".
Durch internationale Zusammenarbeit wolle Südkorea das Regime in Pjöngjang dazu bringen, "seine Missetaten einzugestehen" und in verantwortlicher Weise in die internationale Gemeinschaft zurückzukehren, sagte Staatspräsident Lee in einem Telefonat mit dem australischen Regierungschef Kevin Rudd. Lee wolle an diesem Freitag in Seoul den Nationalen Sicherheitsrat zu einer Dringlichkeitssitzung einberufen, um Gegenmaßnahmen zu erörtern.
Nordkorea bestritt erneut, das Schiff versenkt zu haben. Ein Sprecher der Nationalen Verteidigungskommission - das mächtigste Gremium des Landes - unterstellte Seoul, die Untersuchungsbefunde fingiert zu haben. Zugleich habe die Kommission im staatlichen Fernsehen angeboten, ein eigenes Ermittlungsteam zu schicken, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap.
Die "Cheonan" war am 26. März nach einer Explosion an der Seegrenze zu Nordkorea auseinandergebrochen und gesunken. An der umstrittenen Seegrenze im Gelben Meer ist es bereits wiederholt zu Gefechten zwischen Schiffen beider Länder gekommen. Beide koreanischen Staaten befinden sich völkerrechtlich noch im Kriegszustand, da seit dem Ende des Korea-Kriegs (1950-53) noch kein Friedensvertrag geschlossen worden ist.
Quelle: AFP , dpa
Hi Wang schrieb:
am 20. Mai 2010 um 18:14:08
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@dei
Viele vertehen halt nichts und sollten deshab auch nicht frage, denn sie würden es nicht verstehen!
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Joe schrieb:
am 20. Mai 2010 um 17:51:58
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Krieg in Korea
Ein geteiltes Land wie Korea ist immer ein Gefahrenpunkt für den Weltfrieden, erstrecht wenn in beiden Teilen
unterschiedliche Weltanschauungen angesagt sind. Für Nordkoreas Staatsführung sind Aktionen wie jetzt mit dem Torpedo aber sehr wichtig: sie lenken von den inneren Schwierigkeiten (Ernährung der Bevölkerung, Infrastruktur, ...) ab. Die Kriegsgefahr ist aber nicht zu unterschätzen, seht euch mal die Altersstatistik Nordkoreas an. Viele junge Männer, das hat schon oft zu Kriegen geführt!
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Lara schrieb:
am 20. Mai 2010 um 17:49:58
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Nordkorea hat Kriegsschiff versenkt
Natürlich hat ein "internationales Expertenteam " bestehend aus ausschließlich westlichen Ländern
eindeutig festgestellt, dass es nur ein nordkoreanisches Torpedo gewesen sein kann. So haben schon viele Kriege angefangen.
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