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Erderwärmung: Das rettende Zwei-Grad-Ziel wird so nicht erreicht

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Experten warnen: Rettendes Zwei-Grad-Ziel wird so nicht erreicht

07.04.2010, 11:44 Uhr | Von Benno König, AFP

Klimawandel und Erderwärmung dürften schlimme Folgen für unseren Heimatplaneten haben (Foto: Reuters)

Mehr als zwei Grad dürfte die Erde nicht wärmer werden, um die Folgen des Klimawandels halbwegs unter Kontrolle zu halten. Darüber herrschte auf der sonst wenig erfolgreichen UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen weitgehend Einigkeit. Was von den beteiligten Staaten anschließend als freiwillige Emissionsminderung bis 2020 angeboten wurde, reicht aber bei weitem nicht aus: Experten prophezeien eine Erwärmung um drei bis vier Grad.

Vom 9. bis 11. April kommen Vertreter von rund 190 Staaten in Bonn zu neuen Gesprächen auf Arbeitsebene zusammen, um ihr weiteres Vorgehen abzustimmen. Regelmäßig bewertet werden die jeweils individuellen Zusagen der Staaten vom sogenannten "Climate Action Tracker", an dem unter anderem das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) mitwirkt.

  • Die ehrgeizigsten Ziele setzten sich demnach die Malediven und Costa Rica, die beide bis 2020 vollständig klimaneutral wirtschaften wollen. 75 Länder haben der UNO ihre Reduktionsziele gemeldet, darunter neben den 27 EU-Staaten 14 weitere Industrieländer und mehr als 30 Schwellen- und Entwicklungsländer. Allerdings wurden die Zusagen oft an Bedingungen geknüpft.

  • Die EU bekräftigte ihr Versprechen, ihre CO2-Emissionen bis 2020 um 20 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 zu verringern, wenn andere Staaten mitziehen sogar um 30 Prozent. Deutschland legte sich dabei international nicht auf das national zugesagte Ziel einer 40-prozentigen Reduktion fest. Übernommen wurden die EU-Zielvorgaben von der Schweiz. Dagegen legte Norwegen sich auf eine Verringerung um 30 Prozent fest und stellte sogar ein Minus von 40 Prozent in Aussicht.

  • Die USA meldeten das Ziel einer Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 17 Prozent verglichen mit dem Stand von 2005. Bezogen auf das Vergleichsjahr 1990 wären dies allerdings nur etwa vier Prozent weniger und auch diese Vorgabe wird bislang vom US-Senat blockiert. Das gleiche Ziel nannte Kanada, aber nur, sofern die USA solche Vorgaben tatsächlich beschließen. Australien versprach minus fünf Prozent verglichen mit dem Stand des Jahres 2000, will sein Angebot aber auf bis zu 25 Prozent aufstocken, wenn andere mitziehen. Neuseeland bekannte sich zu einer Verringerung um zehn bis 20 Prozent bezogen auf das Vergleichsjahr 1990.

  • Russland will seine Emissionen um 15 bis 25 Prozent verglichen mit dem Stand von 1990 verringern, je nachdem, wozu sich andere Staaten verpflichten und in welchem Umfang die emissionsmindernde Wirkung russischer Wälder berücksichtigt wird. Japan bekannte sich zu einer Reduktion um 25 Prozent im Rahmen eines verbindlichen internationalen Abkommens.

  • China, inzwischen der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen, will seinen CO2-Ausstoß im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2020 um 40 bis 45 Prozent verringern, verglichen mit dem Jahr 2005. Angesichts des chinesischen Wirtschaftswachstums dürfte der CO2-Ausstoß damit allerdings absolut weiter ansteigen, wenn auch langsamer als bisher. Eine internationale Verpflichtung auf dieses nationale Ziel lehnt die chinesische Regierung ab. Gleiches gilt auch für Indien, das obendrein die Emissionen pro BIP-Einheit nur um 20 bis 25 Prozent verringern will.

  • Brasilien will seine Emissionen bis 2020 um 36 bis 39 Prozent unter den Stand senken, der ohne zusätzliche Anstrengungen zu erwarten wäre. Ein Großteil dieses Effekts soll dadurch zustande kommen, dass die Abholzung am Amazonas sowie in weiteren Waldgebieten deutlich verringert wird. Mexiko plant eine Verringerung seines CO2-Ausstoßes um 30 Prozent verglichen mit dem Business-as-usual-Szenario. Indonesien strebt ein Minus um 26 Prozent an.

  • Ehrgeiziger ist beispielsweise das wirtschaftlich schwache Papua-Neuguinea, das seine Emissionen bis 2030 mindestens halbieren will. Andere Entwicklungsländer nennen keine konkreten Zahlen, sagen aber immerhin zusätzliche Klimaschutzanstrengungen zu.

Quelle: AFP

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Kommentare (22)

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Thema: "Erderwärmung: Das rettende Zwei-Grad-Ziel wird so nicht erreicht"

captor schrieb: am 29. Juni 2010 um 15:32:02
(0) (0) Klimawandel
Das einzig beständige ist der Wechsel. Das können wir aus den Klimadaten der veragenen Jahrhunderte ersehen. Der Wechsel hat
ohne den Menschen stattgefunden. Wie sonst sind z.B. das römische und mittelalterliche Klimaoptimum (=Warmzeiten) zu erklären? Der Zusammenbruch des Römischen Reichs und die mittelalterlichen Pestzeiten fielen mit Kältephasen zusamen.
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Joseph schrieb: am 15. April 2010 um 08:39:38
(0) (0) Hauptproblem = Überbevölkerung!
Das Hauptproblem ist doch die Überbevölkerung auf der Erde! Solange dieses Problem nicht gelöst werden
kann, ist alles andere wirklich nur "heiße Luft" und keiner weiteren Diskussionen mehr würdig!
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Prima schrieb: am 14. April 2010 um 09:14:04
(0) (0) Klima
Daß es auf unserem Planeten zu eng wird und die, die schon wenig haben, immer noch weniger haben, wird in absehbarer Zukunft zu
Völkerwanderungen führen. Das dies nicht geschieht, daran arbeiten die USA, England und Frankreich ja schon eine Weile. Kriege, Unterdrückung, Gen-Getreide, welches keine Sahmen mehr hat und immer neu gekauft werden muss, natürlich von den USA! Das Klima ändert sich, ob wir wollen oder nicht! Wir können nichts tun, außer uns anzupassen! Die Sonne ist unser "Problem"!
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