25.10.2011, 18:22 Uhr
In der Stadt Ercis konnten Helfer ein kleines Mädchen bergen. Der Säugling hatte fast 48 Stunden unter dem Schutt überlebt.
Wie durch ein Wunder haben Rettungskräfte rund zwei Tage nach dem verheerenden Erdbeben im Osten der Türkei ein zwei Wochen altes Baby lebend aus den Trümmern geborgen. Fernsehbilder zeigten, wie die Retter das kleine Mädchen Azra aus dem Schutt hoben und in eine Decke gewickelt den Sanitätern übergaben. Auch die Mutter und die Oma der Kleinen konnten gerettet werden.
Die Kleine wurde aus einem eingestürzten Gebäude in der Stadt Ercis geborgen und sofort in eine improvisierte Krankenstation gebracht. Das berichteten die türkischen Fernsehsender NTV und CNN-Türk. "Es ist gesund und es wird leben", sagte der behandelnde Arzt. Das Kind bewege Arme und Beine.
Hunderte Rettungskräfte suchen in den am schwersten betroffenen Städten Ercis und Van weiter nach Opfern. Sie fanden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dogan am Dienstagmorgen fünf weitere Überlebenden, entdeckten aber auch viele Leichen.
In Ercis war der neunjährige Oguz Isler acht Stunden in den Trümmer des Hauses seiner Tante eingeschlossen. Er konnte gerettet werden und wartete am Dienstag neben dem Schutthaufen auf Nachricht über das Schicksal seiner Eltern und anderer Verwandter. Der Junge, seine Schwester und eine Cousine waren im Treppenhaus gefangen, wo eine Stahltür auf ihn fiel. "Wir haben gerufen 'Hilfe! Wir sind hier'", sagte Isler. "Sie haben uns ein paar Stunden später gefunden." Auch seine 16 Jahre alte Schwester Ela und die zwölfjährige Cousine Irem wurden lebend geborgen.
Das Epizentrum des Bebens lag unter dem Dorf Tabanli (Quelle: dpa)Aus Furcht vor weiteren Nachbeben verbrachten tausende Menschen die zweite Nacht in Folge im Freien, wo sie trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt in Autos oder Zelten übernachteten. Der Türkische Rote Halbmond verteilte Zelte und Decken und richtete Suppenküchen ein. Allerdings gab es in Ercis weiterhin keinen Strom und kein fließendes Wasser.
Mehr als 2000 Gebäude seien bei dem Beben der Stärke 7,2 am Sonntag eingestürzt, teilte das Büro des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit. Sein Stellvertreter Bülent Arinc erklärte, die Sucharbeiten könnten noch am Dienstag eingestellt werden.
Zwei Tage nach dem verheerenden Beben haben Rettungskräfte weitere Verschüttete lebend geborgen. zum Video
Quelle: dapd , AFP , dpa
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