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Erdbeben Haiti: Obdachlose sollen umgesiedelt werden

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Obdachlose sollen nach Erdbeben umgesiedelt werden

12.02.2010, 18:51 Uhr

Erdbeben in Haiti: Hunderttausende Überlebende sind obdachlos geworden (Foto: Reuters) Hunderttausende Haitianer sind nach dem Erdbeben obdachlos geworden (Foto: Reuters)Nach dem Erdbeben in Haiti will die Regierung hunderttausende Menschen aus der zerstörten Hauptstadt vorübergehend umsiedeln. 500.000 obdachlos gewordene Menschen sollen in temporären Behausungen außerhalb von Port-au-Prince eine neue Unterkunft finden, wie Innenminister Paul Antoine Bien-Aime mitteilte. Zehn Tage nach dem Beben soll am Freitag der Hafen der Hauptstadt wieder geöffnet werden.

Als Grund für die geplante Umsiedlung nannte der Stabschef von Präsident René Préval, Fritz Longchamp, die schlimme sanitäre Situation in den hunderten Zeltlagern in der Hauptstadt, in denen die Obdachlosen nach dem Erdbeben vom 12. Januar Unterschlupf gefunden haben. Ärzte haben bereits vor dem Ausbruch von Seuchen in den völlig überfüllten Lagern gewarnt. Die Umsiedlung werde nach Fertigstellung der neuen Unterkünfte in etwa sieben bis zehn Tagen beginnen, sagte Longchamp.

Temporäre Unterkünfte für jeweils 10.000 Menschen

"Die Menschen haben die Möglichkeit, kostenlos transportiert zu werden", sagte Bien-Aime. 34 Busse würden Erdbebenopfer in den Süden und den Norden von Haiti bringen. Dort würden temporäre Unterkünfte für jeweils 10.000 Menschen gebaut. Mit lokalen Bürgermeistern werde derzeit nach entsprechenden Orten gesucht.

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"Land beginnt wieder zu funktionieren"

"Es ist schwer, so zu arbeiten wie vorher, aber wir sind dabei, wieder die Kontrolle zu erlangen", sagte Präsident René Préval vor Journalisten. Die Hilfe laufe immer besser an. Préval wehrte sich zudem gegen Vorwürfe, die Regierung habe auf das schwere Erdbeben mit mindestens 75.000 Toten nicht sofort angemessen reagiert. Der Präsidentenpalast, das Parlament und der Justizpalast sowie sämtliche Ministerien seien eingestürzt und mit ihnen seien alle Dokumente vernichtet worden, begründete Préval die schweren Umstände der Regierung nach der Katastrophe. Das Land beginne jedoch bereits wieder inmitten der Ruinen zu "funktionieren". So würden Zapfsäulen wieder aufgefüllt und viele Banken hätten seit Donnerstag wieder geöffnet.

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Helfer räumen Schutt weg

Der Hafen wurde von US-Helfern am Donnerstag weiter instandgesetzt. Er soll am Freitag teilweise wieder geöffnet werden. So können auch Schiffe mit Hilfsgütern anlegen. Auch wurde ein Kontrollturm für den Flughafen von der US-Armee eingeflogen, der alte war durch das Beben zerstört worden. Er wird mit zwei Diesel-Generatoren angetrieben. Französische und amerikanische Helfer begannen an einem zentralen Platz in der Innenstadt Schutt und Abfälle wegzuräumen. Dort leben zahlreiche Menschen auf der Straße, deren Häuser zerstört wurden.

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Keine Auswirkungen auf Afghanistan-Einsatz

Die Entsendung von bislang 15.000 US-Soldaten hat nach Ansicht des für den Irak und Afghanistan zuständigen US-General David Petraeus keine Auswirkungen auf die dortigen Missionen. Die 30.000 für Afghanistan geplanten zusätzlichen Soldaten würden Ende August dort auch stationiert sein, erklärte er in Washington.

Adoptivkinder in Europa angekommen

45 US-Abgeordnete forderten US-Außenministerin Hillary Clinton in einem Brief auf, die Rettungsbemühungen sollten sich besonders auf die zehntausenden Waisen fokussieren. Kinder seien die verletzlichsten Opfer und einem größeren Risiko ausgesetzt. Schon vor dem Beben habe es 20.000 Waisen und 200 Waisenhäuser in dem Land gegeben. Auf dem Weg nach Frankreich waren unterdessen 33 haitianische Kinder, die bereits vor dem Beben adoptiert worden waren. 106 Adoptivkinder aus dem Karibikstaat kamen am Donnerstag in den Niederlanden an.

Geberländer treffen sich in Montreal

In der kanadischen Stadt Montreal wollen sich am Montag Geberländer treffen, um die Hilfen für das zerstörte Land zu koordinieren. Teilnehmen wollen unter anderem die Außenminister von Frankreich, Bernard Kouchner und US-Außenministerin Clinton. Auch Vertreter unter anderem aus Brasilien, Argentinien, Costa Rica und Spanien werden erwartet.


Quelle: AFP , dapd

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