12.01.2011, 12:00 Uhr
Ein Jahr nach dem Erdbeben leben immer noch 800.000 Menschen in den Notunterkünften (Foto: Reuters)
Die Gedenkfeier für die 250.000 Opfer des Erdbebens von Haiti ist für viele ein doppelter Grund zum Trauern. Denn auf der Karibikinsel ist die Situation immer noch verheerend: 800.000 Haitianer leben in Notunterkünften, die wie Slums aussehen, täglich sterben Menschen an Cholera und es ist von Massenvergewaltigungen die Rede. Heute soll um 16.53 Uhr (21.53 Uhr deutscher Zeit), dem genauen Moment des Erdbebens vor einem Jahr, mit einer Schweigeminute gedacht werden. Der Wiederaufbau, sagen Kritiker, hat jedoch kaum begonnen.
Dabei war die Hilfsbereitschaft enorm: 21 Millionen Euro spendeten die Deutschen allein an die Welthungerhilfe, die amerikanische Organisation Care sammelte 45 Millionen Euro zum Wiederaufbau ein. Die Staatengemeinschaft sagte insgesamt Milliarden zu. Doch die Regierung scheint untätig, Millionen Euro sollen auf die Konten korrupter Politiker gewandert sein. Weiteres Geld war zwar zugesagt, ist aber nie eingetroffen. Jetzt rätselt die internationale Gemeinschaft, wie man das Problem anpacken soll.
Die Büroleiterin der Diakonie Katastrophenhilfe in Haiti, Astrid Nissen, glaubt, die internationale Gemeinschaft müsse den Einsatz der Hilfsgelder stärker überwachen. Deutschland und die anderen Geberländer müssten darauf dringen, dass die Übergangskommission für den Wiederaufbau Haitis (IHRC) transparenter arbeite und regelmäßig über die Fortschritte Rechenschaft ablege, sagte Nissen. Bei der Kommission unter der Leitung des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und Haitis Ministerpräsidenten Jean-Max Bellerive stelle sich zunehmend die Frage, "was die da eigentlich machen".
Als weitere Hindernisse für den Wiederaufbau nannte Nissen das Ausbleiben versprochener Hilfszahlungen und die Untätigkeit der haitianischen Regierung. Von den rund zehn Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro), die die internationale Gemeinschaft bei der Geberkonferenz im März vergangenen Jahres zugesagt habe, sei erst ein kleiner Teil angekommen, sagte die Helferin.
Die haitianische Regierung wiederum wolle sich beim Wiederaufbau erst aus der Deckung wagen, wenn das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen feststehe und sie ihre Machtposition gesichert habe. Dabei wäre zum Beispiel die Ausweisung von Bauland und die Vergabe von Landbesitz dringend notwendig.
Derweil sagt Bill Clinton, der Koordinator für internationale Hilfe, niemand sei mehr frustriert als er über die nur langsamen Fortschritte. Zugleich nannte er es ermutigend, dass in den vergangenen vier Monaten endlich eine Beschleunigung des Wiederaufbaus zu bemerken gewesen sei. Clinton gestand ein, dass es eine riesige Lücke zwischen den internationalen Hilfsversprechen und den tatsächlich ausgezahlten Mitteln gebe. Nach Angaben Clintons wurden bisher nur 60 Prozent der für 2010 zugesagten Mittel ausgezahlt, diesen Rückstand gelte es 2011 aufzuholen.
Der UNO bereitet vor allem die politische Krise nach den umstrittenen Präsidentschaftswahlen Ende November Sorgen. Der amtierende haitianische Präsident René Préval bat darum, dass ein Bericht der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) zu den Wahlen nicht während der Gedenkfeiern überreicht werde. Die OAS habe diesen "völlig berechtigten Wunsch" akzeptiert, teilte die OAS mit. In dem Bericht empfiehlt die OAS, wie vorab bekannt wurde, den Rückzug des von Preval favorisierten Kandidaten Jude Célestin. Er soll demnach seinen Platz in der Stichwahl an den bisher Drittplatzierten Michel Martelly abgegeben.
Quelle: t-online.de , AFP , dpa
Alex!! schrieb:
am 12. Januar 2011 um 19:41:45
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AN ALLE!!!
Wenn man spendet, sollte man sich VORHER die Organisation anschauen. Ich spende seit Jahren an anerkannte christliche
Organisationen, und es ist bisher immer gut gegangen!
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F.P. schrieb:
am 12. Januar 2011 um 16:50:51
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Haiti
Die Regierung dort ist nur ein Spiegel ihrer Bürgerinnen und Bürger in der Hauptstadt. Viel weniger Geld ging an die kleinen Städte
und ländlichen Regionen, die auch vom Erdbeben betroffen waren. Dort ist Fortschritt sichtbar, die Menschen machen mit, sie wollen auch nicht dauerhaft alimentiert werden und in Zelten wohnen. Die Presse richtig ihr Augenmerk immer nur auf Port au Prince. Denen dort ist eben nicht zu helfen ohne aktivierende Maßnahmen wie Lebensmittel und Zelt nur bei Arbeit.
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He schrieb:
am 12. Januar 2011 um 16:32:14
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Haiti
Strenge Kontrollen über die Spenden und direkte Hilfsmassnahmen sind notwendig.Alles überwachen und überprüfen,so geht da
nichts.Die Regierung dieses Landes ist nicht vertrauenswürdig.
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