Esfandiar Rahim Maschaie gilt als enger Vertrauter von Mahmud Ahmadinedschad (Foto: dpa)
Der umstrittene erste Stellvertreter des iranischen Staatschefs Mahmud Ahmadinedschad ist zurückgetreten. Die iranische Nachrichtenagentur Fars zitierte den vor erst einer Woche ernannten Vize-Präsidenten Esfandiar Rahim Maschaie mit den Worten, er betrachte sich nicht mehr als Vize-Präsident. Damit folge er der Anordnung des obersten geistlichen Führers Ayatollah Ali Chamenei.
Die amtliche Nachrichtenagentur Irna meldete den Rücktritt Maschaies unter Berufung auf einen hochrangigen Berater Ahmadinedschads. Maschaie wolle aber weiter der Revolution und dem iranischen Volk dienen, sagte Modschtaba Samareh Haschemi.
Entlassung "notwendig"
Im Streit um die Berufung Maschaies hatte sich Ayatollah Chamenei zuvor gegen den Präsidenten gestellt und die Absetzung seines Stellvertreters angeordnet. "Es ist notwendig, dass die Ernennung widerrufen wird", zitierte das Staatsfernsehen am Freitag aus einem Brief Chameneis. Ahmadinedschad hatte zunächst noch versucht, die Ernennung Maschaies zu verteidigen. Seine Unterstützung für Maschaie habe "tausend Gründe", sagte er.
Umstrittene Israel-Äußerungen
Konservative Hardliner hatten die Berufung Maschaies heftig kritisiert. Maschaie hatte vor einem Jahr erklärt, der Iran sei "ein Freund des israelischen Volkes" und in den USA lebe "eines der besten Völker der Welt". Ahmadinedschad selbst gilt als Feind Israels und hat mehrfach den Holocaust geleugnet. Maschaie ist aber ein enger Vertrauter Ahmadinedschads, seine Tochter ist mit dem Sohn des Präsidenten verheiratet.