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Einigung auf Nukleargipfel: Datenbanken für Atommaterial

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Einigung auf Nukleargipfel: Datenbanken für Atommaterial

14.04.2010, 08:09 Uhr | dpa, ap, afp

Demonstrative Einigkeit: Präsident Obama und Kanzlerin Merkel auf dem Atomgipfel (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Teilnehmer des Nukleargipfels in Washington haben sich darauf geeinigt, atomares Material weltweit binnen vier Jahren zu sichern. Dadurch soll es dem Zugriff von Terroristen entzogen werden, heißt es in dem Entwurf für die Abschlusserklärung. Die Teilnehmerländer vereinbarten zudem eine engere internationale Zusammenarbeit im Vorgehen gegen den Schmuggel von Atommaterial.

So soll nukleares Material nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel künftig weltweit durch Datenbanken erfasst, Bestände transparent und somit sicherer vor Terroristen gemacht werden. Die CDU-Vorsitzende sagte, die Teilnehmer aus mehr als 40 Staaten hätten sich dazu verpflichtet, dass der Umgang mit radiologischen Quellen und spaltbaren Materialen nachprüfbar und nachvollziehbar sein müsse. "Das ist ein erster wichtiger Schritt auf neue, bislang unbekannte Bedrohungsszenarien zu reagieren", sagte Merkel. Außerdem forderte sie eine "Kultur der Sicherheit".

Ukraine gibt angereichertes Uran auf

Zuvor hatte die Ukraine zugesagt, bis 2012 ihren gesamten Bestand an waffenfähigem Uran aufzugeben. Außerdem will China mit den USA an einer neuen Resolution des UN-Sicherheitsrats zum iranischen Atomprogramm arbeiten.

Zur Aufbereitung nach Russland oder USA

Die ukrainischen Uranbestände, die für die Herstellung mehrerer Bomben reichen würden, sollen bis 2012 für die Wiederaufbereitung in die USA oder nach Russland gebracht werden. Die Einzelheiten seien noch nicht geklärt, räumte US-Regierungssprecher Robert Gibbs ein. Das atomwaffenfähige Uran war 1991 beim Zerfall der Sowjetunion in den Besitz der Ukraine übergegangen.

"Grausame Ironie"

Obama sagte in seiner Ansprache, obwohl der Kalte Krieg beendet sei, bestehe heute eine erhöhte Gefahr von atomaren Anschlägen. Die Gefahr gehe nun nicht mehr von feindlichen Staaten, sondern von Terroristen aus, erklärte Obama laut vorab veröffentlichten Auszügen aus seiner Ansprache. Er sprach von einer "grausamen Ironie der Geschichte".

Annäherung zwischen USA und China beim Thema Iran

Im Streit über das iranische Atomprogramm kamen sich nach Angaben des Weißen Hauses die USA und China näher: Der chinesische Präsident Hu Jintao habe sich bei einem Treffen mit Obama bereiterklärt, gemeinsam mit Washington an einer neuen UN-Sicherheitsresolution zur Verurteilung des Programms zu arbeiten, sagte Obamas Sicherheitsberater Jeff Bader. "Diese Resolution wird sehr deutlich machen, was es kostet, ein Atomprogramm fortzusetzen, mit dem der Iran gegen seine Verpflichtungen verstößt", erklärte Bader. Merkel sagte, es gebe "hoffnungsvolle Anzeichen", dass auch mit China und Russland "Gespräche weitergeführt werden". "Ich glaube, dass die Zeit drängt", bekräftigte die CDU-Politikerin.

Nächster Gipfel 2012 in Südkorea

Der nächste Gipfel ist in zwei Jahren in Südkorea geplant. Deutschland habe insbesondere auf die Gefahr hingewiesen, die von schwach radioaktivem Material ausgehe, das für den Bau einer schmutzigen Bombe verwendet werden könnte, erklärte Merkel. Damit sind Sprengbomben gemeint, denen radiaktives Material beigemischt wird. Dabei kann es sich zum Beispiel um Rückstände aus Röntgenapparaten handeln.


Quelle: AFP , dapd , dpa

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