Drucken
Viele müssen gar nicht zur Prüfung
14.07.2008, 12:12 Uhr
Nicht jeder muss zum Einbürgerungstest (Quelle: imago)Ab 1. September 2008 gilt der Einbürgerungstest des Innenministeriums. Wer Deutscher werden will, muss mindestens 17 von 33 Fragen über das politische System, Gesellschaft und Geschichte in Deutschland richtig beantworten. Doch nicht wirklich jeder Ausländer, der eingebürgert werden will, muss den Test machen.
Quiz Teil 3 Ganz neue Fragen aus dem Einbürgerungstest
Quiz Teil 2: 33 neue Fragen aus dem Einbürgerungstest
Quiz Teil 1: 33 Fragen aus dem Einbürgerungstest
Kein Test unter 16
Von dem Test befreit sind alle, die noch keine 16 Jahre alt oder aufgrund von Krankheit, Behinderung oder altersbedingt beeinträchtigt sind. Der Test muss auch dann nicht abgelegt werden, wenn die Einbürgerungswilligen einen deutschen Schulabschluss nachweisen können.
Extratest für deutsche Sprachkenntnisse
Aber andererseits bekommt auch nicht jeder automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, der den Test besteht. Die Prüfung, die 25 Euro pro Versuch kostet, gilt zum Beispiel nicht als Nachweis ausreichender deutscher Sprachkenntnisse. Die muss der Einbürgerungswillige in einer weiteren Prüfung unter Beweis stellen, wenn er den deutschen Pass will.
Aufenthaltsgenehmigung ist wichtig
Aber auch das ist noch nicht alles: Deutscher kann auch nur werden, wer nicht vorbestraft ist und mindestens seit drei Jahren eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung hat. Auch Kinder, deren nichtdeutsche Eltern mindestens acht Jahre legal in Deutschland leben, können eingebürgert werden.
Gesinnungstest nur in zwei Bundesländern
Dazu kommen noch ein letzter Test, den aber nicht alle Bundesländer wollen: Der so genannte Gesinnungstest. Bisher halten sich Hessen und Baden-Württemberg die Option offen, Ausländer - bevorzugt Muslime - zu ihrer Einstellung zu im Grundgesetz festgeschriebenen Werten zu befragen. Dabei geht es zum Beispiel um Gleichberechtigung von Frauen, Homosexualität oder die Stellung der Religion.
Immer weniger Einbürgerungen
Im Jahr 2007 wurden dem Statistischen Bundesamt zufolge in Deutschland etwa 113.000 Frauen und Männer eingebürgert. Damit sank die Zahl der Einbürgerungen im Vergleich zum Vorjahr um 9,5 Prozent. Wie in den Jahren zuvor stellten auch 2007 Menschen aus der Türkei die mit Abstand größte Gruppe der Eingebürgerten - gut 25 Prozent. Die Zahl der Einbürgerungen ist seit 2001 rückläufig.
Fehler im EinbürgerungstestManche Fragen sind unbeantwortbar
StudieJunge Türken sind der "Motor der Integration"
Kritik am EinbürgerungstestWer gut auswendig lernen kann, hat Vorteile
Quelle: t-online.de