20.02.2011, 21:50 Uhr | dapd
Güterfelde (dapd-lbg). Es ist ein Gesicht, das jeder kennt. Max Schreck spielte viele Rollen, im Theater und in mehr als 40 Filmen. Die Rolle seines Lebens aber übertrug ihm 1922 der Filmregisseur Friedrich Wilhelm Murnau: die des Grafen Orlok in "Nosferatu". Anlässlich des 75. Todestags Schrecks wurde am Sonntag an der Grabstelle des Schauspielers auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof in Güterfelde eine Gedenkstele enthüllt.
Lange Zeit war die letzte Ruhestätte von Max Schreck unbekannt. "Man vermutete Schrecks Grab in München, wo er gestorben war", sagte Schreck-Biograf Stefan Eickoff, der anlässlich der Stelen-Enthüllung die Laudatio hielt. So blieb das bescheidene Urnengrab des Schauspielers in Güterfelde unbemerkt, während das monumentale Grab seines bereits 1931 verstorbenen Regisseurs Murnau auf dem benachbarten Südwestkirchhof Filmhistorikern aus aller Welt bekannt war.
Der Autor und Journalist Peter Hahn, der sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Geschichte der drei Berliner Waldfriedhöfe in Stahnsdorf südlich von Berlin beschäftigt hat, machte die Grabstelle des Schauspielers ausfindig. Mit dem Friedhofsbuch und den Grabkarten aus dem Archiv des Wilmersdorfer Waldfriedhofs in Güterfelde konnte Hahn Schrecks Grab identifizieren. "Die Urne, auch die seiner Mutter, ist noch vorhanden", sagt Hahn. "Aber die Grabrechte sind längst abgelaufen und einen Grabstein gibt es nicht", erzählt er.
Dem Förderkreis des Filmmuseums war es nach Angaben des Mitglieds Detlef Müller ein "besonderes Anliegen", die Kosten für die Erinnerungsstele zu übernehmen. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Förderer die Restaurierung des Murnau-Grabes auf dem Südwest-Kirchhof Stahnsdorf unterstützt und sich dafür engagiert, dass die letzte Ruhestätte des Filmemachers ein Ehrengrab des Landes Berlin wird.
In Auftrag gegeben wurde die Stele für Schreck beim Stahnsdorfer Steinmetzmeister Heinz-Otto Melior. In dessen Atelier ist eine 138 Zentimeter hohe Granitstele mit einer angeschliffenen Schriftfläche und der vertieften, mit dunkler Farbe ausgelegten Inschrift entstanden. "Max Schreck, Schauspieler" sowie die Geburts- und Sterbedaten sind in den Granit eingraviert.
"Murnaus filmisches Gespür und Schrecks eindringliche Darstellung des unheimlichen Vampirs machten 'Nosferatu' zu einem Meisterwerk, von dem das Genre Horrorfilm bis heute geprägt wird", hieß es anlässlich der Enthüllung der Stele, zu der auch zahlreiche Filmjournalisten von der Berlinale nach Stahnsdorf kamen. "Als der Film in den 1950er Jahren von Filmhistorikern als Meisterwerk des deutschen Stummfilms wieder entdeckt wird, weiß bereits niemand mehr etwas über den von nun an geheimnisumwitterten Hauptdarsteller", sagte Laudator Eickhoff.
Dass die Granitstelle errichtet wurde, sei eine späte, aber schöne und überfällige Ehrung eines "vergessenen, verdienten Künstlers, der mitgeholfen hat, dem deutschen Film zu Weltgeltung zu verhelfen", sagte Eickhoff.
dapd
Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Nie wieder offline - endlos surfen & simsen. Nummer mitnehmen und 25,- € sichern. von congstar.de