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EHEC: Spanier fordern 80 Millionen Euro für Gurken

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Spanier fordern 80 Millionen Euro für Gurken

06.07.2011, 11:17 Uhr

Gurken aus Spanien waren während der EHEC-Krise verpönt. Sie standen im Verdacht, Quelle des Erregers zu sein (Foto: imago) (Quelle: imago)

Gurken aus Spanien waren während der EHEC-Krise verpönt. Sie standen im Verdacht, Quelle des Erregers zu sein (Foto: imago) (Quelle: imago)

Spanien verlangt 80 Millionen Euro Entschädigung von der Europäischen Union für seine Gemüsebauern. Das kündigte Landwirtschaftsministerin Rosa Aguilar an. Der Grund: Wegen der EHEC-Krise in Deutschland hatten die Landwirte zeitweise keine Gurken mehr verkaufen können.

Auf dem Höhepunkt der EHEC-Krise hatten die deutschen Behörden wegen einer möglichen Verunreinigung mit dem aggressiven Darmkeim vor dem Verzehr von Rohkost und speziell von Salat, ungekochten Tomaten und frischen Gurken gewarnt. Spanische Gurken wurden - wie sich später herausstellte, fälschlicherweise - als Quelle des EHEC-Erregers ausgemacht. Der Export des Gemüses brach daraufhin ein. Spanische Gemüse- und Obstanbauern hatten die durch das deutsche Importverbot entstandenen Schäden auf rund 200 Millionen Euro beziffert.

EU hat Entschädigungsfond eingerichtet

Inzwischen wurden Bockshornklee-Samen aus Ägypten als Ursache für die Epidemie ausgemacht. Die EU hat den Gemüsebauern in den Mitgliedsländern insgesamt 210 Millionen Euro Entschädigung für ihre Einnahmeverluste versprochen. Wie sich diese Summe aufteilt, ist bislang aber noch nicht bekannt.

Unterdessen hat die EU die Einfuhr bestimmter Sprossensamen aus Ägypten gestoppt. Außerdem müssen alle Bockshornkleesamen, die zwischen 2009 und 2011 in die EU geliefert worden sind, europaweit sofort vom Markt genommen werden. Bevor sie allerdings zerstört werden, sollen von ihnen Proben genommen werden. Das Importverbot soll zunächst bis Ende Oktober gelten. Er greift auch bei Sojabohnen und Ölsamen.

EHEC-Verursacher wohl identifiziert

Die Behörde für Lebensmittelsicherheit hat Ende Juni eine Lieferung ägyptischer Bockshornkleesamen für die EHEC-Ausbrüche in Deutschland und Frankreich verantwortlich gemacht. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Robert Koch-Institut (RKI) und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erklärten, Bockshornkleesamen aus Ägypten seien mit hoher Wahrscheinlichkeit für die EHEC-Ausbrüche verantwortlich. "Das Infektionsgeschehen, das auf den niedersächsischen Gartenbaubetrieb zurückzuführen ist, ist aufgeklärt in Deutschland", bekräftigte BfR-Präsident Andreas Hensel.

Sämtliche Ausbrüche an 41 Orten seien auf den Betrieb in Bienenbüttel zurückzuführen, der ägyptische Samen bezogen hatte. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg stellte unterdessen die Ermittlungen gegen den Sprossen-Hof ein. Den Verantwortlichen sei kein strafrechtlicher Vorwurf zu machen, teilte eine Behördensprecherin mit. Es hätten sich keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass die Geschäftsführer frühzeitig Kenntnis von einer Verunreinigung erhalten und die Sprossen trotzdem weiter vertrieben hätten. Die Verantwortlichen des Hofs hätten die gesetzlichen Anforderungen im Lebensmittelbereich erfüllt, es sei ihnen weder vorsätzliches noch fahrlässiges Verhalten nachzuweisen.

"Erreger ist nicht aus der Welt"

Die EHEC-Epidemie seit Anfang Mai war die bislang größte beschriebene in Deutschland. Es infizierten sich laut RKI mehr als 4000 Menschen mit dem gefährlichen Darmkeim. 851 davon erkrankten an der schweren Komplikation hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS). Der HUS-Ausbruch gilt als weltweit größter. 49 Menschen starben. "Der Ausbruch ist nahezu vorbei", erklärte RKI-Präsident Reinhard Burger. Er rief dennoch zur Hygiene und Wachsamkeit auf: "Der Erreger ist nicht aus der Welt."


Quelle: AFP , dpa

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Kommentare (160)

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Thema: "EHEC: Spanier fordern 80 Millionen Euro für Gurken"

Architekt schrieb: am 6. Juli 2011 um 20:46:58
(0) (0) @ Roberto
Roberto, jetzt mach mal halblang. Das unternehmerische Risiko für Ausfälle trägt jede Firma allein bis zum bitteren Ende. Nur
die Landwirtschaft denkt seit 50 Jahren, sie habe eine Sonderrolle. Als Landwirt bist du freier Unternehmer genau wie ich. Nur, wenn mein Laden nicht läuft, wer zahlt dann für mich? Niemand. Ist das fair ? Nein. Und mit einem "Verkehrsunfall" kannst du das wohl kaum vergleichen !
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t.kummi schrieb: am 6. Juli 2011 um 19:54:52
(0) (0) ehec
einenen schwerwiegenden fakt vergessen die sauberen spanier,auf dem gemüse aus spanien wiurden ehec erreger gefunden,auch wenn es nicht
der erreger war,was in aller welt haben die da zusuchen und vor allem wie kommen die dahin?bevor die spnier auch nur einen cent sollen die das mal erklären und die gründe für die belastung finden und abstellen,aber die spanier wissen bestimmt wo`s herkommt,lebensmittel können das dreifache kosten ,es wird immer verbrecher geben .
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Gebt Ihnen das Geld schrieb: am 6. Juli 2011 um 19:27:50
(0) (0) Da blamieren wir uns am wenigsten
Kommt es, wenn Sie 1000 Euro im Monat verdienen, 1200 Euro im Monat verbrauchen und das seit 50 Jahren.Kommt es da noch auf 80 Euro an?

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