09.06.2011, 20:22 Uhr
Forscher untersuchen weiterhin Proben, um der Quelle der EHEC-Erkrankungen auf die Spur zu kommen (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Bei der Suche nach der Quelle der EHEC-Infektionswelle gibt es weiterhin keine heiße Spur. Bei der belasteten Gurkenprobe aus Magdeburg erwarten die Experten keinen Durchbruch. Das Hauptaugenmerk liegt weiter auf den Sprossen eines Biohofs aus Niedersachsen. Nach einer Familienfeier im Landkreis Göttingen wurde eine weitere Häufung von EHEC-Fällen registriert.
Fünf der rund 70 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet befänden sich im Krankenhaus, teilte das Gesundheitsministerium in Hannover mit. Beliefert worden war die Festgesellschaft von einer Catering-Firma aus dem Landkreis Kassel in Nordhessen. Auch dort seien Gäste der Familienfeier erkrankt.
Ob der Caterer möglicherweise von dem als Auslöser der Epidemie in Verdacht stehenden Biohof mit Sprossen beliefert worden ist, sei noch unklar, sagte ein Ministeriumssprecher. Es deute nach wie vor alles auf diesen Betrieb hin, sagte der Sprecher. "Es läuft alles auf Sprossen hinaus."
Die Untersuchung aller 40 zunächst genommenen Proben ist mittlerweile abgeschlossen. Alle Ergebnisse sind negativ, teilte das niedersächsische Verbraucherschutzministerium mit. In dem Betrieb und seinem Umfeld seien aber rund 750 weitere Proben gezogen worden. Deren Untersuchung dauere zum Großteil noch an.
Es soll Indizien dafür geben, dass der Betrieb in Bienenbüttel als Ursprung des Keims in Frage kommt. zum Video
Abgesehen von Sprossen darf der Biohof weiterhin Gemüse verkaufen. Ein entsprechender Bericht von "Spiegel-Online" wurde vom Sprecher des Ministeriums bestätigt. Man habe nur Hinweise auf Sprossen. Für eine Komplettsperrung müsse man Beweise haben, so der Sprecher.
Bei den Befragungen der Erkrankten durch das Robert-Koch-Institut (RKI), die nach Angaben der Behörde von Beginn an auch den Verzehr von Sprossen umfassten, hatten sich nur 28 Prozent der Patienten daran erinnert. In einer laufenden dritten Fall-Kontroll-Studie des RKI werde nun speziell der Verzehr von Salat-Zutaten einschließlich Sprossen als Risikofaktor untersucht.
Mehrere Behörden sowie Landes- und Bundesminister äußern sich zu dem Thema. Das sorgt für Verunsicherung in der Bevölkerung. zum Video
Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) konnten in der Vergangenheit 75 Prozent der EHEC-Ausbrüche in Deutschland nicht aufgeklärt werden. Ein Hauptgrund ist, dass Lebensmittel, die als Überträger in Verdacht gerieten, zum Zeitpunkt der Erkrankungen und späteren Untersuchungen oft schon restlos aufgegessen waren.
Das BfR soll endgültig klären, ob sich bei der erkrankten Familie aus Magdeburg und dem Gurkenrest aus ihrer Mülltonne derselbe aggressive EHEC-Typ O104:H4 nachweisen lässt, der als Auslöser des aktuellen EHEC-Ausbruchs gilt. Ein erster Schnelltest hatte zuvor ergeben, dass es sich um diesen Typ handelt.
Vorsorge, Ansteckung, Behandlung: Alles, was man über die gefährliche Darmbakterie wissen sollte. zum Video
Die Gesundheitsbehörden in Sachsen-Anhalt erwarten sich von dieser Spur dennoch keinen Durchbruch. Der Gurkenrest war bereits seit mindestens eineinhalb Wochen in der Mülltonne. Rückschlüsse darauf, ob der Erreger ursprünglich auf der Gurke oder einem anderen Träger gewesen sei, seien nicht möglich, sagte ein Sprecher des Sozialministeriums. Denkbar sei auch, dass der Erreger von einem Familienmitglied auf die Gurke übertragen worden sei.
Vater, Mutter und Tochter waren an EHEC erkrankt. Während der Vater nur leicht betroffen gewesen sei, habe die Mutter stationär behandelt werden müssen. Die Tochter sei nach wie vor wegen HUS im Krankenhaus. Sie befinde sich aber auf dem Weg der Besserung. Die Familie war nach bisherigen Erkenntnissen nicht in Norddeutschland, wo die meisten EHEC-Erkrankungen aufgetreten sind.
Nach zwei weiteren Todesfällen in Niedersachsen sowie einem aus Hessen stieg die Zahl der EHEC-Opfer unterdessen auf 29. Gleichwohl beobachtet das RKI seit mehreren Tagen einen abnehmenden Trend bei den gemeldeten EHEC-Fallzahlen. Es kämen deutlich weniger Patienten mit blutigem Durchfall in die Notaufnahmen der Kliniken, hieß es. Insgesamt sind nach RKI-Angaben seit Anfang Mai rund 2800 Patienten nachweislich an EHEC erkrankt, davon 722 an der lebensbedrohlichen Komplikation, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS).
EU-Gesundheitskommissar John Dalli verteidigte derweil die frühzeitige Warnung der deutschen Behörden vor spanischen Gurken. "Ich habe hier nichts zu beanstanden", sagte er. Die Behörden in Hamburg hätten die Warnung herausgeben müssen.
"Sie waren dazu verpflichtet und haben richtig gehandelt. Sicherheit geht immer vor." Zugleich warnte er vor Panik. "Die Gefahr ist regional begrenzt, konzentriert sich auf Norddeutschland", sagte Dalli der "Passauer Neuen Presse". "Wir sollten nicht unnötig Angst schüren." Die Menschen in den betroffenen Regionen müssten vorsichtig sein. EHEC sei aber keine Gefahr für alle Verbraucher in Europa.
Quelle: AFP , dpa
Hal schrieb:
am 9. Juni 2011 um 21:37:43
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@susi
Sie waren bestimmt noch nie auf dem Land. Was glauben Sie wo die ganze Gülle seit Jahrhunderten verwendet wird? Welcher natürliche
Dünger kommt an die leckeren Erdbeeren? Ich habe meine eigenen Tomaten im Garten.
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ral schrieb:
am 9. Juni 2011 um 21:26:45
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EHEC
Ministerium plaudert:"Es läuft alles auf Sprossen hinaus".Gefunden wurde aber bisher nichts.Haben diese Krisenmanagement-Deppen
endlich Mineral- oder Trinkwasser untersucht?Die Gülledüngung der Ackerböden kann jederzeit zu bakteriellen Verschmutzungen im sensiblen Wasserkreislauf führen.Die Trinkwassergewinnung an Flüssen/Seen durch Brunnen im Nahbereich(Uferfiltrate)ist besonders anfällig.In meiner näheren Umgebung kommt das „so gesunde“ und teuere Mineralwasser auch aus einem Brunnen a
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Nicky68 schrieb:
am 9. Juni 2011 um 21:25:01
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Hygiene
Da sind bis weit ins 19. Jhdt. Frauen an Kindbettfieber gestorben, weil sich
Ärzte nicht ordentlich desinfiziert haben, d. h. die
Hände gewaschen haben.
Coli-Bakterien sind meiner Meinung nach ein Sauberkeits-Problem!
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