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EHEC im Trinkwasser: Panikmache oder ernste Gefahr?

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EHEC im Trinkwasser: Panikmache oder ernste Gefahr?

26.06.2011, 17:16 Uhr

Die Gefahr einer EHEC-Belastung des Trinkwassers werde bisher absolut unterschätzt, sagen Experten (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Die Gefahr einer EHEC-Belastung des Trinkwassers werde bisher absolut unterschätzt, sagen Experten (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Eine Reihe von Wissenschaftler befürchtet offenbar, dass der aggressive EHEC-Erreger ins Trinkwasser gelangen könnte. Diese Gefahr werde bisher "absolut unterschätzt", zitiert das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" Martin Exner, den Direktor des Hygiene-Instituts der Uni-Klinik Bonn. Exner ist auch Vorsitzender der Trinkwasser-Kommission des Umweltbundesamts (UBA), das eine Gefahr für das Trinkwasser am Sonntag seinerseits aber ausschloss.

UBA-Präsident Jochen Flasbarth warnte in einer Erklärung vor "unbegründeter Panikmache". Die mit unabhängigen Wissenschaftlern besetzte Trinkwasser-Kommission beim UBA habe eine Gefahr für das Trinkwasser durch den aktuellen EHEC-Ausbruchstamm verneint. "So mancher Experte wäre gut beraten, von unbedachten Katastrophenmeldungen abzusehen", sagte Flasbarth.

Kaum EHEC-Bakterien in Gewässern und Abwässern

Das Umweltbundesamt betonte, EHEC-Bakterien des aktuellen Ausbruchsstamms kämen im Abwasser und in Gewässern äußerst selten vor. "Da der Anteil an EHEC-Kranken in der Bevölkerung sehr gering ist, gibt es unter den im Abwasser vorkommenden Darmbakterien nur in Ausnahmen EHEC." Dies bestätigten die vorliegenden Daten.

In den vielen inzwischen untersuchten Wasserproben sei der Ausbruchsstamm bislang nur einmal gefunden worden - in den Nachuntersuchungen bereits nicht mehr. "Bislang gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass der EHEC-Stamm, der die aktuelle Erkrankungswelle auslöste, sich in Gewässern vermehren kann."

Mehrmalige Kontrollen in Ballungsgebieten

Demgegenüber wies "Der Spiegel" zwar darauf hin, dass die Gefahr in den deutschen Ballungsgebieten eher gering sei, weil das Trinkwasser mehrmals am Tag kontrolliert werde. In kleineren Wasserwerken werde das Wasser bisweilen aber nur einmal im Jahr getestet.

Nach Angaben des Bundesamtes werden in sehr kleinen öffentlichen Wasserversorgungen und in einigen Gegenden insbesondere auch in Hausbrunnen zeitweilig E.coli-Bakterien gefunden. Das zeige, dass möglicherweise auch andere Krankheitserreger vorkommen könnten. "Deshalb ist eine Verbesserung der Überwachung in diesem Bereich mittelfristig notwendig." Eine Gefahr durch den aktuellen EHEC-Ausbruchsstamm habe die Trinkwasserkommission am 22. Juni aber ausgeschlossen.

Großbritannien warnt vor Sprossen

Die britischen Behörden warnen derweil vor dem Verzehr roher Sprossen, nachdem Frankreich einen EHEC-Ausbruch im Süden des Landes auf einen britischen Händler zurückgeführt hatte. Der Verkauf von Bockshornklee, Senfsprossen und Rukolasprossen der britischen Firma Thompson & Morgan war am Freitag in Frankreich gestoppt worden. Die Gesundheitsbehörden erklärten, zwei von acht EHEC-Patienten, die in einem Krankenhaus in der Nähe von Bordeaux behandelt würden, wiesen den gefährlichen Stamm auf.

Der Ausbruch wird auf das Gemüse eines englischen Händlers zurückgeführt.

Die Firma Thompson & Morgan bezeichnete die von den französischen Behörden hergestellte Verbindung als unbegründet. Vielmehr sei es wahrscheinlich, dass "etwas in der Region um Bordeaux oder an der Art, wie die Produkte behandelt und gesät wurden" für den EHEC-Ausbruch verantwortlich sei, hieß es in einer Stellungnahme.

In Großbritannien habe es bislang keine Berichte von EHEC-Fällen im Zusammenhang mit dem Ausbruch in Frankreich gegeben, hieß es von der Gesundheitsbehörde. Man stehe eng mit den Kollegen in Frankreich in Kontakt.

Ermittlungsverfahren eingeleitet

Das Magazin "Focus" berichtet derweil über ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Oldenburg wegen der EHEC-belasteten Sprossen aus dem Betrieb im niedersächsischen Bienenbüttel. Demnach würden verschiedene Tatbestände untersucht.

Sie reichten von Verstößen gegen das Lebensmittelrecht über Inverkehrbringen giftiger Substanzen bis zu fahrlässiger Körperverletzung und Tötung. "Die Ermittlungen beruhen auf der Anzeige eines gut informierten Bürgers", wird Staatsanwalt Rainer du Mesnil zitiert.


Quelle: dpa , dapd

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Kommentare (117)

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Thema: "EHEC im Trinkwasser: Panikmache oder ernste Gefahr?"

oma schrieb: am 26. Juni 2011 um 16:40:03
(0) (0) Gülle und Ehec
An Kristina: Nein, soviel Gülle brauchen wir gerade nicht. Es ist die Überproduktion der Anfang allen Übels und unsere
Bauern kriegen halt auch den Rachen nicht voll. Früher hat man Gülle mit Stroh/Mist verlängert, das war besser. Und natürlich auch nicht so wahnsinnig viel Kraftfutter verabreicht. Das war gesünder für Mensch und Tier und auch deren Ausscheidungen waren gesünder. Im übrigen ist Ehec schon 20 Jahre lang da.
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christina schrieb: am 26. Juni 2011 um 16:33:25
(0) (0) @Konstruktiv
Ich bin überrascht, sie finden sogar Scheisse toll. Gülle bringen die Bauern nicht nur als Dünger auf die Felder sondern wo
sollen sie sonst mit dem vielen Kram hin? Sie entsorgen es, so sieht es aus. Ich habe nicht nur den Atommüll vor der Tür sondern auch jede Menge Felder und stänig stinkt es weil mal wieder Gülle entsorg wird. Aber so ist das nun mal... wir wollen preiswertes Fleisch ergo viel Gülle.
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Fred Feuerstein schrieb: am 26. Juni 2011 um 16:33:02
(0) (0) EHEC-Experten null Ahnung!!
Die Wissenschaftler können Klima Jahrhunderte voraussagen, können Planeten vor Milliarden von Jahren plötzlich
ausfindig machen, haben Freunde in Amerika, die auf den Mond fliegen können und den Mars fotografieren,und sind absolut taub und unfähig,den EHEC-Erreger in den Griff zu bekommen?? Also sind die Forscher und Wissenschaftler auch erschwindelte Dr. die von nix eine Ahnung haben, außer ihrem Konto!!!
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