13.06.2011, 18:06 Uhr
Forscher analysieren jetzt die verdächtigen Sprossen genauer (Foto: ddp)
In Deutschland sollten derzeit keine rohen Sprossen gegessen werden - auch keine selbst gezogenen. Diesen Schluss ziehen die Behörden aus der Suche nach der EHEC-Infektionsquelle. Sprossen von einem Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel sind zweifelsfrei als Träger des Erregers identifiziert.
Nicht geklärt ist jedoch, ob Mitarbeiter den Keim eingeschleppt haben oder er durch Saatgut oder andere Quellen in den Betrieb gelangte. Deswegen rät das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auch davon ab, selbst gezogene Sprossen und Keimlinge zu essen. Die Infektionswege der Mitarbeiter sind ebenfalls noch ungeklärt.
Unterdessen ist der Darmkeim EHEC erstmals auf bayerischem Salat entdeckt worden. Bislang gebe es aber keine Erkenntnisse, dass es sich dabei um den grassierenden Erreger-Typ handele, betonte das bayerische Landesamt für Gesundheit- und Lebensmittelsicherheit. Der Keim habe sich auf Lollo Rosso-Salat eines Fürther Gemüseerzeugers befunden. Das Ergebnis der exakten Typisierung des EHEC-Keims werde erst Ende der Woche vorliegen. Die Behörden analysierten inzwischen die Lieferwege der Ware. Vorhandene Ware sei gesperrt worden.
36 Menschen sind bis zum Pfingstmontag an den Folgen der EHEC-Erkrankung gestorben, darunter ein Mensch in Schweden. Zuletzt meldete Hamburg den Tod einer älteren Frau. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) und dem BfR ist es der heftigste jemals registrierte EHEC-Ausbruch weltweit.
Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hofft auf einen Durchbruch in den Ermittlungen. zum Video
Bei der Suche nach der Infektionsquelle sind auf dem Biohof drei Sprossen-Arten ins Visier der Fahnder geraten. Niedersachsens Gesundheitsministerin Aygül Özkan (CDU) sagte, fünf erkrankte oder positiv getestete Mitarbeiterinnen des Betriebes hätten bevorzugt Sprossen von Brokkoli, Knoblauch und Bockshorn gegessen. Vier gesunde Beschäftigte hätten hingegen die Sorten Alfalfa und Würzige Mischung verzehrt. Das könne ein Hinweis auf bestimmte Sprossenarten und damit auf den Ursprung der Infektion durch das Saatgut sein, meinte Özkan.
Das BfR vermutet, dass das Saatgut für Sprossen mit dem EHEC-Keim verseucht sein könnte. "Wenn bereits die Samen mit Keimen belastet sind, dann schützt auch die Einhaltung von Küchenhygieneregeln nicht vor einer EHEC-Erkrankung", erklärte BfR-Präsident Andreas Hensel. Auf die Saatgut-Spur brachte die Fahnder eine erkrankte Familie in Niedersachsen. Bei dem Fall konnte der Erreger zunächst aber nicht in den Samen nachgewiesen werden. Wer nicht auf die Keimlinge verzichten will, sollte sie gut abkochen oder braten, raten Verbraucherschützer.
Vorsorge, Ansteckung, Behandlung: Alles, was man über die gefährliche Darmbakterie wissen sollte. zum Video
Am Wochenende hatte sich der Verdacht gegen den Biohof erhärtet. Der EHEC-Erreger an den Sprossen des Betriebs ist exakt vom selben Typ wie die Bakterien, an denen Menschen starben. Zudem war bei zwei weiteren Mitarbeiterinnen des Sprossenerzeugers der Darmkeim nachgewiesen worden. "Damit können wir einen weiteren wichtigen Teil einer Indizienkette vorlegen", sagte Özkan. Bereits im Mai waren drei Mitarbeiterinnen des Betriebes mit EHEC-Symptomen erkrankt.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts nimmt die Zahl der EHEC-Neuerkrankungen ab. Seit einigen Tagen werden "auf deutlich niedrigerem Niveau" Fälle übermittelt, teilte die Behörde mit. Ob der Rückgang auf ein verändertes Essverhalten oder auf ein Versiegen der Infektionsquelle zurückzuführen ist, konnte das RKI nicht sagen. "Die Situation scheint unter Kontrolle zu sein", sagte EU-Verbraucherkommissar John Dalli bei einem Treffen auf Malta.
Bis Pfingstsonntag registrierte das RKI 3228 Erkrankungen. Davon litten 781 Menschen unter der besonders schweren Verlaufsform HUS, dem hämolytisch-urämischen Syndrom. 69 Prozent davon seien Frauen. Bei HUS können unter anderem die Nieren versagen.
Viele EHEC-Kranke werden ihr ganzes Leben unter den Folgen der Epidemie leiden. "Etwa 100 Patienten sind so stark nierengeschädigt, dass sie ein Spenderorgan brauchen oder lebenslang zur Dauerdialyse müssen", sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach der "Bild am Sonntag". Er kritisierte zudem, dass die Erkrankungen teils per Post gemeldet würden.
Ein schnelleres System wünscht sich auch das RKI. "Das soll ja auch auf der politischen Ebene überprüft werden", sagte Sprecher Günther Dettweiler. Man müsse darüber sprechen, sobald die Krise vorbei ist. Er räumte ein, dass Informationen auf elektronischem Wege den Empfänger schneller erreichen könnten. Insgesamt gebe es aber "keinen Anlass, sich zu beschweren. Das hat gut funktioniert."
Quelle: dpa
niko schrieb:
am 13. Juni 2011 um 19:42:36
(0)
(0)
ehec
angeblich ist nun wieder alles in butter und sagen die auch woher es kommt?
dann sag ich es mal
ich wohne ein ort weiter vom biohof der
sprossen und hat man auch gesagt ,das neben dem biohof und eint tierverwertung statt findet? und die gülle ins wasser gelassen wird,.womit der ganze mist besprüht wird?
mehr
Kommentar melden
Sascha B schrieb:
am 13. Juni 2011 um 19:42:28
(0)
(0)
Wenn
ihr mich fragt : ich bin der Meinung EHEC wird nie richtig heraus gefunden werden woher es nun wirklich kommt , aber spätestens bei der
nächsten Seuche / Virus / wird es in der Senke verschwinden und kein Mensch wird mehr von EHEC reden. Desweitern möchte ich gar nicht wissen was wir in wirklichkeit alles essen, zb wenn wir uns ein Döner kaufen, Chinaimbiss, Maggifix, Fastfood usw... Manchmal ist besser wenn man gar nicht alles weiß so läst es sich leichter leben.
mehr
Kommentar melden
Kasimir schrieb:
am 13. Juni 2011 um 19:41:46
(0)
(0)
Ehec
Ehec wird nie gefunden werden, glaubt das doch endlich!
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de