10.06.2011, 07:17 Uhr
Der EHEC-Erreger ist womöglich von Menschen übertragen worden (Foto: dapd) (Quelle: dapd)
Bei der Suche nach der Quelle des gefährlichen EHEC-Erregers gehen Behörden offenbar erstmals davon aus, dass der Keim möglicherweise auch von Menschen übertragen wurde. Gleichzeitig soll die Warnung vor Gurken, Tomaten und Salat wieder aufgehoben werden, hieß es aus Koalitionskreisen.
Einem Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" zufolge könnte eine mit EHEC infizierte Angehörige einer Cateringfirma dafür verantwortlich sein, dass Ende Mai mindestens acht Gäste einer Festgesellschaft in Göttingen an EHEC erkrankten. Die Zeitung beruft sich auf entsprechende Erkenntnisse von hessischen Behörden.
"Wir haben Hinweise darauf, dass es sich in diesem Fall um eine Infektion vom Menschen handeln könnte", zitiert die Zeitung eine Sprecherin des hessischen Gesundheitsministeriums. Demnach hatte sich eine enge Verwandte des Cateringbetreibers aus dem Kreis Kassel, der die Geburtstagsfeier in Göttingen mit Essen beliefert hatte, zuvor in einer Kantine in Frankfurt mit dem Darmerreger infiziert.
Die Behörden prüfen nun, ob die Frau den Erreger auf das gelieferte Essen übertragen haben könnte. Mindestens einer der erkrankten Gäste habe angegeben, weder Salat noch Gemüse oder Sprossen gegessen zu haben, berichtet die Zeitung.
Es soll Indizien dafür geben, dass der Betrieb in Bienenbüttel als Ursprung des Keims in Frage kommt. zum Video
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Kantine in Frankfurt, die als eine der Ausbruchsschwerpunkte der Epidemie gilt, von dem mittlerweile wegen EHEC-Verdachts gesperrten Sprossenproduzenten aus dem niedersächsischen Bienenbüttel (Landkreis Uelzen) beliefert worden war.
Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) räumte Mängel bei der Weitergabe der Informationen über die Erkrankungen an das Robert Koch-Institut (RKI) ein. "Die Kommunikation ist nicht optimal gelaufen. (...) Dass man sie verbessern muss, ist klar", sagte er. Das RKI untersteht dem Gesundheitsministerium.
Mehrere Behörden sowie Landes- und Bundesminister äußern sich zu dem Thema. Das sorgt für Verunsicherung in der Bevölkerung. zum Video
Auch Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) räumte Verbesserungsmöglichkeiten ein. Es gebe in Deutschland klare Absprachen und eine klare Kompetenzverteilung zwischen Bund und Ländern. "Aber natürlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch verbessern könnte", sagte sie dem "Hamburger Abendblatt". "Deshalb werden wir uns in den kommenden Wochen sicher zu einer Manöverkritik zusammensetzen." So werde man sich "mit der Frage zu beschäftigen haben, wer künftig in ähnlichen Fällen nach außen spricht."
Nach zwei weiteren Todesfällen in Niedersachsen sowie einem aus Hessen stieg die Zahl der EHEC-Opfer unterdessen auf 29. Gleichwohl beobachtet das Robert-Koch-Institut (RKI) seit mehreren Tagen einen abnehmenden Trend bei den gemeldeten EHEC-Fallzahlen. Es kämen deutlich weniger Patienten mit blutigem Durchfall in die Notaufnahmen der Kliniken, hieß es. Insgesamt sind nach RKI-Angaben seit Anfang Mai rund 2800 Patienten nachweislich an EHEC erkrankt, davon 722 an der lebensbedrohlichen Komplikation, dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS).
Vorsorge, Ansteckung, Behandlung: Alles, was man über die gefährliche Darmbakterie wissen sollte. zum Video
Für die Hamburger Gesundheitsbehörde hat wegen der EHEC-Gurkenwarnung derweil das juristische Nachspiel begonnen. Der spanische Obst- und Gemüsehändler Frunet reichte über eine Kanzlei beim Verwaltungsgericht der Hansestadt Eilantrag auf Akteneinsicht ein. Nachdem die Hamburger Gesundheitsbehörde über EHEC-Funde auf spanischen Gurken informiert hatte, sei das Geschäft eingebrochen.
Nach Angaben der Anwältin soll mit Hilfe der Akten unter anderem der Verdacht bewiesen werden, dass die Gesundheitsbehörde vor der Pressekonferenz die gesetzliche Sorgfaltspflicht vernachlässigt hat und vorgeschriebene Gegenproben nicht entnommen wurden. Auf den Gurken wurden zwar EHEC-Bakterien nachgewiesen. Diese waren aber von einem anderen Typ als der grassierende Erreger, wie Wissenschaftler später feststellten. Am Ende könnte es um Schadenersatz in Millionenhöhe gehen.
Quelle: dpa , dapd
observer schrieb:
am 10. Juni 2011 um 10:53:10
(0)
(0)
Dumme Rädchen
Nochmal für alle: Das EHEC Bakterium ist ausreichend erforscht. Das was hier gefragt ist die Anwendung von Systemtheorie.
Gemeint ist eine Fächer übergreifende Vorgehensweise, wie in den Ingenieurswissenschaften üblich. Die alles für sich beanspruchenden Fachwissenschaftler können in ihrer starren Ausrichtung das Problem nicht lösen. Und wer hier Kommentatoren als dumm tituliert, ist selbst oft nur ein fachidiotisches Rädchen in einer Verwaltung o.ä.
mehr
Kommentar melden
vox populi schrieb:
am 10. Juni 2011 um 10:34:24
(0)
(0)
EHEC - Übertragung
Das war doch von Anfang an klar. - Wenn der Erreger Antibiotika -resistent ist, die beim Menschen verabreicht werden,
dann ist der Mensch oder auch ein Tier sowohl der Herd als auch das Transportmittel des Erregers. - Da muß man doch wirklich nicht studiert haben. - Jeder deutschen Hausfrau müßte das klar sein.
mehr
Kommentar melden
Eichhörnchen schrieb:
am 10. Juni 2011 um 10:13:28
(0)
(0)
@christina
Gemüse kann man einwecken,damit kann man prima überwintern.
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Tolle Bildqualität & kleiner Preis: 94 cm Grundig-LCD-TV (EEK: C) jetzt nur 555,- €. bei euronics.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Bildschöne Mai-Schnäppchen: Bücher, Tablet-PC, eBook-Reader und mehr. bei Hugendubel.de