18.06.2011, 18:30 Uhr
Das Darmbakterium ist in einem fließenden Gewässer bei Frankfurt nachgewiesen worden.
Der gefährliche Typ des EHEC-Erregers breitet sich offenbar doch noch aus. Wie das hessische Umwelt- und Sozialministerium am Freitagabend mitteilte, ist der Erreger jetzt in einem Bach in Frankfurt am Main nachgewiesen worden. Nach ersten Erkenntnissen der Behörden könnten die Keime in dem Bach durch eine in der Nähe gelegene Kläranlage in das Gewässer gelangt sein.
Da an dem etwa 30 Kilometer langen Bach auch Kleingärtner das Wasser verwenden, wurden diese nachdrücklich vor den Gefahren gewarnt. Wie das hessische Umwelt- und Sozialministerium mitteilte, besteht aber keine Verbindung zwischen dem Fließgewässer und der Trinkwasserversorgung. Neue Krankheitsfälle wurden bislang nicht gemeldet.
Gründe für die Belastung des Wassers mit dem Keim sind nach Einschätzung der beiden Ministerien vielfältig. Da die Proben in der Nähe einer Kläranlage entnommen wurden, sei nicht auszuschließen, dass er von dort in das Bachwasser kam.
Generell verminderten Kläranlagen die im Abwasser enthaltenen Keime. Doch damit sei das gereinigte Abwasser nicht hygienisch unbelastet. Deshalb werde auch in Hessen vom Baden in Bächen und Flüssen grundsätzlich abgeraten. Auch zum Trinken sei deren Wasser ungeeignet.
Der jetzt in Frankfurt gefundene Keim vom Typ O 104:H 4 kann den Angaben zufolge zu schweren Darminfektionen des Menschen führen, wenn eine ausreichende Menge davon aufgenommen wird. Ob überhaupt bedeutende Mengen davon in Fließgewässern erreicht werden, sei unklar.
Die positive Probe mit dem EHEC-Erreger des Typs O 104:H 4 wurde im Erlenbach im Nordosten der Stadt entnommen. In der Nachbarschaft davon war Mitte der Woche auf dem Salat eines Gemüsehofes ein allerdings harmloserer EHEC-Erreger festgestellt worden.
Zwei an das Gewässer angrenzende Höfe nutzen das Wasser für die Bewässerung von Kartoffeln, Zuckerrüben und Stärkekartoffeln. Das wurde den Höfen nun untersagt. Die Proben aus dem Bach werden derzeit genauer untersucht. Das Ergebnis soll möglicherweise am Montag vorliegen.
Auf die Salatblätter war der Erreger vermutlich mit dem Waschwasser eines Frankfurter Gemüsebetriebs gelangt. Der Betrieb wurde mittlerweile geschlossen. Ausgelieferte Produkte wurden zurückgerufen. Eine Desinfektion der gesamten Wasserversorgung wurde eingeleitet.
Der EHEC-Fall der Catering-Mitarbeiterin aus Hessen konnte von den Experten bestätigt werden. Wie genau der Keim auf die Lebensmittel gelangte und ob es ein Hygieneproblem in dem Betrieb gibt, werde nun untersucht, sagte der Sprecher des Kreises Kassel, Harald Kühlborn.
Werden grundlegende Regeln wie Händewaschen nach dem Toilettengang eingehalten, könne es eigentlich nicht zu einer Übertragung des Keims kommen. Möglich sei aber, dass ein infizierter Gebrauchsgegenstand des Betriebs eine Rolle spielte, sagte Kühlborn.
Die Mitarbeiterin des Partyservices war den Testergebnissen zufolge mit dem lebensbedrohlichen Keim infiziert, als sie Speisen für eine Feier in Niedersachsen zubereitete. Sie hatte aber noch keine Symptome. Den Erkenntnissen zufolge übertrug sie den Keim auf mehrere Lebensmittel. Später erkrankte sie an der durch EHEC verursachten Komplikation HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom). Nach der Feier erkrankten auch 20 von 65 Gästen. Bei HUS können unter anderem Nierenschäden und neurologische Störungen auftreten.
Unterdessen haben Forscher der Analytik Jena AG einen EHEC-Schnelltest entwickelt, der es laut einem Bericht der "Ostthüringer Zeitung" ermöglicht, binnen zwei Stunden zu sagen, ob der Erreger auf einem Nahrungsmittel vorkommt oder nicht. "In Anbetracht des besonderen Ausmaßes der bestehenden EHEC-Epidemie ist es wichtig, dass möglichst schnell Gewissheit besteht, ob Lebensmittel kontaminiert sind", sagte Analytik-Vorstandschef Klaus Berka dem Blatt. Laut Berka kann jedes molekulardiagnostische Labor den Schnelltest verwenden. Er taugt aber auch für den Vor-Ort-Einsatz.
Einen großen Beitrag könnte der Schnelltest künftig leisten, um eine Ausbreitung des aggressiven EHEC-Typs zu vermeiden. Der renommierte EHEC-Forscher Helge Karch glaubt, dass der gefährliche Darmkeim sich im Moment vermehrt in der Umwelt ablagert. "Viele Menschen scheiden derzeit den Erreger aus", sagte der Professor des Universitätsklinikums Münster (UKM) bei einem Besuch von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Über die Fäkalien von EHEC-Patienten könne der Keim in die Umwelt gelangen und sich dort einnisten. Der Erreger bilde eine Schleimschicht, in der er sich einniste und auch längere Zeiträume gut überstehe, sagte Karch.
Wie die Forscher in Münster herausfanden, ist der Erreger extrem widerstandsfähig gegenüber äußeren Einflüssen. Er überstehe selbst längere Zeit in saurem Milieu und sei kälteresistent. In den Laborkühlschränken des Instituts für Hygiene überlebe er bereits seit Wochen bei Temperaturen von fünf Grad Celsius, sagte Karch. "Dass der Keim jetzt im Wasser gefunden wurde, hat mich nicht überrascht", sagte Karch. Es müssten nun Strategien entwickelt werden, den Darmkeim dauerhaft zu beseitigen. «Wir müssen verhindern, dass kontaminiertes Wasser zur Berieselung von Gemüsefeldern eingesetzt wird", sagte der Experte.
EHEC hat derweil ein weiteres Todesopfer gefordert. In Nordrhein-Westfalen starb bereits am Donnerstag ein 81-jähriger Mann aus dem Kreis Minden-Lübbecke, der sich mit dem Erreger infiziert hatte, wie das Gesundheitsministerium in Düsseldorf mitteilte.
Bundesweit gehe die Zahl der Neuinfektionen seit geraumer Zeit zurück, sagte eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts (RKI). Seit dem Ausbruch des aggressiven Darmkeims sind in Deutschland mindestens 39 Menschen gestorben, mehr als zwei Drittel davon in den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Bremen. Laut RKI sind seit Anfang Mai bundesweit bisher 2610 EHEC-Fälle bekannt, davon 798 mit dem schweren HUS-Verlauf.
Quelle: dapd , dpa
Schnuckiputz schrieb:
am 17. Juni 2011 um 21:40:57
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EHEC
Hallo Traveller,
mit genügend Bier und Tabak brauchst du keinen EHEC Erreger mehr.
Geht nur etwas langsamer.
Grüße von Schnuckiputz
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Lulatsch schrieb:
am 17. Juni 2011 um 21:38:16
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Carl schrieb: EHEC
Genau Carl!
Auch wir haben Karotten aus der mit Klärschlamm "gedüngten" Garten gezogen, an der Hose den
gröbsten Sand abgewischt und dann gegessen,
mit meinen 72 Jahren bin ich topfit - Sagrotan?????? Hab nur davon gehört.
Seife tut's ja auch! Aber die Industrie einschl. Pharma will ja auch leben!
Da EHEC-kt man eben was aus!!!
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Bee schrieb:
am 17. Juni 2011 um 21:34:26
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Hype
Was ist das für eine überzogene Aufregung. Bei einer Grippe-Epedimie sterben Tausende und es ist den medien keine Meldung wert. EHEC
foderte bisher 39 Opfer (von denen ich jedes Einzelne bedauere) und es wird ein Hype darum gemacht den ich nicht nachvollziehen kann. Aber Hauptsache, es ist medienwirksam! Manchmal könnte ich Knochen k******
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