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EHEC-Ermittler tappen weiter im Dunkeln

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EHEC-Ermittler tappen im Dunkeln - Wird die Quelle nie gefunden?

07.06.2011, 17:49 Uhr

Nach Behördenangaben sind in dem Saatgutbetrieb in Niedersachsen keine Krankheitserreger an Sprossen nachgewiesen worden.

Neuer Rückschlag für die EHEC-Ermittler: Die von einem Hamburger Patienten abgegebene Sprossen-Probe weist keine EHEC-Keime auf. Der 42-Jährige hatte das Sprossengemüse eines inzwischen gesperrten Hofs in Niedersachsen im Kühlschrank vergessen. Möglicherweise bleibt die Suche nach der Infektions-Quelle ohne Ergebnis.

Andreas Sammann vom Hamburger Institut für Hygiene und Umwelt hatte schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, dass die Suche nach der Quelle von Infektionen "in 80 Prozent der Fälle erfolglos" bleibe. Reinhard Burger vom Robert Koch-Institut sagte: "Es wird nicht immer gelingen, den Keim zu finden." Es sei auch denkbar, dass Epidemien von alleine ausklingen, nachdem das verdorbene Lebensmittel ganz verzehrt oder entsorgt sei.

Die mehrere Wochen alte Sprossen-Packung aus Hamburg hätte den Behörden helfen können, die Infektionsquelle zweifelsfrei nachzuweisen. Sie war aber ebenso negativ wie andere bislang untersuchte Laborproben aus dem betroffenen Hof in Bienenbüttel.

Der 42 Jahre alte Hamburger, der die Sprossen im Kühlschrank hatte, war selbst - möglicherweise nach dem Verzehr von anderem Sprossengemüse - an EHEC erkrankt und lag tagelang auf einer Isolierstation in einem Lüneburger Krankenhaus. Mittlerweile ist er von der Infektion wieder genesen.

Gartenbaubetrieb weiter unter Verdacht

Der unter Verdacht stehende Gartenbaubetrieb wird von den Behörden aber noch einmal gründlich unter die Lupe genommen. Bei einer Kontrolle seien bis zu 500 Proben genommen worden, teilte das Verbraucherschutzministerium in Hannover mit. Gesicherte Ergebnisse zu den Proben lägen bislang noch nicht vor, hieß es aus dem Haus des niedersächsischen Landwirtschaftsministers Gert Lindemann.

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Europa rügt deutsches EHEC-Krisenmanagement

Seit Ausbruch der Epidemie mussten zahllose Gurken, Salate oder Sprossen vernichtet werden. zum Video

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie, Reinhard Brunkhorst, hält Sprossen für eine wahrscheinliche Quelle der Epidemie. Brunkhorst, Chefarzt am Oststadt-Krankenhaus in Hannover, hatte alle seine 18 Patienten, die unter der schweren Krankheitsform Form HUS leiden, befragt. "16 von ihnen haben sich daran erinnert, Sprossen gegessen zu haben", sagte der Mediziner.

Zwei weitere Tote in Niedersachsen

Wie das niedersächsische Sozialministerium mitteilte, starben in dem norddeutschen Bundesland unterdessen zwei weitere Frauen. Da das Robert Koch-Institut die Zahl der zuvor gemeldeten Todesfälle um einen auf 21 herunterstufte, liegt die Zahl der Toten damit bei 23.

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Ratgeber zum gefährlichen EHEC-Erreger

Vorsorge, Ansteckung, Behandlung: Alles, was man über die gefährliche Darmbakterie wissen sollte. zum Video

Die Zahl der EHEC-Erkrankungen insgesamt erhöhte sich in Niedersachsen gegenüber dem Vortag um 31 auf 534. "Entwarnung kann noch nicht gegeben werden, aber wir haben momentan in der Tendenz einen geringeren Anstieg von Neuinfektionen als in der vergangenen Woche", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Auch in Hamburg sprechen die neuesten Zahlen zumindest für eine leichte Entwarnung. Es gebe "verhaltene Hoffnung, dass sich das Geschehen jetzt wirklich entdramatisiert", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks. Bis 10 Uhr wurden in der Hansestadt 49 Verdachtsfälle mehr gemeldet als am Montag. Vier weitere Menschen waren an der schweren Verlaufsform hämolytisch-urämisches Syndrom (HUS) erkrankt.

Ruf nach zentraler Seuchenpolizei

Angesichts der offenbar nicht immer klar verteilten Zuständigkeiten wird der Ruf nach einer zentralen Seuchenpolizei lauter. "Für besonders gefährliche Keime brauchen wir eine mobile Eingreiftruppe", sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zu "Bild.de". Auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, forderte "den Umbau des Robert Koch-Instituts zur zentralen Seuchen-Polizei in Deutschland". 

Die derzeitigen Strukturen seien "nicht optimal", sagte Lauterbach. Tatsächlich sind die Zuständigkeiten schwer zu durchblicken. Am Anfang der Kette stehen Ärzte, Krankenhäuser und Labore. Sie müssen EHEC-Infektionen umgehend an die örtliche Gesundheitsbehörde melden, die dann Kontrollen und Probenentnahmen in die Wege leitet. Alle gesundheitlichen Aspekte wie die Zahl der Krankheits- oder Todesfälle laufen in den Gesundheitsbehörden der Länder zusammen. 

Die Länder melden ihre Daten und Informationen an das Robert Koch-Institut in Berlin, das dem Bundesgesundheitsministerium unterstellt ist und dieses auch berät. Fest eingebunden ist aber auch das Bundesinstitut für Risikobewertung, das wiederum dem Bundesministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz unterstellt ist und unter anderem für Fragen der Lebensmittel- und Produktsicherheit zuständig ist.

Letztlich war es jedoch keine Bundesbehörde, sondern die Hamburger Gesundheitsbehörde, die im Mai mitteilte, Salatgurken aus Spanien seien als der EHEC-Träger identifiziert. Wenige Tage später folgte das Dementi. Am vergangenen Wochenende wiederum riet nun Niedersachsens Landwirtschaftsminister Gert Lindemann vorsorglich vom Verzehr von Gemüsesprossen ab, nachdem ein Hof im Landkreis Uelzen unter EHEC-Verdacht geriet. Auch dieser Verdacht hat sich bislang nicht bestätigt.

Es sei "ein bisschen unglücklich", wenn etwa einzelne Landesminister mit Befunden "vorpreschen", kritisierte Stefan Etgeton vom Bundesverband der Verbraucherzentralen, der sich eine stärkere Rolle des Robert-Koch-Instituts wünscht.

Aigner verteidigt Strukturen

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner verteidigte dagegen die aktuellen Strukturen. Es gebe eine klare Aufgabenverteilung beim Umgang mit der EHEC-Seuche. "Wir arbeiten in der jetzigen Situation alle zusammen", sagte Aigner am Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann". "Es gibt keine Kompetenzrangeleien, überhaupt nicht." Derzeit sei es zudem nicht angebracht, über Strukturen zu diskutieren. 


Quelle: AFP , dpa

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Kommentare (296)

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Thema: "EHEC-Ermittler tappen weiter im Dunkeln"

Paulus schrieb: am 7. Juni 2011 um 21:39:22
(0) (0) Nachrichtensperre
Die Medien sind Panikmacher, beschuldigen aber gerne die Politiker. Solange nichts sicher steht, soll eine
Nachrichtensperre verhängt werden. Deutschland blamiert sich nur vor der ganzen Welt mit den Vermutungen und Verdächtigungen. Andere werden ungerecht beschuldigt. Bisher alles nur Gerüchte. Entschuldugen kann sich für die falschen Verdächtigungen niemand. Schrecklich - und spannend, wohin noch die "heiße Spur" die Forscher führen wird.
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Ricko schrieb: am 7. Juni 2011 um 21:39:06
(0) (0) EHEC
Wenn Morgen eine Krankheit nur bei der Arbeit ansteckend sein könnte würde dann keiner mehr zur arbeit gehen!!!!!!!!!!!!!!!!???????????????

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Hugo schrieb: am 7. Juni 2011 um 21:38:56
(0) (0) EHEC
Ich bin immer noch der Meinung das es ein Anschlag war, alleine was auf dem Hamburgefr Großmarkt für gesoxe rumläuft da ist es doch
so einfach so eine biologische Waffe zu versprühen.
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