01.07.2011, 11:38 Uhr
Der Biohof in Bienenbüttel gilt als Quelle der EHEC-Verbreitung in Deutschland (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Bockshornkleesamen aus Ägypten sind auch an den Biohof in Bienenbüttel geliefert worden. Der Betrieb gilt als Quelle der EHEC-Verbreitung in Deutschland. Die Samen seien über einen Zwischenhändler an den immer noch gesperrten Hof gelangt, sagte ein Sprecher des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums. Er bestätigte damit einen Bericht des "Westfalen-Blatts".
EU-Behörden hatten am Donnerstag erklärt, offenbar gebe es eine Verbindung zwischen einer ägyptischen Samenlieferung von 2009 zu dem EHEC-Ausbruch in Frankreich. Zudem könne ein Export von Bockshornkleesamen aus Ägypten im Jahr 2010 eine Rolle bei der Epidemie in Deutschland gespielt haben. Ägyptische Bockshornkleesamen seien somit in EHEC-Ausbrüche in beiden Ländern verwickelt, schreiben die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA in Parma und die EU-Seuchenbehörde ECDC in Stockholm.
Allerdings gebe es noch viel Unsicherheit, ob das wirklich die gemeinsame Ursache aller EHEC-Erkrankungen sei, hieß es von Seiten der EU-Behörden. Vor allem müsse untersucht werden, auf welchen Wegen die ägyptischen Lieferungen in Deutschland und Europa verbreitet worden seien.
Im Raum Bordeaux waren zehn Menschen erkrankt, nachdem sie Sprossen aus Bockshornklee, Senf und Rucola gegessen hatten. Die beiden Behörden halten ausdrücklich fest, dass Bockshornkleesamen oft in einer Samenmischung auf den Markt kommen, was eine Kontaminierung beim Umverpacken nicht ausschließe. Sprossensamen, die in Frankreich mehrere EHEC-Fälle ausgelöst haben sollen, kamen nach Pariser Regierungsangaben aus England.
In Ägypten kommt es immer wieder vor, dass Bauern Abwasser zum Bewässern ihrer Felder benutzen - mit den entsprechenden Folgen für die Gesundheit der Menschen, die das auf diesen Feldern geerntete Gemüse, Obst oder Getreide verzehren. 2009 war in einer Studie des ägyptischen Umweltministeriums genau auf dieses Risiko hingewiesen worden.
Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat unterdessen ein Ermittlungsverfahren gegen die Geschäftsführer des niedersächsischen Biohofes eingeleitet. Eine Sprecherin sagte, es liege eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Lebensmittel- und Futtermittelgesetz vor. Diese werde geprüft.
Quelle: dapd , dpa , AFP
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