27.07.2010, 16:30 Uhr | DDP
Duisburg (ddp-nrw). Der Duisburger CDU-Kreisvorsitzende Thomas Mahlberg hat seine Kritik an dem damaligen Duisburger Polizeipräsidenten wegen dessen ablehnender Haltung zur Loveparade verteidigt. "Natürlich ist es Aufgabe des Polizeipräsidenten, Sicherheitsbedenken anzumelden. Aber doch nicht, wenn der Veranstaltungsort noch gar nicht feststeht", sagte Mahlberg am Dienstag im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp. Polizeipräsident Rolf Cebin habe sich im Februar 2009 voreilig und ohne Rücksprache mit den anderen beteiligten Behörden geäußert.
Damals hatte Cebin grundsätzliche Sicherheitsbedenken gegen die Durchführung des Technoevents vorgebracht. "In Duisburg eine Veranstaltungsfläche für 500 000 oder gar mehr Menschen zu finden, inklusive eines geordneten An- und Abreiseverkehrs, ist allerdings nicht einfach. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung hätte auch einen entsprechend großen Polizeieinsatz zur Folge", hieß es in einer Erklärung.
Daraufhin schrieb Mahlberg dem damaligen NRW-Innenminister Ingo Wolf (FDP) und forderte die Abberufung von Cebin. Für den Polizeipräsidenten stünden "eklatante Sicherheitsmängel" einer Austragung der Loveparade in Duisburg entgegen. Mahlberg bat darum, "Duisburg von einer schweren Bürde zu befreien und den personellen Neuanfang im Polizeipräsidium zu wagen". Tatsächlich wurde Cebin in den Ruhestand versetzt.
Der frühere Bundestagsabgeordnete betonte, dass sich seine damalige Kritik nicht allein auf die Loveparade bezog. Seiner Meinung nach habe Cebin bereits zuvor bei den Mafiamorden von Duisburg und bei einer Israel-kritischen Demonstration schwere Fehler begangen: "Sein unkoordiniertes Vorgehen beim Thema Loveparade brachte bei mir das Fass zum Überlaufen."
Angesichts der Ereignisse vom Samstagabend mit 20 Toten und über 500 Verletzten würde er diesen Brief heute nicht mehr so schreiben, räumte Mahlberg ein. Wie alle Menschen in Duisburg sei er tief betroffen: "Mein Stiefsohn war selbst auf dem Gelände der Loveparade und dort stundenlang nicht erreichbar."
Bei der Duisburger CDU stehe derzeit das Telefon nicht still. Mahlberg, der als enger Vertrauter des umstrittenen Oberbürgermeisters Adolf Sauerland (CDU) gilt, warnte vor voreiligen Reaktionen: "Diese Tragödie muss vor allem gründlich aufgearbeitet werden, ehe man über Konsequenzen nachdenkt."
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