24.11.2011, 13:02 Uhr
Die Autos brannten noch, aber die Opfer waren schon verkohlt: Mexiko hat einen weiteren blutigen Tag im nicht enden wollenden Drogenkrieg erlebt. Insgesamt 24 Menschen wurden im Bundesstaat Sinaloa an der Pazifikküste ermordet - vermutlich Racheakte rivalisierender Banden.
Beim Löschen zweier Fahrzeuge in der Stadt Culiacán fanden Feuerwehrleute 17 verkohlte Leichen, bestätigte das mexikanische Innenministerium. Die Staatsanwaltschaft in Sinaola hatte zunächst von 16 Opfern gesprochen. Vier weitere Tote wurden in der Ortschaft Pericos entdeckt, drei weitere in der Stadt Salvador Alvarado.
Die Feuerwehr aus Culiacán war nach Angaben der Staatsanwaltschaft zu zwei Kleintransportern gerufen worden, die an verschiedenen Orten brannten. In einem Fall wurden fünf Leichen im hinteren Teil des Fahrzeugs und sieben weitere in einem doppelten Boden gefunden. In dem anderen Transporter lagen vier verkohlte Körper. Bei drei der Leichen soll es sich um Polizisten handeln, die zu Beginn der Woche entführt worden waren.
Das Innenministerium in Mexiko-Stadt verurteilte die Gewalt und versprach, der Lokalregierung mit "allen verfügbaren Mitteln" zu helfen, Recht und Ordnung wieder herzustellen. Möglicherweise handele es sich bei dem Vorfall um eine "Botschaft zwischen kriminellen Gruppen", erklärte der Gouverneur von Sinaloa, Mario Lopez Valdez. Es könnte sich aber auch um Vergeltung an den Behörden oder um beides handeln.
Culiacán, die Hauptstadt von Sinaloa, gilt als die Hochburg des Drogenhandels in Mexiko. Von hier stammt eine Reihe der mächtigsten Drogenbosse des Landes, darunter auch Joaquin Guzman, genannt "El Chapo", Chef des mächtigen Kartells Sinaloa.
Seit Ende 2006 sind mexikoweit nach Schätzungen überregionaler Medien bis zu 50.000 Menschen im Drogenkrieg getötet worden. Jeden Tag sterben deshalb bis zu 70 Menschen. Erst am Dienstag waren laut einem Bericht der Zeitung "La Jornada" bei Schießereien 35 Menschen getötet worden.
Durch den Bundesstaat Sinaloa führt zudem eine der wichtigsten Schmuggelrouten für Drogen in die USA. Die mexikanischen Sicherheitskräfte hatten am Mittwoch 16,7 Tonnen Marihuana sichergestellt, 1,7 Tonnen davon in der Region um Culiacán. 15 Tonnen wurden im Bundesstaat Jalisco sichergestellt, hieß es.
Quelle: dpa , AFP
oderaber schrieb:
am 24. November 2011 um 13:22:02
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Drogenkrieg
Es scheint für Mexico ein schier unlösbares Problem, dass Tag für Tag seine Opfer fordert und an Grausamkeit kaum zu
überbieten ist. Der Bedarf an Drogen in dem reichen Nachbarland USA will gedeckt werden und dabei können alle, die damit befasst sind - außer den Konsumenten - jede Menge Geld verdienen. Dabei sind Korruption, Involvierung der Ordnungsmacht, nicht zu vergessen die Politiker ein Gemisch, dass den Erfolg von Bekämpfungsmaßnahmen immer wieder in Frage stellt.
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