09.01.2012, 10:24 Uhr | von André Spangenberg, dapd
Richtig mitreißen konnte FDP-Chef Rösler die Liberalen auf ihrem Dreikönigstreffen nicht (Quelle: dpa)
Es ist wie das Pfeifen im Walde. In trauter Eintracht sitzt die FDP-Spitze beim liberalen Dreikönigstreffen auf der Bühne des Staatstheaters in Stuttgart und lobt sich selbst, spricht den liberalen Anhängern auf den Zuschauerplätzen Mut zu und schimpft lautstark auf den politischen Gegner Rot-Grün. Selbst die Union bekommt ihr Fett weg. Richtig mitreißen kann den Saal aber nur Generalsekretär Patrick Döring. Die Rede von Parteichef Philipp Rösler entfacht wohl kaum neue Aufbruchsstimmung.
Großes Theater ist angekündigt, großes Theater erwarten viele. In den altehrwürdigen Gemäuern, wo aktuell "Fausts Vermächtnis" von Hector Berlioz gespielt wird, beschwören die Liberalen den "Geist der Freiheit", einen neuen "Teamgeist" gar und sehen die Situation ernst, aber nicht aussichtslos. Was scheren die kaum noch wahrnehmbaren zwei Prozent in Umfragen: "Schlechter kann's ja nicht werden", machen sich die Freidemokraten Hoffnung.
Den Auftakt macht die stellvertretende Partei- und Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger, als Landesvorsitzende in Baden-Württemberg quasi die Hausherrin. Sie spricht in ihrer knapp halbstündigen Rede von Werten, von Geradlinigkeit und Durchhaltevermögen. Das kommt gut an im Ländle. "Weglaufen, wenn es schwierig wurde, das gab es nicht", erzählt sie aus dem Familienbetrieb - und erntet großen Befall der FDP-Anhänger.
Pathetisch wird Entwicklungsminister Dirk Niebel. "Ich kenne kein einziges Land der Erde, dem es so gut geht wie Deutschland", sagt er unter höflichem Beifall. Und erzählt gut 20 Minuten lang von seinen Erfahrungen bei Auslandsreisen in die Dritte Welt, von harter Regierungsarbeit im Inland und von zu wenig wahrgenommenen Erfolgen der Liberalen.
Einen Lacher erntet der ehemalige Fallschirmjäger, als er Winston Churchill zitiert: "Märkte sind wie Fallschirme. Sie funktionieren am besten, wenn sie offen sind." Ein paar Dutzend FDP-Anhänger stehen anschließend auf und spenden ihm stehend Beifall.
Dann darf Patrick Döring ran, der designierte Generalsekretär - und bis zu seinem jüngsten Interview der engste Mitstreiter von Parteichef Rösler. Seine Kritik am Parteivorsitzenden, der nicht kämpfe, sondern "wegmoderiere", kam nicht gut an. Deshalb kommen Döring und Rösler schon zu Beginn demonstrativ Seite an Seite ins Staatstheater. Dort spricht Döring von "Fehlern", zieht "Lehren" und warnt in seiner emotional gefärbten Rede davor, weiterhin ein zerstrittenes Bild abzugeben.
Immer wieder hebt er den Zeigfinger, ballt seine Hände zu Fäusten. Immer in Richtung SPD und Grüne. Die wollten keine Freiheit, sondern nur "neue Steuern" wie Sigmar Gabriel oder "Verbote" wie Jürgen Trittin. "Wer ein solches Land will, der soll die beiden wählen - wer nicht, der ist hier bei der FDP richtig." Erstmals taut der Saal richtig auf. Bravo-Rufe krönen seine 20 Minuten lange Rede.
Die Umfragewerte zur FDP gehen seit Monaten kontinuierlich nach unten (Quelle: dpa)Der Boden im Staatstheater ist bereitet für ihn - für Philipp Rösler. "Deutschland geht es gut unter dieser Bundesregierung, unter Schwarz-Gelb», ruft er unter Beifall des Parketts - und ignoriert tapfer das von der grünen Jugend auf dem Rang entrollte Transparent mit der Aufschrift "Die FDP dröslert sich auf".
Dann beschwört er den Kampf der FDP und spricht von einer "grundsätzlichen Weichenstellung". Immer und immer wieder greift er das Wort "Wachstum" auf, das er als Kampfansage an alle "Pessimisten und Gutmenschen" von SPD über Grüne bis Linkspartei verstanden wissen will: "Wir Liberale denken anders!".
Ein Bekenntnis zum Wachstum, das unterscheidet die Liberalen nach Überzeugung von Rösler auch vom Koalitionspartner CDU/CSU. Das Werben von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble für eine "Begrenzung des Wirtschaftswachstums" sei "unverantwortlich", sagt der FDP-Chef unter Beifall des Saales - im Redemanuskript war das noch weniger verfänglich als "nicht haltbar" bezeichnet worden.
Im Kampf gegen einen mutmaßlichen "Linkstrend" aller Parteien werden stärkere Worte gebraucht, das spürt Rösler, der über weite Strecken nicht wirklich begeistern kann. Bei seinem verbalen Parforceritt über Fachkräfte, Zuwanderung, Entschuldung, Finanzmärkte, Mindestlohn, Energiepolitik - alles "Stellschrauben für Wachstum" - fallen manch einem in den hinteren Reihen kurzzeitig die Augen zu.
Rund eine Stunde redet Rösler. Zum Schluss kommt er - kurz unterbrochen vom Thema Rechtsextremismus - wieder auf seine neue Agenda "Wachstum" zurück. "Wer die FDP wählt, bekennt sich zu einer starken Mitte. Wer die FDP wählt, bekennt sich zu einer deutschen Erfolgsgeschichte - der sozialen Marktwirtschaft. Nur wir stehen dafür, dass diese Erfolgsgeschichte fortgeschrieben werden kann. Denn nur die FDP steht dafür, dass Wachstum in Deutschland auch morgen noch möglich ist. Das ist unser zentrales Anliegen. Das ist unser liberaler Auftrag." Einige stehen auf, um zu applaudieren, andere, um sich lieber schnell den Mantel zu holen. Enttäuscht sagt ein alter Liberaler an der Garderobe: "Aufbruch sieht anders aus."
Quelle: dapd
oliver schrieb:
am 6. Januar 2012 um 21:12:01
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fdp
ich könnte in die pulle furzen,bei soviel schwachsinn ,was der rösler von sich gegeben hat,und alle klatschten auch noch ,errinnert
mich an die damalige ddr zum parteitag,
die partei,die partei, die hat immer recht,
sie wollen ihren untergang nicht zugeben ,da kann auch ein greiss brüderle nichts mehr retten
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IngridNo.1 schrieb:
am 6. Januar 2012 um 21:10:41
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FDP
Die Boys der verwöhnten Welt (80er-12), können gar nicht anders. Verwöhnte Söhnchen im Kinderzimmer, und sie werden nicht erwachsen.
Werte kennen sie nicht. Einfach unfähig. Es gibt kluge junge Menschen, weil Eltern Werte haben. Und unsere Politiker schauen sich im eigenen Land nicht um; Frau Merkel ist das besonders anzurechnen. Sie hat kein Verhältnis zu Deutschland. Sie übersieht die Armut im eigenen Land und glänzt durch Steuergelder im Ausland. NEUWAHLEN wären das beste.
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Philip Prösler schrieb:
am 6. Januar 2012 um 20:50:12
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Schlechter kann's ja nicht werden
Doch ! Passend zum Dreikönigstag der FDP. Die seit dem 11. November erhältliche "Guido
Westerwelle" Sonder-Briefmarke wurde von der Deutschen Post wieder vom Markt genommen. Die Leute „bespeichelten“ immer die falsche Seite.
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