03.11.2011, 10:59 Uhr
Babys starben an Klebsiella-Bakterien Ein besonders resistenter Keim tötete drei Frühchen in einer Bremer Klinik. Vier weitere Babys sind erkrankt.
Tragischer Säuglingstod in Bremer Klinik: Drei Frühchen sind seit August wegen Darmkeimen in einem Krankenhaus in Bremen gestorben. Mindestens zwölf weitere Babys wurden ebenfalls infiziert, einige von ihnen sind schwer erkrankt. Die Ursache für die Keim-Infektionen ist immer noch nicht bekannt. "Wir kennen leider nicht die Quelle der Infektion", sagte Gesundheitsstaatsrat Joachim Schuster auf einer Pressekonferenz. Der Geschäftsführer des Klinikverbunds, Diethelm Hansen, ergänzte: "Wir stehen an einem Punkt, an dem wir noch nicht endgültig wissen, ob wir das Problem im Griff haben."
Seit Ende Juni wurde der multiresistente Keim bei 15 Kindern nachgewiesen. Davon seien sieben schwer erkrankt, drei Kinder starben - am 8. August sowie am 16. und 27. Oktober. "Wir haben natürlich auf der Station Maßnahmen eingeleitet, die eine weitere Verbreitung des Keims verhindern", sagte Hansen. Danach sei die Zahl der Infektionen auch zurückgegangen, bis im Oktober erneut ein Baby daran gestorben sei. "Die Ursache ist extrem schwierig zu finden", sagte Schuster. Die Quelle könnten Menschen aber auch Gegenstände sein.
Diese Keime kämen im Darm vor und würden in einer mutierten Form gefährlich, weil sie beispielsweise Antibiotika außer Kraft setzen. Man spricht dann von Keimen mit der Eigenschaft ESBL. Sie waren bereits bei einem Todesfall eines Frühchens im Oktober in Passau als Ursache festgestellt worden.
Polizei und Staatsanwaltschaft bestellten Zeugen ein und begannen Ermittlungen. Nähere Angaben wollten die Fahnder zunächst nicht machen. Ein Krisenteam des Robert-Koch-Institutes sei im Klinikum, um die Situation zu untersuchen, teilte ein Sprecher des Betreibers Gesundheit Nord mit. Die Frühchenstation wurde geschlossen.
"Wir erwarten restlose Aufklärung, wie es zu den Todesfällen kommen konnte. Wir wollen insbesondere auch wissen, ob sich tatsächlich schon im August ein Todesfall ereignet hat und wer diese Information zurückgehalten hat. Sollte sich das bewahrheiten, muss das Konsequenzen haben", sagte die gesundheitspolitische Sprecherin der Bremer Grünen, Kirsten Kappert-Gonther. Die Grünen bilden in Bremen eine Koalition mit der SPD.
Die oppositionelle CDU forderte sofort eine lückenlose Aufklärung der Vorfälle und zeigte sich schockiert. "Es ist das Schlimmste, was Eltern nach der Geburt eines Kindes passieren kann", sagte der gesundheitspolitische Sprecher der Partei, Rainer Bensch, nach einer Mitteilung. Die CDU sieht möglicherweise eine grobe Verletzung der Informationspflicht durch die Gesundheitssenatorin.
Quelle: dapd
ks schrieb:
am 2. November 2011 um 19:32:02
(19)
(1)
@Arzt
doch. mehr geld = mehr personal. mehr personal = mehr zeit. mehr zeit = gründlichere hygiene und mehr sorgfalt. mehr sorgfalt =
weniger keimübertragung
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Insider schrieb:
am 2. November 2011 um 19:31:48
(13)
(1)
tote Frühchen in Bremer Klinik
Inzwischen ist die Anzahl der Pflegekkräfte so stark reduziert worden in vielen Krankenhäusern, dass gerade
wenn auf Station plötzlich ganz schnell Hilfe geleistet werden muss, überhaupt keine Zeit mehr zur Verfügung steht für eine korrekte Händedesinfektion,für die das Desinfektionsmittel ca 10 Minuten auf der Haut verrieben werden muss, um sicher zu wirken. Hier zeigt sich immer wieder wie um Personalkosten zu senken durch Organisationsverschulden Katastrophen produziert werden.
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Ferdinand schrieb:
am 2. November 2011 um 19:29:33
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(0)
Operationsangst
@Claus: mit bald 73 Jahren habe ich in meinem bereits langen Leben zahlreiche OPs mit Vollnarkose über mich ergehen lassen
müssen. Zuletzt im Januar 2010 eine radikale Prostata-OP (Karzinom) mit Vollnarkose. Ich bin in die Klinik nach Düsseldorf gefahren. Besonders bemerkenswert war, dass ich vor der Aufnahme auf MRSA-Bakterien durch Mundabstrich untersucht worden bin. In keiner Klinik zuvor, wurde das bei mir gemacht. Achte auf die eigene und Krankenhaushygiene. Good luck; es wird alles gut!!!
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