24.01.2012, 15:50 Uhr | Ralf Isermann
Die Konturen von Chiara sind klar zu erkennen. Wo die Leiche der Achtjährigen lag, ist auf dem Foto eine große Blutlache in der Form ihres zerschmetterten Körpers. Handabdrücke aus Blut finden sich mehrmals an Wänden der Wohnung, in der Chiara mit ihrer ebenfalls ermordeten elfjährigen Schwester Sharon lebte. Stammen sie vom Todeskampf der beiden mit ihrem mordverdächtigen Onkel? Oder von Rettern, die bei Wiederbelebungsversuchen weiteres Blut aus ihren zerstochenen Körpern pumpten? Schreckliche Tatort-Fotos werden im Landgericht München II gezeigt - doch der Angeklagte sitzt nur da und grinst.
Als der 51-Jährige in den Gerichtssaal geführt wird, versucht er, mit einem Wachtmeister zu scherzen. Als später ein psychiatrischer Gutachter aus seinem Leben erzählt, hört er fröhlich zu. Von Auswanderungsplänen als junger Mann nach Griechenland erzählt der Gutachter. Auch da kommt es wieder, das Grinsen. Betont wird es noch dadurch, dass er sich den Bart abgenommen hat - die Bilder nach seiner Festnahme zeigten ihn als zotteligen Vollbartträger.
Die Fröhlichkeit des Angeklagten ist eine irritierend selbstgefällige. Gar keine Miene verzieht er aber, als die Anklage verlesen wird. Zweifachen Mord lastet die Staatsanwaltschaft dem Postboten an. Begangen aus Hass und Habgier - nach Überzeugung der Ermittler mussten Sharon und Chiara sterben, weil der nach einem Hausbau überschuldete Mann an das Erbe ihrer Mutter, der Schwester seiner Frau, wollte.
Die wollte der Tatverdächtige laut Anklage nämlich eigentlich auch töten. Den Mord wollte er dann so tarnen, dass es aussehen sollte, als hätte die Mutter zuerst ihre Mädchen ermordet und sich danach selbst mit einem Stromschlag in der Badewanne das Leben genommen. Vollenden konnte der 51-Jährige, so die Anklage, den Plan nur deshalb nicht, weil die Mutter nicht wie von ihm erwartet um zwei Uhr nachts aus der benachbarten Musikkneipe ihres Lebensgefährten in Krailling bei München heimkehrte, sondern erst gegen fünf - da war der mutmaßliche Täter schon vom Tatort geflohen.
Weil der Angeklagte schweigt, ist dieser Tatablauf eine von den Ermittlern aufgestellte Theorie. Aber eine Theorie, die plausibel erscheint. Dass er in der Tatnacht in der Wohnung war, beweisen dort gefundene DNA-Spuren. Die Theorie mit dem vorgetäuschten erweiterten Suizid stützt das Szenario am Tatort.
Denn die Ermittler entdeckten nicht nur die Hantelstange, das Messer und das Seil, mit dem der mutmaßliche Täter seine Nichten bestialisch getötet haben soll. Sie entdeckten auch die Vorkehrungen für den Mord an der Mutter. In der Badewanne war noch Wasser, in der Steckdose neben der Wanne befand sich ein Handmixer - zuerst wollte der Tatverdächtige seine Schwägerin nach Überzeugung der Ermittler in die Wanne stoßen und sie dann mit einem Stromschlag durch den Mixer töten.
Wie kann ein Mann, der zur Tatzeit mit vier eigenen Kindern unter einem Dach lebte und außerdem noch zwei weitere Kinder aus einer früheren Ehe hat, solch eine Tat wie die ihm vorgeworfene begehen? Reicht eine Schuld von mehreren zehntausend Euro tatsächlich aus, einen Menschen dazu zu bringen? Der Angeklagte tut nichts dafür, dieses Rätsel zu lösen. Trotz der gegen ihn sprechenden Indizien schweigt er, wie schon seit seiner Festnahme. Nur bei dieser Festnahme und später einmal kurz durch seinen inzwischen ausgetauschten Anwalt hat er die Tat bestritten - Fragen beantwortet er nicht.
Immerhin - sein Verteidiger Adam Ahmed schließt nicht aus, dass er sich im Prozessverlauf äußern wird. Ob es dann doch ein Geständnis geben wird, will Ahmed aber nicht sagen. Vielleicht wird sich der so unberührt wirkende Angeklagte ja von Sharons und Chiaras Mutter erweichen lassen. Diese wird in zwei Wochen als Zeugin aussagen, zum Prozessauftakt erschien sie nicht.
Die Mutter hatte ihre ermordeten Kinder entdeckt, ihr Lebensgefährte dann direkt die Polizei angerufen. Im Hintergrund hörte der wachhabende Polizist bei dem Anruf "lautes verzweifeltes Geschrei" - es kam von der Mutter, die ihre verbluteten Töchter gefunden hatte.
Quelle: AFP
Europäer schrieb:
am 17. Januar 2012 um 18:50:04
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Kindermörder/Schänder
Solche Menschen haben alle ihre Rechte verloren, und es gibt nur eine gerechte Strafe, aber nicht in der BRD!
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paloma19 schrieb:
am 17. Januar 2012 um 18:40:20
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Rübe ab
Er wird sich sicher nach den Anweisungen seines Anwalts verhalten. Sollte man ihm die Tat mit absoluter Sicherheit nachweisen, wäre
dies für mich ein Kandidat für die Todesstrafe, die es leider auch für solche Individien bei uns nicht gibt.
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Paulchen aus Berlin schrieb:
am 17. Januar 2012 um 18:38:49
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Für so einen brutalen Mörder könnte die Strafe eigentlich nicht hoch genug sein.
So wie ich unsere Justitz und die damit auch
verantwortlichen Anwälte und Richer kenne wird dieser bestialische Mörder kaum eine lebenslange Strafe bekommen, denn wenn er dauernd nur grinst ist das wahrscheinlich ein Zeichen, dass er selbst auch eine schwere Kindheit hatte und dass er zum Zeitpunkt Alkohol getrungen haben könnte uns sich somit auch nicht mehr an die Tat erinnern kann und damit nur 5 - 10 Jahre in eine Psychaterie kommen wird.
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