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Dioxin-Skandal: Womöglich belastetes Hühnerfleisch im Umlauf

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Dioxin-Skandal: womöglich belastetes Hühnerfleisch im Umlauf

05.01.2011, 08:08 Uhr

Dioxinbelastetes Hühnerfleisch soll bereits im Umlauf sein (Foto: dapd)

Dioxinbelastetes Hühnerfleisch soll bereits im Umlauf sein (Foto: dapd)

Aus einem Brandenburger Betrieb ist Hühnerfleisch mit Verdacht auf Dioxinbelastung auf den Markt gekommen. 63.000 geschlachtete Hähnchen sind möglicherweise mit dem krebserregenden Stoff belastet gewesen, davon sind zwei Drittel beziehungsweise 90 Tonnen bereits als Frischfleisch in Umlauf gegangen. Dies sagte die Sprecherin des Verbraucherschutzministeriums, Alrun Nüßlein. Die Tiere stammten von einem Hof in Sachsen-Anhalt.

In welchem Brandenburger Betrieb die Tiere dann geschlachtet wurden, wollte Nüßlein nicht sagen. Auch das Datum der Schlachtung war zunächst unklar. Bei dem restlichen Drittel, das noch nicht ausgeliefert wurde, handelt es sich ihren Angaben zufolge um Tiefgefrierware. Diese sei amtstierärztlich gesperrt worden und werde nun auf Dioxin im Landeslabor untersucht. Mit einem Ergebnis könne frühestens Anfang nächster Woche gerechnet werden.

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In Hamburg ist Dioxin aus Uetersen in Schweinefutter gefunden worden. Das meldet das "Hamburger Abendblatt". Danach wurde das dioxinhaltige Futter bei einem Futtermittelhersteller in der Hansestadt entdeckt. Der Anteil des verseuchten Fetts sei mit vier Prozent am Futtermittel nach Angaben der Hamburger Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörde nur gering gewesen. Die Grenzwerte für Dioxin seien weit unterschritten worden, erklärte Behördensprecher Rico Schmidt. Weitere Unternehmen, die Lieferungen von dem Futtermittelhersteller erhalten hätten, seien informiert worden.

Über 1000 Höfe gesperrt

In dem Skandal um die Dioxinfunde prüft die Bundesregierung, ob die Regeln für Hersteller verschärft werden sollen. Außerdem plant der Agrarausschuss des Bundestags eine Sondersitzung. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Schleswig-Holstein ermittelt gegen Verantwortliche der Futtermittelfirma Harles & Jentzsch aus Uetersen. Das Unternehmen soll für Futter auch Mischfettsäure verwendet haben, die nur für technische Zwecke bestimmt war. Mehr als 1000 Höfe in mehreren Bundesländern sind wegen des Skandals gesperrt.

Erst am Montag war auch ein märkischer Schweineaufzuchtbetrieb wegen Dioxin-Verdachts gesperrt worden. Dieser hatte bereits im November Futtermittel aus einem Mischfutterwerk in Sachsen-Anhalt bezogen, das seit einigen Tagen unter Dioxin-Verdacht steht.

Staatsanwaltschaft ist eingeschaltet

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) machte auf ein Problem bei der Futter-Herstellung aufmerksam: "Es stellt sich die Frage, ob es nicht ein zu hohes Risiko darstellt, wenn Betriebe, die Bestandteile für Futtermittel liefern, gleichzeitig technische Produkte vertreiben, die unter keinen Umständen in Lebensmittel oder Futtermittel gelangen dürfen", sagte sie der "Berliner Zeitung". Ihr Ministerium werde mit den Ländern prüfen, ob und wie die Zulassungsbedingungen für Betriebe verschärft werden müssten.

Zum aktuellen Fall sagte Oberstaatsanwalt Ralph Döpper in Itzehoe, es bestehe der Anfangsverdacht des Verstoßes gegen das Lebensmittel-, Bedarfsgegenstände- und Futtermittel-Gesetzbuch. Auch die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Oldenburg ist eingeschaltet. Sie überprüfe ein Tanklager und eine Rührstation für Futterfett in Bösel bei Cloppenburg, die zu Harles & Jentzsch gehörten, sagte ein Sprecher.

Harles & Jentzsch kaufte nach eigenen Angaben jahrelang Reste aus der Biodiesel-Herstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie auf und verarbeitete sie für Viehfutter. Ein Lieferant von Rohstoff ist eine Biodiesel-Anlage der Petrotec AG. "Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist", zitierte das "Westfalen-Blatt" den Geschäftsführer Siegfried Sievert.

Grafik: Der Weg des Dioxins (Grafik: dpa) Grafik: Der Weg des Dioxins (Grafik: dpa)

Stempelnummern veröffentlicht

Als Konsequenz aus dem Skandal hat das nordrhein-westfälische Umweltministerium die Stempelnummern möglicherweise belasteter Eier veröffentlicht. Verbraucher erhielten so die Möglichkeit, diese Eier zu erkennen und auf ihren Verzehr zu verzichten, hieß es in einer Mitteilung auf der Internetseite des Düsseldorfer Ministeriums.

Demnach handelt es sich um Eier aus zwei Legehennen-Betrieben in den Kreisen Soest und Steinfurt, von denen nachweislich Eier mit überhöhten Dioxinwerten in den regionalen Handel gebracht wurden - nach Ministeriumsangaben vermutlich in sechsstelliger Zahl.

Diese Eier wurden bis zum 23. Dezember verkauft, es handelt sich um XL-Eier mit der Stempelnummer 2-DE-0513912 und um bräunliche Eier mit der Nummer 3-DE-0514411. Das Ministerium betonte, die betroffenen Landwirte hätten unwissentlich das verunreinigte Futter verwendet und trügen nun die Konsequenzen für das Fehlverhalten Dritter.

Politiker versicherten unterdessen, dass keine Gefahr für die Gesundheit der Verbraucher bestehe. Das Bundesinstitut für Risikobewertung gab ebenfalls vorläufig Entwarnung. "Von den Informationen, die wir haben, kann man davon ausgehen, dass eine akute Gefährdung des Verbrauchers beim Verzehr von Eiern nicht besteht", sagte der Leiter für Futtermittel bei der Bundesbehörde, Helmut Schafft. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) warnte vor Panikreaktionen, riet aber, Kinder sollten derzeit sicherheitshalber nicht täglich Eiergerichte essen.


Quelle: dpa , dapd

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Kommentare (135)

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Thema: "Dioxin-Skandal: Womöglich belastetes Hühnerfleisch im Umlauf "

Wolf de Mer schrieb: am 4. Januar 2011 um 21:13:35
(0) (0) Bio - Dioxin
Warum also wegen den Viechern und den Eiern aufregen ! Sind doch für die Verbraucher unbedenklich . Also war das Bio - Dioxin.

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heiner schrieb: am 4. Januar 2011 um 21:05:36
(0) (0) Die Verantwortlichen
mit Ihrem Mist füttern,oder enteignen,oder einsperren? Die Regierung die soetwas ermöglicht allerdings gleich mit!!!

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Hero schrieb: am 4. Januar 2011 um 20:57:53
(0) (0) Dioxin
wenn es nicht so gefährlich ist warum dann dieser Aufwand und was haben die Holländer damit zu tun, da wird doch wieder was
vertuscht...... seltsam!
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