17.10.2010, 17:25 Uhr
Der furchterregende Tyrannosaurus rex fraß nicht nur andere Dinosaurier, sondern auch seine Artgenossen. Dino-Forscher aus den USA und Kanada haben entsprechende Bissspuren in den Knochen eines T. rex gefunden. Sie berichten über den Kannibalismus im Fachjournal "Plos one".
Das Team um Nick Longrich von der Yale University in New Haven hatte eigentlich aus ganz anderen Gründen Bissspuren an Dino-Knochen untersucht und war dabei auf große Kerben bei einem T. rex gestoßen. Angesichts des Alters und des Fundortes des Fossils, schlossen die Forscher auf einen T.-rex-Biss. "Von der Art der Struktur kommt jeder große Fleischfresser in Betracht, aber der T. rex war vor 65 Millionen Jahren der einzige im Westen Nordamerikas", sagte Longrich.
Nach weiteren Untersuchungen von ein paar Dutzend Tieren in verschiedenen Museen entdeckten die Forscher bei drei Fußknochen und einem Armknochen Hinweise auf Kannibalismus von T. rex. "Es ist überraschend, wie oft so etwas passiert sein muss", sagte Longrich.
Auf keinen Fall stammten die Bissspuren nur aus reinen Revierkämpfen. Denkbar sei aber, dass der Sieger eines solchen Kampfes hinterher den anderen auffraß. "Heutige große Raubtiere machen das ständig", sagte Longrich. "Das ist ein bequemer Weg, das Revier zu verteidigen und gleichzeitig ein bisschen Nahrung zu bekommen."
Obwohl Kannibalismus unter Dinosauriern zuvor nur beim Majungasaurus bekannt gewesen sei, war solches Verhalten bei ihnen nach Ansicht der Forscher weit verbreitet.
Quelle: dpa
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