Althaus will vor der Sommerpause in die Politik zurück
16.03.2009, 09:00 Uhr
Dieter Althaus kündigte seine baldige Rückkehr in die Politik an (Quelle: AP)
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus will nach seinem schweren Skiunfall noch vor der Sommerpause seine Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Das kündigte er in einer schriftlichen Erklärung an, die auf der Delegiertenversammlung der thüringischen CDU in Waltershausen bei Eisenach verlesen wurde. "Ich bin bereit, dem Freistaat weiter zu dienen", zitierte die Landesvorsitzende Birgit Diezel den Ministerpräsidenten. Anschließend wählten die Delegierten Althaus mit 94,6 Prozent der Stimmen zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl am 30. August.
Althaus, der zurzeit wegen seines Schädel-Hirn-Traumas in einer Reha-Klinik am Bodensee behandelt wird, wurde telefonisch über das Ergebnis informiert. Er antwortete mit einer SMS, in der er seine Wahl als "Anspruch und Verpflichtung" bezeichnete. Er werde sich gemeinsam mit der Partei dafür einsetzen, ein rot-rotes Bündnis zu verhindern.
Dies forderte auch Amtsvorgänger Bernhard Vogel in einem Grußwort. Er habe Althaus am Donnerstag besucht und lange mit ihm gesprochen. "Seine Gesundheit und seine Geistesgegenwart haben mich beeindruckt." Althaus sei wieder da, und er werde zurückkehren.
Schwere Wochen
In seiner verlesenen Erklärung schrieb Althaus: "Der Zuspruch und die Unterstützung nach diesem tragischen Unglück, aber auch meine Genesungsfortschritte verpflichten mich nun besonders, nicht aufzugeben." Die vergangenen Wochen seien sowohl physisch als auch psychisch die schwersten seines Lebens gewesen. "Nach diesem tiefen Einschnitt sehe ich mein Leben in einem anderen Licht. Dieses Ereignis wird mich für immer begleiten."
Geldstrafe wegen fahrlässiger Tötung
Die Erinnerung an den Unfall sei noch immer nicht zurückgekehrt. "Alles würde ich darum geben, das tragische Unglück ungeschehen zu machen. Meine Gedanken und Gebete sind bei der Familie Christandl." Die 41 Jahre alte Beata Christandl war am Neujahrstag auf einer Skipiste in der Steiermark mit Althaus zusammengestoßen. Die Frau wurde bei dem Unfall getötet, Althaus erlitt schwere Verletzungen. Der Politiker war deshalb wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe von 33.000 Euro verurteilt worden. Er ist damit vorbestraft, erhält jedoch keinen Eintrag in sein Führungszeugnis.
Alleinregierung seit 2004
Für die CDU seien die vergangenen Wochen ohne den Ministerpräsidenten keine leichte Zeit gewesen, sagte die Landesvorsitzende Diezel. Aber das Kabinett habe die Politik im Sinne von Althaus weitergeführt. "Auch wenn der Kapitän nicht zur Verfügung steht, funktioniert unser Mannschaftsspiel." Die CDU war bei der Landtagswahl 2004 auf 43 Prozent der Stimmen gekommen und regiert seitdem alleine.